Kinder angegriffen: Cineworld muss Vorführung von „Sonic - The Hedgehog“ unterbrechen

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Das werden einige Viertklässler nicht so schnell vergessen. Eine Kinovorstellung musste abgebrochen werden, weil sich zwei erwachsene Zuschauer genervt fühlten und handgreiflich wurden.

Lünen

, 27.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich war „Sonic - the Hedgehog“ ein Computerspiel. Mittlerweile hat es der titelgebende rasende Igel auf die Kinoleinwand geschafft. Eine Altersfreigabe gibt es nicht, denn der Film ist für Familien mit Kindern gedacht. Eigentlich.

Doch Sonic, der 1991 geschaffen wurde, hat aufgrund seiner Videospiel-Vergangenheit auch viele erwachsene Fans. Und auch die wollen den Film sehen, so wie zwei Mittzwanziger neulich in der Cineworld Lünen.

Was Theaterleiter Max Biela dann erzählt, macht ein Stück weit fassungslos: Während der Vorstellung von „Sonic - The Hedgehog“ baten ihn seine Kollegen plötzlich, die Vorführung zu unterbrechen. „Sie sagten, Kinder seien im Kinosaal angegriffen worden.“

Popcornbecher über den Kopf gestülpt

Biela unterbrach den Film und lief in den Saal. Die beiden Männer gaben an, dass sie Sonic-Fans wären und sich seit Wochen auf den Film gefreut hätten. „Und nun fühlten sich die beiden durch fünf Zehnjährige genervt, die Popcorn aßen und nach Meinung der beiden jungen Männer den Film störten.“ Wohlgemerkt einen Film, der auch für Kinder gedacht ist.

Einer der beiden Mittzwanziger habe daraufhin den großen Popcornbecher der Kinder genommen und ihn einem der Jungs über den Kopf gestülpt. Daraufhin griffen die Eltern der Kinder ein, was schließlich zur Unterbrechung führte. Sogar die Polizei wurde alarmiert - die Eltern wollten Anzeige gegen die jungen Männer erstatten. Ob sie das tatsächlich auch gemacht haben, ist nicht bekannt.

Happy-End für Sonic und die Kinder

Was hingegen bekannt ist: Dass am nächsten Morgen in der Klasse der Leoschule, die die Jungs gemeinsam besuchten, zunächst nicht an normalen Unterricht zu denken war. „Die Kinder waren ziemlich aufgewühlt“, so Klassenlehrerin Claudia Varga. Sie erzählten von dem Vorfall, es flossen auch Tränen. „Nicht nur, weil die Kinder den Film, auf den sie sich gefreut hatten, nicht zu Ende sehen konnten.“

Aber am Mittwoch (26.2.) war die gute Laune bei den fünf Kindern wieder hergestellt. Im Rahmen des Projekts „Schulticker“ der Ruhr Nachrichten war die Klasse zu Gast in der Cineworld und schaute nicht nur hinter die Kulissen des Lüner Kinos: Die Kinder durften sich auch einen Film aussuchen, den sie nach den Führungen gemeinsam anschauten.

Die Wahl der Klasse fiel eindeutig aus: „Sonic - the Hedgehog“. „Jetzt können wir den Film endlich zu Ende sehen“, freute sich einer der Jungs. „Lassie“ oder „Die Heinzels“ hatten keine Chance bei der Wahl.

25 bis 30 Säcke Popcorn an einem Blockbuster-Tag

Zuvor stellten die Kinder viele Fragen an die Cineworld-Mitarbeiter. Und erfuhren, dass die sechs Kinosäle insgesamt 899 Plätze haben. Sabine Ridder und Miriam Scott erklärten den Kindern, wie in der Popcorn-Küche, in der 3D-Brillen-Waschanlage und hinter der Theke gearbeitet wird. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass schon mal täglich 25 bis 30 Säcke Popcorn von den Kinobesuchern konsumiert werden.

Max Biela, Assistent der Geschäftsführung, erklärte den Schülern das Kassensystem.

Max Biela, Assistent der Geschäftsführung, erklärte den Schülern das Kassensystem. © Beate Rottgardt

Max Biela zeigte den Schülern, wie das Kassensystem funktioniert, und Adam Stolocki begleitete sie in den Vorführraum. „Dienstags wird hier alles für die kommende Kinowoche programmiert, denn die Filme kommen auf Festplatte oder übers Internet in die Cineworld.“

Er hatte aber auch eine Filmrolle aus „alten Zeiten“ dabei, die seit etwa zehn Jahren vorbei sind. Die Kinder staunten und schauten genauer hin, was da auf den einzelnen Bildern zu sehen war.

Ihr Wunschfilm „Sonic“ wurde natürlich digital auf die Leinwand gebracht. Den blauen Trick-Igel erlebten die Kinder mit Popcorn und Apfelschorle als Schulticker-Vorstellung nur für ihre Klasse. Und das ganz bis zum Schluss des Films.

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