Kämmerer rechnen mit einer niedrigeren Kreisumlage als vom Kreisdirektor für 2020 geplant

Abgabe an den Kreis

Die vom Kreis fürs Haushaltsjahr 2020 geplante höhere Kreisumlage ist längst noch nicht beschlossen. Jetzt sind die Kämmerer der Kommunen an der Reihe. Sie sollen eine Stellungnahme abgeben.

Lünen

, 11.09.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kämmerer rechnen mit einer niedrigeren Kreisumlage als vom Kreisdirektor für 2020 geplant

Die Kreisumlage soll im Haushaltsjahr 2020 deutlich steigen. Da spielen die kreisangehörigen Kommunen aber nicht mit. © dpa

Geht es nach dem Willen des Kreises Unna, dann zahlen die 10 ihm angehörigen Kommunen im kommenden Jahr eine deutlich höhere Kreisumlage. Doch danach sieht es im Augenblick nicht aus.

Denn der Arbeitskreis der Kämmerer - unter Leitung von Lünens Kämmerer Uwe Quitter - macht mobil gegen die geplante Erhöhung der Abgabe. Schließlich geht es um viel Geld. Nach jetztiger Planung sollen die Kommunen im kommenden Haushaltsjahr 265,5 Millionen Euro in die Kreiskasse zahlen.

Das wären rund 11,6 Millionen Euro mehr als im laufenden Haushaltsjahr. Sollte es bei der Ankündigung des Kreises bleiben, dann müsste Lünen 2020, wie von unserer Redaktion berichtet, 64,8 Millionen Euro überweisen. Das wären 2,2 Millionen Euro mehr als fürs laufende Haushaltsjahr 2019.

Quitter: Erhebliche Mehrbelastung

Dazu hatte Uwe Quitter am Donnerstag (5.) im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt: „Die deutlich steigende Umlage an den Kreis stellt eine erhebliche Mehrbelastung für den Haushalt der Stadt Lünen und auch für die Haushalte der anderen Kreiskommunen dar. Hier gibt es daher zunächst die klare Erwartung der Stadt Lünen an den Kreis, dass bis zur Verabschiedung des Kreishaushaltes die Umlage für die kreisangehörigen Kommunen deutlich gesenkt wird. Hier ist auch der Kreistag in der Pflicht.“

Vor diesem Hintergrund traf der Arbeitskreis der Kämmerer am Freitag (6.) Kreisdirektor und Kämmerer Mike-Sebastian Janke zum Gespräch. Und was ist dabei herausgekommen?

Kommunen geben Stellungnahme ab

„Das Ergebnis des Gesprächs ist, dass nun die kreisangehörigen Kommunen aufgefordert sind, Stellung zu nehmen. Diese Benehmensherstellung mit dem Kreis wird in Lünen am 26. September Thema in der Ratssitzung sein. Dort wird dann der Rat über eine Stellungnahme entscheiden, die Lünen gegenüber dem Kreis abgibt“, sagte Uwe Quitter am Dienstag (10.) auf Anfrage unserer Redaktion.

Grundlage für die Stellungnahmen der kreisangehörigen Städte sei ein Arbeitspapier des Arbeitskreises der Kämmerer, das als Entwurf gelten kann.

Kreisdirektor Janke zeigt Verständnis

„Diesen Entwurf passen die Städte für sich und ihre Situation an. In Lünen ist dann der nächste Schritt die Einbringung in den Rat“, sagte Quitter weiter: „In den Vorjahren ist es zwischen der Einbringung des Kreishaushaltes und dem Beschluss immer zu einer Absenkung der Kreisumlage gekommen.“

Kreisdirektor und Kämmerer Mike-Sebastian Janke zeigte am Dienstag (10.) im Gespräch mit unserer Redaktion Verständnis für die Haltung der Kommunen:

„Ist doch völlig klar, dass die Kämmerer erst einmal ihre Zahlen im Blick haben.“ Das Gespräch am Freitag sei sehr konstruktiv, der Umgang miteinander sehr kollegial gewesen.

Kreisdirektor Janke bestätigte, dass die Kommunen nunmehr Zeit für eine Stellungnahme hätten. Die Ausführungen der Kämmerer sollen dann bei der Einbringung des Kreishaushaltes im November berücksichtigt werden.

Zum Kreis Unna gehören folgende Kommunen: Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen, Lünen, Schwerte, Selm, Unna und Werne.

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