Kita-Platz-Mangel in Lünen: Helfen Kinderstuben?

Vorschlag der Grünen

Im Zuge der Diskussion um fehlende Kita-Plätze in Lünen regt die Grünen-Fraktion die Einrichtung von "Kinderstuben" an. Über das besonderes wohnortnahe Betreuungsangebot für Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren will der Jugendhilfe-Ausschuss im November konkreter sprechen. Vorbild ist die große Nachbarstadt.

LÜNEN

, 27.09.2017, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kita-Platz-Mangel in Lünen: Helfen Kinderstuben?

Die Idee der "Kinderstuben", der Betreuung von neun Kindern bis vier Jahre von drei Fachkräften, ist in Dortmund entwickelt und mit einem Preis ausgezeichnet worden. Kinderstuben können sich die Grünen auch in Lünen vorstellen.

Kinderstuben sind wohnortnahe Angebote für Kinder unter vier Jahren. In angemieteten Wohnung betreuen drei Fachkräfte neun Kinder. Vorbild ist Dortmund mit bereits neun Kinderstuben.

Im Zuge der Diskussion um fehlende Kita-Plätze regten die Grünen das Projekt am Dienstag im Jugendhilfe-Ausschuss an. „Für Kinderstuben muss nicht neu gebaut werden. Man kann flexibel auf Bedarf reagieren“, so Gabriele Schimanski (Grüne).

Denn die Stadt ist in Zugzwang. Weil es mehr Kinder gibt, müssen schnell zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden.  In diesem Kita-Jahr werden bereits 182 Kinder in Notgruppen oder überbelegten Gruppen versorgt.

Mehr Geburten, mehr Zuzüge und ein Trend bei jungen Familien, ihre Kinder frühzeitiger in die Kita zu geben, machen die neue Planung notwendig. Bis 2030 hat die Stadt jetzt die fehlenden Plätze berechnet. Der Ausschuss nahm das Zahlenwerk einstimmig an.

Planer gehen von 136 fehlenden Plätzen

Die Entwicklung wertete Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß als „erfreuliche Nachricht“. Kita-Betreuung sei ein pädagogischer Nutzen und ermögliche Eltern die Berufstätigkeit. Doch auch im kommenden Kita-Jahr werde der Bedarf nur durch Überbelegung und Übergangsgruppen sichergestellt werden können.

Die Planer gehen von 136 fehlenden Plätzen aus, 104 für über Dreijährige und 32 für unter Dreijährige. Eine Dauerlösung muss her. Bedarf wird es weiterhin im Kita-Jahr 2019/2020 geben: 191 zusätzliche Plätze sind nötig, 155 für über Dreijährige und 36 für unter Dreijährige.

Neubauten sind nötig

Zusatzgruppen gibt es derzeit bei der Elterninitiative Kinderhaus im Gebäude am St.-Marien-Hospital und in einer Wohnung am Altern Kirchweg, die aber nach einem Jahr abgebaut werden muss. Die städtischen Kitas Rudolph-Nagell-Straße und Steinstraße haben jeweils eine Gruppe zusätzlich eingerichtet. Eine weitere soll bei der AWO-Waldhöhe in diesem Jahr ans Netz gehen.

Dennoch sind Neubauten nötig: Geplant ist ein Anbau für zwei Gruppen am DRK-Kindergarten Baukelweg. Die evangelischen Kita an der Kreisstraße stellt in diesem Jahr Räume für eine weitere Gruppe fertig. An der Bahnstraße in Lünen-Süd soll ein Neubau für drei Gruppen entstehen. Die Stadt ist noch auf der Suche nach einem Träger.

Vorbereitet würden Neubauten für eine Drei-Gruppen-Kita der Elterninitiative Kinderhaus am Alten Kirchweg und baugleich für ebenfalls 75 Kinder an der Rudolph-Nagell-Straße, die von der Elterninitiative „Kleiner Kreisel“ betrieben wird.

"Loslegen, um Kapazitäten zu schaffen"

Doch das reicht immer noch nicht: Bis 2030, so die Prognose der Stadt, müssen neue Kitas mit zwölf Gruppen geschaffen werden: Vier Gruppen mit 75 Plätzen in Brambauer, fünf Gruppen mit 90 Plätzen im Norden und drei mit 55 Plätzen im Süden.

„Wir müssen loslegen, um Kapazitäten zu schaffen“, erklärte Fachdezernent Ludger Trepper. In diesem Jahr stünden noch Zuschüsse von 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel müssten bis Ende 2017 beantragt und bis 2020 verbaut werden.

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