Kaum Verbesserungen für Radfahrer in Lünen

Farradklima-Test

Vor zwei Jahren landete Lünen beim Fahrradklima-Test auf den hinteren Plätzen. Die Umfrage des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC) stellt dar, wie Radfahrer die Situation in ihrer Stadt bewerten. Nun gibt es die Neuauflage der Umfrage – an den bisherigen Kritikpunkten hat sich in Lünen nicht viel verändert.

LÜNEN

von Andrea Schneider

, 04.10.2016, 05:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kaum Verbesserungen für Radfahrer in Lünen

Hinweisschilder an der Schlossmühle Lippholthausen.

Ob Schwachstellen in Lünen verbessert wurden, welche Vorteile die Stadt für Radfahrer bietet und welcher Rankingplatz für den Fahrradklima-Test 2016 erwartet wird, haben wir bei der Stadt und beim ADFC Lünen nachgefragt.

Setzt sich die Stadt Lünen für Radfahrer ein?

Die Stadt Lünen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW, teilt Robert Petrás, Verkehrsplaner der Stadt Lünen, mit. Die Mitgliedschaft in diesem Qualitätsnetzwerk verstehe die Stadt Lünen vor allem als Verpflichtung für die Zukunft, weiter an der Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit zu arbeiten.

Bei dem ADFC-Ranking des Fahrradklima-Tests 2014 rutschte Lünen auf Platz 36 von 100 Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern. 2012 war die Stadt noch auf Platz 18. Wie ordnet die Stadt das Ergebnis ein?

„Es ist schade, dass es mit der Platzierung nach unten ging“, sagt Petrás. Mehr als die genaue Platzierung stehe aber die Stärken- und Schwächen-Analyse im Fokus. Sie zeige, wo die Mängel im Vergleich zu anderen Städten liegen. Die Stadt Lünen könne zu einer Teilnahme am Fahrradklimatest 2016 nur ermuntern, damit die Aussagekraft steige.

Lüner Radfahrer bemängelten unter anderem die schlechten Ampelschaltungen. Wurden diese inzwischen verbessert?

Nein. Leider seien genau die Ampel-Kreuzungen, an denen sich die Hinweise auf lange Wartezeiten häufen, diejenigen, wo die Belastung durch den Kfz-Verkehr hoch ist, so Petrás. Eine hohe Verkehrsbelastung führe aber zu längeren Grünzeiten für den Kfz-Verkehr, sodass Fahrradfahrer länger warten müssen. Die Kreuzung Viktoriastraße und Kurt-Schumacher-Straße sei ein Paradebeispiel für das Dilemma. Daher müsse derzeit der Tipp gegeben werden, die Kreuzung zu umfahren und alternative Routen zu nutzen.

Wie sieht es mit den Mängeln bei der Reinigung der Wege und beim Winterdienst aus? Wurde hier etwas getan?

Hier gebe es Verbesserungspotenzial, teilt Petrás mit. Es sei Aufgabe für die Zukunft, die zuständigen Abteilungen mit genügend Geld zu versorgen, damit zumindest auf den häufig genutzten Wegen ein ausreichender Winterdienst und eine regelmäßige Reinigung sichergestellt werden könne.

Kritik von radelnden Lünern gab es auch hinsichtlich des Leezenpatts: Fußgänger und Radfahrer kommen sich in die Quere und die Wege sind löchrig. Was wurde verbessert?

Im Konkreten wurde nichts verbessert. Wie Petrás mitteilt, seien für die Beseitigung der baulichen Mängel größere Investitionen notwendig. Diese müssen erst genehmigt werden. Außerdem sollen Fußgänger und Radfahrer eigenverantwortlich handeln, da die Straßenverkehrsordnung ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht verlange, so Petrás.

Als positiv wurde zum Beispiel die Erreichbarkeit des Stadtzentrums bewertet. Gibt es noch andere Stärken der Stadt Lünen, die im Test nicht genannt wurden?

„Die Stadtverwaltung und die Politik sind stolz auf ihre Freizeitwege abseits der Straße. Immer wieder gibt es Lob für die grünen Wege – vor allem an der Lippe oder am Datteln-Hamm-Kanal“, erklärt Petrás.

Welchen Rankingplatz für Lünen im Fahrradklimatest erwartet der ADFC für 2016?

Laut Reinhard Koch, Pressesprecher des ADFC Lünen werde die Platzierung nicht „berauschend besser“ ausfallen. Die Frage sei vor allem, ob die Stadt ihre finanziellen Mittel in die Verbesserung des Radverkehrs investieren wolle. Zudem, wenn es um die Baustellen in der Innenstadt geht, nehme die Stadt wenig Rücksicht auf Radfahrer. Es gebe keine eindeutige Beschilderung, die Konflikte mit Fußgängern vermeiden können. Die Stadt schaffe dabei kein harmonisches Bild.

Wie kann man beim Fahrradklima-Test 2016 mitmachen?

Noch bis zum 30. November kann über die Internetseite www.fahrradklimatest.de abgestimmt werden. Mitmachen kann jeder.

Radbegeisterte werden gebeten, die Information zum Fahrradklima-Test weiter zu verbreiten. Das Ergebnis der Umfrage wird umso aussagekräftiger, je mehr Menschen mitmachen. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 vorgestellt.  

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