Endlich ist der Bauzaun am Rathausbrunnen verschwunden. Den ganzen Sommer lang war das Wasserspiel abgesperrt. Keime hatten sich breit gemacht. © Goldstein (A)
Absperrung abgebaut

Keine Keime: So sieht es an Wasserspielen in Lüner City ohne Bauzaun aus

Den ganzen Sommer über waren die Wasserspiele am Rathaus und am Tobiaspark abgesperrt. Jetzt ist der Zaun weg, das Wasser wieder keimfrei. Das Vergnügen ist allerdings nur kurz.

Die Saison beginnt für zwei Lüner Wasserspiele gerade noch rechtzeitig, bevor sie dann wieder zuende ist. Weil sich hartnäckige Keime im Brunnenwasser eingenistet hatte, waren die Anlagen am Wasserspielplatz Tobiaspark und am Rathaus den ganzen Sommer über abgesperrt. Mit Drahtzäunen hat die Stadt Lünen verhindert, dass doch mal jemand ans Wasser geht. Das war nach der anderthalb Jahre dauernden Corona-Pause belastet. Der lange Stillstand hatte dazu geführt, dass sich im Inneren des Pumpensystems gesundheitsgefährdende Keime angesammelt hatte. Sie hielten sich hartnäckig.

Als die Stadt die Brunnen nach der Corona-Pause Ende April wieder in Gang setzen wollte, trat das Dilemma auf. Eine Reinigung der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) mit heißen Dampfstrahlern reicht üblicherweise aus, um Keime zu töten. Diesmal allerdings nicht. Es wird vermutet, dass trotz der Leerung des Wassersystems vor dem Winter 2019 noch Feuchtigkeit zurückgeblieben ist. Der wurde während des langen Stillstands zum Nährboden für unliebsame Erreger. Die chemische Analyse zeigte eine zu hohe Keimbelastung.

Konzentration der Desinfektion erhöht

Die blieb auch nach mehreren Desinfektionsrunden, obwohl die Konzentration erhöht wurde. Schließlich kam ein chlorhaltiges Mittel in den kompletten Umlauf. Es wurde zudem eine Typisierung vorgenommen, um die Erreger zielgerichteter bekämpfen zu können. Das hat wohl gewirkt. Inzwischen sind die Anlagen wieder freigeben.

Eine Grundbelastung werde immer bestehen, da die offenen Systeme mit der Umwelt in Kontakt stehen, heißt es seitens der Stadt Lünen auf Anfrage der Redaktion. Die beiden Wasserspiele werden als Kreislaufsysteme betrieben, die lediglich mit Frischwasser nachgefüllt werden. Wasserspiele sind daher kein Trinkwasser. Sie unterliegen nicht der Trinkwasserverordnung.

Auch am Wasserspielplatz Tobiaspark ist der Absperrzaun verschwunden.
Auch am Wasserspielplatz Tobiaspark ist der Absperrzaun verschwunden. © Quiring-Lategahn (A) © Quiring-Lategahn (A)

Die Stadt Lünen prüft derzeit, ob der Austausch oder eine Ergänzung der Wasserbehandlungsanlagen der beiden Sprudler zukünftig das aufgetretene Problem verhindern können.

Zusätzliche Kosten

Die abgesperrten Anlagen waren für die Lüner nicht nur unschön, die Reinigung hat auch Geld gekostet. Allein die Desinfektion durch einen externen Dienstleister schlug am Rathaus-Brunnen mit 1200 Euro und am Tobiaspark mit 1000 Euro zu Buche. Durch Wasseranalysen des Hygiene-Instituts sind Kosten von 2500 Euro angefallen. Die Chlorbleichlauge hat 300 Euro gekostet. Hinzu kommen Rechnungen für die Leistungen der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL).

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn