Die Kanutouren von Lippetouristik wie hier im Bereich von Bergkamen mussten auch dieses Jahr ausfallen. Hoffnung gibt es für nächstes Jahr. © Picasa 2.7
Lippe-Touren

Kanutouren auf der Lippe: Anbieter musste Saison ausfallen lassen

Kanufahrten auf der Lippe gibt es keine - nicht nur, weil die Saison vorbei ist. Frühestens Ostern will Lippetouristik wieder starten. Gerettet wurde der Betreiber durch das zweite Standbein.

Bereits im vergangenen Jahr wurden die von der Lippetouristik geführten Kanutouren auf der Lippe ausgesetzt. Damals lag es daran, dass sich die damals geltenden Abstandsregeln im Kanu nicht umsetzen ließen. Dadurch wäre die Durchführung der Touren nicht wirtschaftlich gewesen. Auch dieses Jahr fanden keine Touren statt, obwohl die Corona-Bestimmungen gelockert wurden. Der Grund: kein Personal, wie Mathias Sandmann, Geschäftsführer des Lüner Unternehmens Lippetouristik, erklärt.

Kein Betrieb mangels Personal

Anfragen gab es immer wieder. Interessenten musste Sandmann leider enttäuschen. „Wir haben den Veranstaltungsbetrieb erst gar nicht hochgefahren“, erklärt Sandmann. Das bisherige Personal musste sich aufgrund der ausgefallenen Touren andere Jobs suchen. „Das ist genau wie in der Gastronomiebranche“, zieht Sandmann einen Vergleich. „Wir werden also die Personaldecke wieder komplett neu aufbauen müssen.“

Die Kanutouren auf der Lippe werden durch die Corona-Auflagen ausgebremst - aber auch aus anderen Gründen.
Die Kanutouren auf der Lippe werden durch die Corona-Auflagen ausgebremst – aber auch aus anderen Gründen. © Archiv © Archiv

Im Normalfall kann Lippetouristik in einer Saison um die 80 Kanutouren durchführen. „Wir veranstalten nicht nur auf der Lippe Touren, sondern auch auf der Ruhr“, erklärt Sandmann. „Da ist es natürlich auch völlig zusammengebrochen.“

Frühestens zu Ostern kommenden Jahres kann sich Sandmann wieder einen Betrieb vorstellen. Unter anderem hängt das davon ab, ob bis dahin wieder strengere Abstandsregeln gelten. Aber auch die Frage, ob er genug qualifiziertes Personal bekommt, ist eine wesentliche Frage. „Wenn ich keine qualifizierten Mitarbeiter finde, kann ich auch keine Touren anbieten“, fasst er zusammen. „Außerdem muss auch unsere Konzession erneuert werden.“

Auf der Lippe darf man nur in bestimmten Fällen fahren

Die Nutzung der Lippe für den Freizeitsport ist streng geregelt, da der Fluss kein schiffbares Gewässer ist. Motorboote sind generell verboten. Für den Kreis Unna hat die Umweltbehörde zusätzlich das Befahren mit Schlauchbooten, Flößen und ähnlichen Gefährten untersagt – sonst drohen Bußgelder.

Zwischen Selm-Bork und Werne-Stockum und damit auch auf Lüner Stadtgebiet sind Kanufahrten dagegen erlaubt. Dafür muss man sich aber auf der Seite des Kanu-Verbandes NRW anmelden, da abgesehen vom innerstädtischen Bereich von Lünen die Lippe vollständig innerhalb von Naturschutzgebieten liegt. Dort sind zwischen dem 1. April und dem 15. Oktober pro Tag nur 15 Kanus erlaubt.

Verdienst kommt durch anderes Angebot rein

Geld verdient hat Sandmann in der Zwischenzeit durch sein zweites Geschäftsfeld, die Vermietung von Ferienhäusern an unterschiedlichen Orten. Dort läuft es richtig gut. „Es ist alles ausgebucht. Unter Corona hat da nichts gelitten. Davon kann ich zehren“, freut er sich.

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Freier Mitarbeiter
Seit über zehn Jahren als freier Journalist tätig und seit einigen Jahren auch für die Ruhr Nachrichten. Ich schreibe gerne über Menschen und ihre Geschichten.
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Tobias Weskamp