Klimaschutz: Liga will Lünern zeigen, was jeder Einzelne tun kann

rnFolgen von Corona

Die Folgen der Corona-Pandemie beschäftigen auch die Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga). Auch Lünen könne dazu beitragen, um die Herausforderungen zu meistern.

Lünen

, 14.11.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit die Welt in Atem hält. Es gibt neben ihr auch noch weitere große Themen, mit denen sich die Menschen auseinander setzen sollten. Davon sind Dr. Ulrich Weber, Dr. Katrin Stückrath und Joachim Blome von der Liga überzeugt. Die Lüner Initiative gegen globale Armut sagt, dass es derzeit vier Krisen und Bedrohungen weltweit gibt, bei denen auch Lünen einen kleinen Beitrag leisten kann, um sie ins Bewusstsein zu rücken.

„Neben der Corona-Pandemie sind es die Klima-Erhitzung, das Artensterben und die Spaltung der Welt in Arm und Reich“, sagt Weber. Dass es langsam fünf vor zwölf ist, zeige sich in der Arktis und Antarktis und auch beim Regenwald - diese Bereiche der Erde stehen auf der Kippe. Weber: „Leider bleibt die Politik derzeit weit zurück, was die Wissenschaft für notwendig erachtet, um die katastrophalen Auswirkungen zu verhindern.“

„Klimatag“ für Juni 2021 in Lünen geplant

Auch wenn die Heimatregionen von Eisbär und Pinguin und die Regenwälder weit weg sind - die Auswirkungen werden auch Deutschland treffen. Deshalb möchte die Liga diese Themen in die Lüner Stadtgesellschaft einbringen. „Wir arbeiten an einem Klimatag, der eigentlich im September geplant war, aber wegen Corona verschoben werden musste“, so Katrin Stückrath. Nun soll er am 10. Juni 2021 stattfinden.

Im Hansesaal ist dann ein großer „Marktplatz“ zum Thema Klima geplant. Dort will man Schüler und engagierte Gruppen miteinander ins Gespräch bringen. Zum Abschluss ist dann ein Podium vorgesehen, auf dem die Themen Konsum und Ernährung, klimafreundliche und nachhaltige Stadtgestaltung diskutiert werden.

Dass man auch Unterstützung durch die Stadt Lünen erfährt, freut die Liga-Vertreter. So gibt es inzwischen bei der Stadtplanung eine volle Stelle (für die Dauer von zwei Jahren) im Bereich Klimaschutz und eine weitere unbefristete halbe Stelle im Bereich Nachhaltigkeit.

Die Liga will in Lünen etwas tun - was das sein kann, erklären Dr. Katrin Stückrath (l.), Dr. Ulrich Weber (r.) und Joachim Blome (2.v.l.) hier vor Corona bei einer Vorstellung einer Info-Broschüre mit Mitstreitern.

Die Liga will in Lünen etwas tun - was das sein kann, erklären Dr. Katrin Stückrath (l.), Dr. Ulrich Weber (r.) und Joachim Blome (2.v.l.) hier vor Corona bei einer Vorstellung einer Info-Broschüre mit Mitstreitern. © liga

Weiter intensivieren wolle man, so Katrin Stückrath, die Zusammenarbeit mit den Lüner Schulen. „Wir haben einen Arbeitskreis für Lehrer ins Leben gerufen, der aber bisher wegen Corona noch nicht tagen konnte“, so die evangelische Pfarrerin.

Bürgermeister bei Klima-Zielen beim Wort nehmen

Bei Veranstaltungen vor der Bürgermeisterwahl stellte die Liga die Frage, wann Lünen das Ziel Klimaneutralität erreichen wolle. Weber: „Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns hat das Jahr 2035 dafür genannt. Das war für uns eine Steilvorlage. Wir werden nachhaken, mit welchem Konzept er erreichen will, dass der Treibhausgas-Ausstoß auf ein Niveau nahe Null gesenkt werden kann.“

Auch vor den Bundestagswahlen im Herbst 2021 wolle man die heimischen Kandidaten befragen, wie sie es schaffen wollen, die Treibhausgase zu reduzieren.

Im Hinblick auf Corona sagt Weber: „Es gibt ein aktuelles Gutachten des Weltbiodiversitätsrats, in dem steht, dass wir bald wesentlich öfter Pandemien erleben werden, die sich noch schneller verbreiten und noch tödlicher sind als Covid 19. Wenn wir uns davor schützen wollen, müssen wir auch den Arten- und Naturschutz ganz nach vorn stellen.“

Verhaltensänderung bei jedem Einzelnen

Solche globalen Themen auf die eigene Stadt herunterbrechen, das sieht Joachim Blome als ein wichtiges Ziel der Liga. „Wir müssen an die Lüner herankommen. Eine Verhaltensänderung ist wichtig. Wir reden seit zehn Jahren davon, dass man weniger Fleisch essen sollte, weil 30 Prozent der CO2-Belastung durch Fleischkonsum verursacht wird.“ Die Lüner zu informieren, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sieht er als langfristige Aufgabe. Darum wird auch die Website der Liga gerade umgebaut.

Weber: „Wir müssen lernen, dass wir auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen leben. Dafür muss die Politik jetzt den richtigen Rahmen setzen.“

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