Klimawandel: Dieser Strom versorgt städtische Gebäude in Lünen

rnEnergie

Ökostrom ist bei Kunden in Lünen ein Thema, laut Stadtwerken mehr noch bei Gewerbekunden. Für städtische Gebäude hatten die Grünen jetzt Ökostrom beantragt. Die Reaktion war überraschend.

Lünen

, 18.10.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stromverbrauch in städtischen Gebäuden lag im vergangenen Jahr bei 4 Millionen Kilowattstunden (kWh). Für die Grünen ein Ansatz, auf hundertprozentig zertifizierten Ökostrom zu setzen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 1. Oktober haben sie den Antrag gestellt, die Verwaltung sollte ein entsprechendes Angebot bei den Stadtwerken einholen. Das allerdings lief ins Leere, denn seit Januar diesen Jahres wurde bereits umgestellt: Alle städtischen Gebäude werden mit zertifiziertem Ökostrom beliefert. Die Zertifizierung gilt zunächst für vier Jahre, wie Stadtwerke-Sprecherin Jasmin Teuteberg auf Anfrage der Redaktion mitteilt.

Bei dem Strom handelt es sich um „Ökostrom RE“. Laut Stadtwerke sei das ein Produkt, „das aus norwegischen und besonders nachhaltigen Wasserkraftanlagen stammt“. Es sei durch die KlimaInvest und den TÜV Nord zertifiziert und erfülle gesetzliche und moderne Umweltstandards. Die Anlagen seien mit großer Rücksicht auf Natur, Umwelt und landwirtschaftliche Belange errichtet worden.

Ampeln und Straßenlaternen

Nicht nur städtische Gebäude, auch alle Gebäude und Anlagen der Stadtwerke inklusive der Lüner Ampelanlagen und Straßenbeleuchtung würden mit Ökostrom gespeist, wie die Stadtwerke in der Antwort auf die Anfrage der Redaktion erklären. Der Verbrauch der 79 Anlagen und Gebäude der Stadtwerke liege jährlich bei knapp 3 Millionen kWh. Durch die Umstellung auf Ökostrom „können innerhalb von vier Jahren bis zu 5.084 Tonnen Co2 vermieden werden.“

„Ökostrom RE“ steht für regionales Investment. Die Stadtwerke verpflichten sich, mit 250 Euro pro Gigawattstunde (GWh) den Ausbau von erneuerbaren Energien oder Klimaschutzprojekte in ihrem Liefergebiet zu fördern. Konkret fließt das Geld in den von den Stadtwerken betriebenen Ausbau der Elektrolade-Infrasturktur in Lünen oder auch das Projekt SWL-EnergieBiene. Damit werden Blühflächen geschaffen, um die Artenvielfalt zu fördern.

Gewerbekunden setzen eher auf Ökostrom

Der Gedanke des Umweltschutzes sei bei den Kunden durchaus verankert, teilen die Stadtwerke mit. Allerdings sei zu beobachteten, dass beim tariflichen Ökostrombezug eher Gewerbekunden auf reinen Ökostrom setzten als Privatkunden. Das könne daran liegen, dass der reine Ökostrom (SWL Strom Grün, der dem Ökostrom RE entspricht) gegenüber Sondertarifen leicht teurer ist. Die Stadtwerke nehmen als Beispiel den Tarif Pro City: Bei einem Haushalt mit 2.500 kWh wären es 12,50 Euro brutto pro Jahr mehr. Im Vergleich zum Grundtarif sei Lünen Strom Grün jedoch mit 40 Euro brutto pro Jahr günstiger.

Jetzt lesen

Grünstromanteil von 55 Prozent

Allerdings fließe in den Energieträgermix der Stadtwerke bereits ein Grünstromanteil von 55 Prozent ein. Der Energieversorger betreibt 32 Photovoltaikanlagen. Nimmt man den Strom des Windrads und der Biogasanlage hinzu, könnten 14.000 Haushalte in Lünen mit Grünstrom versorgt werden. Dazu käme noch der Ökostrom der Windparks in Norddeutschland. „Dass uns das Thema Klima- und Umweltschutz sehr wichtig ist, spiegelt sich auch in angelagerten Projekten wider wie der Passivbauweise beim Lippe Bad und den Sporthallen, Kitas und Mensen im Passivhausstandard“, teilen die Stadtwerke mit.

Fuhrpark mit Elektroautos

Das Energieunternehmen will künftig einen Schritt weitergehen: Es sei geplant, auch die Stadtwerke-Töchter wie Stadthafen, Bäder und Biogasanlage auf zertifizierten Ökostrom umzustellen. Für den Fuhrpark würden mehr und mehr Elektroautos angeschafft, die über die Stromtankstellen auf dem Betriebsgelände mit Ökostrom geladen werden. Dadurch werde die Nutzung von Ökostrom weiter steigen.

Lesen Sie jetzt