Das Archivbild zeigt, wie ein Covid-Patient in ein Flugzeug der Bundeswehr auf dem Flughafen Memmingen gebracht wird. Von dort flog der Bundeswehr-Transport zum Flughafen nach Osnabrück. © dpa
Corona-Hilfsflüge der Bundeswehr

Kein Platz für Covid-Patienten aus Bayern im Klinikum Lünen-Werne

Es wird eng auf Deutschlands Intensivstationen. Inzwischen müssen schon Covid-Patienten aus dem einen ins andere Bundesland geflogen werden. Gefragt sind auch die örtlichen Krankenhäuser.

Die Coronalage spitzt sich bundesweit weiter zu, seit vergangenen Freitag (26. November) zählen Hilfseinsätze der Luftwaffe zur Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands zur Normalität – dabei gefragt sind auch die Krankenhäuser vor Ort.

Wie Dr. Berthold Lenfers am Montag (29. November) gegenüber unserer Redaktion sagte, habe es schon Anfragen aus Süddeutschland gegeben, ob das St.-Marien-Hospital (Lünen) oder das St.-Christophoros-Krankenhaus (Werne) Covid-Patienten aufnehmen kann.

Kein freies Intensivbett

„Zum Zeitpunkt der Anfrage hatten wir allerdings kein Intensivbett frei, sodass wir die Anfrage abschlägig beantworten mussten.“

Dr. Berthold Lenfers ist der Leiter des Covid-Koordinationsstabes am Katholischen Klinikum Lünen-Werne, zu dem das St.-Marien-Hospital und das St. Christophorus Krankenhaus gehören.

Wie Lenfers weiter sagte, rechne man mit weiteren Anfragen. Beide Häuser seien darauf eingestellt, Patienten zu übernehmen, „allerdings nur dann, wenn wir freie Intensivkapazitäten haben.

Intensivstationen ausgelastet

Und damit sieht es im Moment nicht so gut aus. Die Intensivstationen seien maximal ausgelastet, sagte Dr. Berthold Lenfers, „denn es gibt weiterhin überwiegend andere Patienten, die einer intensiv-medizinischen Behandlung bedürfen“.

Insgesamt werden im St.-Marien-Krankenhaus und im St.-Christophoros-Krankenhaus 21 Corona-Patienten behandelt (Stand Montagmittag, 29.

November), davon zwei beatmtet auf der Intensivstation des St.-Marien-Hospitals.

Sonderflüge der Bundeswehr

Die Bundeswehr hatte am vergangenen Freitag (26.) Sonderflüge zur Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands aufgenommen. Am Nachmittag waren sechs schwer an Covid-19 erkrankte Patienten an Bord eines Sanitätsflugzeugs der Luftwaffe von Memmingen in Bayern zum Flughafen Münster/Osnabrück gebracht worden, um zur weiteren Behandlung auf verschiedene Kliniken in Nordrhein-Westfalen verteilt zu werden.

Die Bundeswehr half damit erstmals dabei, Krankenhäuser in Regionen mit besonders vielen Corona-Intensivpatienten zu entlasten. Die Luftwaffe stellt dafür zwei Flugzeuge bereit.

Es handelt sich um einen Airbus A310 MedEvac mit sechs Behandlungsplätzen sowie um eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden.

In NRW ist die aktuelle Infektionslage sowie die Situation auf den Intensivstationen derzeit weniger dramatisch als etwa in Bayern.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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