KitaPlus vor dem Aus: Randzeiten-Betreuung für Lüner Kinder auf der Kippe

rnRat entscheidet

Das Angebot war beliebt und teilweise bitter nötig: Sechs Lüner Kitas betreuten Kinder im Zeitraum zwischen 6 und 20 Uhr. Möglich war das durch Fördergelder. Die laufen Ende 2019 aus.

Lünen

, 11.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im laufenden Kitajahr nehmen 64 Kinder an den erweiterten Öffnungszeiten von sechs städtischen Lüner Kitas teil. Dort kann der Nachwuchs in einem Zeitraum zwischen 6 und 20 Uhr betreut werden. Zum 1.1.2020 laufen allerdings die Fördergelder des Bundesprogramms KitaPlus aus. Der Rat wird am Donnerstag (12.12.) entscheiden, wie es danach weitergeht.

Stadt soll erstmal zahlen

Der Haupt- und Finanzausschuss hatte zuvor einstimmig folgendes empfohlen: Bis Ende des Kitajahrs im Sommer soll diese Betreuung weiter gewährleistet werden - auf Kosten der Stadt. Dann allerdings nicht mehr in sechs, sondern nur noch in vier städtischen Kitas, dort könne der Bedarf gedeckt werden.

Das ist erst einmal eine gute Nachricht, für die vielen Eltern, die diese Art der Betreuung brauchen. Das trifft vor allem die Lüner, die im Schichtdienst arbeiten, zum Beispiel im Krankenhaus. Die normalen Betreuungszeiten der Kitas reichen dort vielfach nicht aus.

Finanzierung eine „absolute Ausnahme“

Dass die Fördergelder versiegen werden, war laut Stadtsprecher Benedikt Spangardt seit Januar 2019 schon bekannt. „Das ist den anmeldenden Eltern auch kommuniziert worden“, sagt er. Die Entscheidung über eine mögliche Fortführung fällt in der Ratssitzung jetzt zum spätmöglichsten Zeitpunkt. „Die Entscheidung (...) musste geschoben werden, da angesichts der Situation der Stadt Lünen (Überschuldung) erst abgewartet werden musste, ob für die Finanzierung einer zusätzlichen freiwilligen Aufgabe überhaupt genügend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen“, sagt Spangardt. Dass die Stadt, wenn der Rat den Daumen hebt, jetzt selbst einspringen wird, sei eine „absolute Ausnahme“ in der derzeitigen Haushaltssituation. Das Angebot aufrecht zu erhalten, kostet die Stadt immerhin rund 263.000 Euro.

Neue Fördermittel oder neue Struktur

Unklar ist weiterhin, wie es im neuen Kitajahr ab Sommer 2020 weiter geht.

Die Stadt wird laut Vorlage prüfen, ob ein Fördertopf des Landes möglicherweise weiterhilft. Als zusätzliche Möglichkeit solle geprüft werden, ob Tagespflegepersonen in den Randzeiten einspringen können.

Das jedoch würde deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, weil für viele Tagesmütter und -väter die Arbeit in einer Kita nicht sonderlich attraktiv ist und auch Eltern erst überzeugt werden müssten.

Klar ist hingegen: Das Programm KitaPlus ist bei den Eltern gut angekommen, das hat die Stadt in einer Umfrage erfahren. Es spielt für sie eine große Rolle bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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