Mobil in Lünen: Keine neuen Straßen mehr, weniger Autos in Mehr-Personen-Haushalten

SPD-Projektgruppe

Wie kommt Lünen besser voran? Das hat sich die SPD Altlünen gefragt. Die Projektgruppe scheint dabei durchaus radikale Ansätze mit Blick auf Verkehr und Umwelt zu verfolgen.

Nordlünen

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min
Mobil in Lünen: Keine neuen Straßen mehr, weniger Autos in Mehr-Personen-Haushalten

Die fehlende Trennung zwischen Rad- und Fußweg auf der Laakstraße bereitet den Lüner Sozialdemokraten einige Kopfschmerzen. © Blandowski

„Wir haben in Lünen einen Fluss, einen Kanal und eine Bahnlinie. Für den Neubau von Straßen sehe ich keine Möglichkeit. Folglich müssen wir uns um Alternativen kümmern, wie wir gemeinsam einen optimalen Weg finden, für eine bessere und auch umweltfreundliche Mobilität“, erklärte Jens Hebebrand zu Beginn der Veranstaltung.

Breitere Fußwege in den Stadtteilen

Das SPD-Kreistagsmitglied ist Leiter der internen Projektgruppe „Mobilität“ und Sprecher des Ausschusses für Kreisentwicklung und Mobilität.

Aufgrund einer deutlichen Verkehrsüberlastung müsse der Fußgänger wieder im Vordergrund stehen, so Hebebrand. Es müsse wieder Spaß machen, zu Fuß unterwegs zu sein, zumindest für kurze Wegstrecken.

Dabei helfen sollen breiten Fußwege. Derzeit verfügen die Lüner Stadtteile teilweise über zu schmale und nicht eindeutig erkennbare Fußwege. Insbesondere in der Laakstraße seien nach Auffassung der SPD Rad- und Fußwege nicht erkennbar. Dazu sorgen teilweise auf dem Bürgersteig parkende Autos für ein Ärgernis. Die Wehrenboldstraße, mit dem Radweg auf der Fahrbahn, sei dagegen ein gutes Beispiel.

Busverbindung bis nach Bork?

Im Idealfall gibt es eine strikte Trennung zwischen Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. „Dann kommen sich auch keine Verkehrsteilnehmer in die Quere“, so die einheitliche Forderung der Diskussionsteilnehmer.

Beim Thema Radfahrer habe die Stadt durchaus noch Entwicklungspotential. Der Ausbau von Fahrradwegen, gute Verbindungen mit allen Stadtteilen und in die Naherholungsgebiete wären ideal. Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) reichten die Gedankenspiele von Busanbindungen durch die Brusenkamp-Siedlung, nach Bork, in die Gewerbegebiete der Stadt, bis hin zu einer Schaffung eines einfachen Tarifgebiets, verbunden mit einem Jahresticket.

Beschränkung von Autos in Haushalten

„Wir brauchen einfach mehr Geld beziehungsweise Investitionen in die Infrastruktur, beispielsweise für das Schienennetz. Das hat mittlerweile auch die CSU begriffen“, freute sich Jens Hebebrand über den Sinneswandel im Bundesverkehrsministerium. Es dürfe für das Auto kein Scheuklappendenken mehr geben. „Alles muss auf den Prüfstand. Drei Autos in einem Drei-Personen-Haushalt sind einfach nicht mehr haltbar“, so der SPD-Politiker.

Ergebnisse am 16. November

„Wir werden all unsere heute diskutierten Aspekte, Vorschläge und Maßnahmen für eine bessere Mobilität sammeln für unseren Parteitag am 16. November. Dort werden dann auch die Ergebnisse unserer Projektgruppe Mobilität vorgetragen“, erklärte Petra Dreiskämper, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Altlünen. Daraus resultierende mögliche Prüfaufträge nicht ausgeschlossen.

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