Klinikum Lünen-Werne hat Tal durchschritten und plant Investition in modernste Medizin

rnNeujahrsempfang

Viele Projekte zeigen Wirkung. Schrieb das Katholische Klinikum Lünen-Werne 2018 und 2017 ein Minus, schließt 2019 mit schwarzen Zahlen ab. Eine Investition in modernste Medizin ist geplant.

Lünen

, 01.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man sei „deutlich aus dem Tal `raus“, erklärte Clemens Galuschka, Vorsitzender der Geschäftsführung des Katholischen Klinikums Lünen-Werne (KKLW), am Rande des Neujahrsempfangs am Freitagabend (31.1.). Zum KKLW gehören das St.-Marien-Hospital Lünen und das St.-Christophorus-Krankenhaus Werne.

2018 lag das Defizit des Krankenhausverbundes bei über einer Million Euro, im Jahr davor betrug das Minus fast zwei Millionen Euro. Man habe durch viele Veränderungen das Ergebnis drehen können und schreibe jetzt eine kleine schwarze Zahl, so Galuschka.

Acht Millionen Euro für „Interventionszentrum“

Derweil wird weiter an Zukunftsprojekten gearbeitet. Ein „interdisziplinäres Interventionszentrum“ soll für acht Millionen Euro im Sommer kommenden Jahres in Lünen an den Start gehen. Kardiologen und Neuroradiologen werden in den Räumen der alten Apotheke mit modernsten Geräten arbeiten können. Statt bisher zwei soll es dann vier Herzkatheterlabore geben, zwei davon mit OP-Standard.

Prof. Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie, sprach von rasantem technischen Fortschritt. Er freue sich, von einem Fiat 500 auf einen Mercedes umsteigen zu dürfen. Während heute 2500 Herzkatheteruntersuchungen im Jahr durchgeführt würden, könnten es dann bis zu 3500 sein. Auch die Behandlung von Schlaganfallpatienten profitiere. Was Kliniken in Dortmund, Bochum oder Essen anbieten, sei dann auch in Lünen möglich.

Eine „historische Nacht“ nannte Pfarrdechant Jürgen Schäfer, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, den 31. Januar. England verlasse die EU, die beiden Krankenhäuser wollten das Gegenteil: Man sei auf dem Weg, eine Einheit zu werden. Dabei sei noch einiges zu tun. Doch auch die Beziehung zur Lukas-Gesellschaft in Dortmund sei „ein guter und richtiger Weg.“

Sparen ohne betriebsbedingte Kündigungen

Das Krankenhausgeschäft sei nicht immer einfach. 30 Stellen wurden gestrichen. Das Versprechen, in der Konsolidierungsphase keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, sei eingehalten worden. An der Parkplatzbewirtschaftung am St.-Christophorus-Krankenhaus (SCK) in Werne hätten sich die Geister geschieden. Schäfer nannte Einnahmen von 200.000 Euro, die dadurch der Versorgung der Patienten zugute käme. Das sei „wirklich gut“.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Karl Schürmann sprach von einer Weiterentwicklung. Im vergangenen Jahr seien 1.629 Patienten mehr in beiden Häusern behandelt worden. Während 2018 114.720 Menschen ambulant und stationär versorgt wurden, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 116.349. Eine Patientin sei so zufrieden gewesen, dass sie dem Krankenhaus 100.000 Euro gespendet habe. In einem gemeinsamen Projekt mit der Lukas-Gesellschaft wolle man die Verweildauer der Patienten optimieren.

Klinikum Lünen-Werne hat Tal durchschritten und plant Investition in modernste Medizin

Clemens Galuschka (l.), Vorsitzender der Geschäftsführung, und Geschäftsführer Axel Weinand verfolgen die Reden beim Neujahrsempfang. © Quiring-Lategahn

Schürmann ging auf die erfolgreiche Zentralisierung der Notaufnahme in Werne ein. Durch Umbau der Funktionsräume und Neuorganisation der Abläufe sei die Behandlung der Notfallpatienten optimiert worden. Standortleiter Ludger Risse sprach von sechs modern eingerichteten Räumen für die Aufnahme internistischer und chirurgischer Patienten. Das werde gut angenommen.

Werne solle als Krankenhaus der planbaren Knochenchirurgie im Bereich der Knie- und Hüftprothetik sowie in der Wirbelsäulenchirurgie weiterentwickelt werden, erklärte Schürmann. Gleichzeitig wolle man die aktumedizinische Versorgung auf hohem Niveau erhalten.

Besonderer Dank galt der Feuerwehr Lünen und ihrem Chef Rainer Ashoff für die gute Zusammenarbeit. Ein Kurzfilm über die Brandschutzübung am Marienhospital, gedreht von Nils Lenfers, dokumentierte den Einsatz der Feuerwehr, aber auch der engagierten Mitarbeiter.

Klinikum Lünen-Werne hat Tal durchschritten und plant Investition in modernste Medizin

Für 25 und 40 Jahre Treue wurden die Jubilare des Katholischen Klinikums Lünen-Werne geehrt. © Quiring-Lategahn

Für 25 und 40 Jahre im Dienst des KKWL überreichte die Geschäftsleitung den Jubilaren Blumen.

Das St.-Marien-Hospital hat 589 Betten und rund 1300 Beschäftigte. Es versorgt jährlich etwa 24.000 stationäre Patienten. Das St.-Christophorus-Krankenhaus hat 241 Betten und rund 500 Beschäftigte. Es versorgt jährlich etwa 10.500 stationäre Patienten.
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