Jugendliche klettern auf Lok: Gefährliche Mutprobe legt Güterzugstrecke komplett lahm

Hamm-Osterfelder Bahn

Fünf Jugendliche haben den Güterzugverkehr auf der Hamm-Osterfelder Bahn komplett zum Erliegen gebracht. Drei Mädchen setzen sich an die Gleise, zwei männliche Jugendliche bremsten einen Zug aus.

Bergkamen, Lünen

, 25.02.2021, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Hamm-Osterfelder Bahn am Übergang Jahnstraße in der Nähe des Bahnhofs Oberaden. Dort kletterten Jugendliche auf eine Lok und legten den Zugverkehr lahm.

Die Hamm-Osterfelder Bahn am Übergang Jahnstraße in der Nähe des Bahnhofs Oberaden. Dort kletterten Jugendliche auf eine Lok und legten den Zugverkehr lahm. © Marcel Drawe (Archiv)

Die Bundespolizei hatte es am späten Mittwochnachmittag gleich mit zwei gefährlichen Eingriffen von Jugendlichen in den Güterzugverkehr auf der Hamm-Osterfelder Bahn zu tun. Gegen 17.30 Uhr alarmierte ein Triebwagenführer die Bundespolizei, weil er drei Mädchen gefährlich nahe an den Gleisen sitzen sehen hatte. Sie befanden sich in der Nähe der Brücke, die in Lünen-Beckinghausen über den Datteln-Hamm-Kanal führt.

Die Bundespolizei veranlasste sofort die komplette Sperrung der Strecke zwischen Bergkamen und Lünen. „Die Güterzüge fahren dort zwischen 80 und 100 Stundenkilometern und es war nicht klar, wie nahe die Mädchen an den Gleisen waren“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei aus Dortmund.

Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren an den Gleisen

Die Bundespolizisten trafen drei jungen Frauen in Alter von 14 und 15 Jahren an den Gleisen an. Sie klärten sie über die Gefahren eines Sitzplatzes so dicht an den Gleisen auf. Nachdem die Eltern informiert waren, durften die Mädchen ihren Heimweg antreten.

Damit war der Einsatz der Bundespolizei aber noch nicht vorbei. Wegen der gesperrten Strecke musste ein Güterzug am ehemaligen Bahnhof in Oberaden anhalten und auf die Weiterfahrt warten. Das nutzen zwei junge Männer zu einem echten „Dumme-Jungen-Streich“. Die beiden rot gekleideten Jugendlichen liefen auf die Gleise und vor dem Zug her, als er weiterfahren durfte. Sie ließen sich auch vom Zugführer nicht verscheuchen.

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Stattdessen begannen sie auf dem Zug zu klettern. Als der Triebwagenführer das meldete, setzte sich die Bundespolizei sofort mit dem zuständigen Notfallmanager der Bahn in Verbindung. Der schaltete sofort den Strom in der Oberleitung ab, dem sogenannten Fahrdraht.

Bundespolizei veranlasst, dass der Strom abgestellt wird

Die Bundespolizei befürchtete, dass die beiden Jugendlichen mit der Hochspannungsleitung in Kontakt kommen könnten – was mit großer Sicherheit tödlich für die beiden geendet hätte. „In Köln und in Düsseldorf hat es erst kürzlich solche Vorfälle gegeben als Jugendliche auf einen Güterzug geklettert sind“, sagte der Polizeisprecher.

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Eine Polizeistreife und die Bundespolizei eilten sofort nach Oberaden. Als sie am ehemaligen Bahnhof ankamen, waren die beiden Jugendlichen aber schon verschwunden.

Die Bundespolizei warnt eindringlich vor den Gefahren des Bahnverkehrs. Tödliche Gefahren gehen nicht nur vom Bahnverkehr aus, sondern auch von den stromführenden Teilen und anderen Bahnanlagen.

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