Job-Zusage: Lüner geht zum Arbeiten in die USA

Vertrag für drei Jahre

Ein Lüner wird zukünftig Schaufenster in den USA gestalten: Jan Irzykowski hat einen dreijährigen Vertrag bei Franco Goette in New York bekommen. Wir haben mit ihm vor der Abreise über sein Job-Abenteuer, die Zusage der Amerikaner und seine zukünftigen Pläne gesprochen.

LÜNEN

, 19.05.2016, 05:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Lüner Jan Irzykowski hat einen dreijährigen Vertrag in einem amerikanischen Unternehmen bekommen.

Der Lüner Jan Irzykowski hat einen dreijährigen Vertrag in einem amerikanischen Unternehmen bekommen.

Die Möbel sind schon fachgerecht im Container verstaut, die Wohnung ist an die Nachmieter übergeben worden. Am Freitag beginnt für Jan Irzykowski das Abenteuer USA. Zusammen mit seiner Frau Cristina und Söhnchen Luca (fast 2) fliegt der 31-jährige Lüner nach New York.

Im „Big Apple“ wird er drei Jahre lang beim Schweizer Franco Goette arbeiten, der dort eine sehr erfolgreiche Firma für besondere Schaufenster-Gestaltung hat. „Kunden sind beispielsweise Dior und Hermes, die ihre Flagship-Stores in den USA gestalten lassen“, erzählt Jan Irzykowski.

Sein zukünftiger Arbeitgeber Goette ist gelernter Tischler und studierte Kunst bevor er sich in New York als Gestalter für Schaufenster von Luxus-Marken einen Namen machte. Irzykowski selbst ist gelernter Schreiner und examinierter Kommunikationsdesigner. Sein Vater ist der Lüner Kulturpreisträger Andrzej Irzykowski.

Probearbeit in New York

Drei Monate war Jan Irzykowski bereits in New York, um bei Goette schon mal zur Probe zu arbeiten. „Er sucht immer wieder Leute aus dem deutschsprachigen Raum. Mein Designstudium hat mir natürlich geholfen.“ Den Kontakt in die USA baute Jan Irzykowski über seinen früheren Lehrer Jürgen Korn auf, dessen Neffe in die Staaten ausgewandert ist und dort in Neuengland erfolgreich als Schreiner tätig ist. 

Goettes Firma befindet sich im Stadtteil Brooklyn. Etwa 40 Mitarbeiter hat er - neben Schweizern, Österreichern und Deutschen natürlich auch viele Amerikaner und auch Koreaner. Seine Kunden haben ihre noblen Läden an der berühmten 5th Avenue, an der 57. Straße und im Designerviertel SoHo. In den drei Probe-Monaten arbeitete Irzykowski an neuen Schaufenster-Gestaltungen für Dior mit.

Freund in San Francisco

Gerne würde er nun auch den Flagship-Store von Dior in San Francisco mitgestalten, denn dort lebt ein guter Freund von ihm. „Er heißt auch Jan, ist Lüner und sehr erfolgreich im Silicon Valley. Wir haben ihn auch schon mal drüben besucht“, so Irzykowski.

Seine Frau Cristina hat Erziehungswissenschaften und Soziologie studiert und zuletzt als Teamleitung in einer Wohngruppe für syrische Jugendliche gearbeitet. Wie ihr Mann hat auch sie die „Green Card“, darf also in den USA arbeiten. „Sie wird in Ruhe schauen, was sich für sie ergibt“, meint Jan Irzykowski.

Sohn wächst viersprachig auf

Söhnchen Luca, der schon mehrmals über den großen Teich geflogen ist und im Juli seinen zweiten Geburtstag in New York feiert, wird nun spielerisch eine weitere Sprache lernen. Deutsch kann er, ebenso wie Polnisch durch Jans aus Danzig stammende Familie. Und Italienisch, weil Cristinas Familie aus Sizilien stammt. „Er versteht alles, spricht aber meistens Deutsch.“

Auch wenn die meisten New York-Besucher Manhattan kennen – wohnen auf der Insel ist eindeutig zu teuer. „Brooklyn ist viel günstiger. Wir haben erstmal ein Zimmer gemietet, werden dann einen Immobilienmakler beauftragen und sicher in kurzer Zeit eine Wohnung finden.“ Fürs Einrichten bekommt er eine Woche Urlaub. So viel, wie die meisten US-Amerikaner im ganzen Jahr haben: „Da habe ich Glück, ich bekomme vier Wochen Jahresurlaub.“

"Man probiert dort mehr Dinge aus"

Zu tun wird Jan auch beruflich genug haben. „Die Modebranche ändert alle drei Monate ihre Schaufenster und das heißt, das richtige kleine Eventbühnen entstehen und Wände, Böden und Decken ausgetauscht werden.“ Er freut sich auf die neuen Erfahrungen in den USA: „Man probiert dort mehr Dinge aus, ist sehr offen für kreative Lösungsansätze.“

Zur Person
Jan Irzykowski ist gelernter Schreiner, hat seine Ausbildung in der früheren Möbelwerkstatt Otto absolviert. Danach wechselte er in die Eventbranche, machte sich selbstständig und arbeitete im Bereich Messebau in Deutschland, aber auch in Kopenhagen, London und Paris.

Durch einen Kollegen wurde er auf den Studiengang Kommunikationsdesign aufmerksam und schrieb sich ein. Ein selbst designtes und gebautes Möbelstück war Teil seiner Bachelorprüfung. Mit einigen selbstständigen Schreinern teilte er sich nach dem Studium eine Werkstatt in Solingen. Sein zukünftiger Arbeitgeber für drei Jahre: .

 

 

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