Kostbare Erinnerungen statt schwarzes Gold

Minister Achenbach

1992 stillgelegt, fördert die Schachtanlage Minister Achenbach kein schwarzes Gold mehr, wohl aber kostbare Erinnerungen in den Herzen derer, die hier ihr Brot verdient haben. Wolfgang Schubert hat der Zeche im Internet ein vielbesuchtes Denkmal gesetzt.

LÜNEN

von Von Karl-Heinz Knepper

, 26.07.2007, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kostbare Erinnerungen statt schwarzes Gold

Wolfgang Schubert (r.) mit dem Motiv seiner Homepage Minister Achenbach.

Diesen „Tratsch im virtuellen Treppenhaus“ nutzen emsig frühere Kumpels und zeichnen dabei einen Radius von erstaunlicher Größe auf. Aus Duisburg, Essen und anderen Städten melden sich sogar ehemalige Achenbacher. „Die alten Kumpels laden sich die Fotos herunter, lesen in der Zechen-Chronik oder wollen einfach alte Anekdötchen loswerden“: Wolfgang Schubert sprudelt vor Nostalgie. Die magische Zahl von 10 000 Seitenaufrufen auf den Lippen, spannt sich verschmitzte Genugtuung über sei Gesicht. „Die Homepage www.minister-achenbach.de habe ich Ende 2005 aufgebaut. Seitdem bin ich wie ein Wilder am Einsammeln von alten Fotos und Aufzeichnungen, die die Geschichte der Zeche spiegeln“, sagt Schubert.Alte Kumpels Der 48-Jährige, der von 1979 bis 1990 auf Achenbach war, schwitzt heute auf der Zeche Auguste Viktoria um Kohle. Sein Achenbach-Internet-Auftritt hat dank der ca. 200 Fotos, die meisten davon untertage geschossen, die prickelnde Authentizität einer zwar vergangenen, aber in den Herzen der Bergleute unversehrt gebliebenen Ära: Bergbau-Ära eben. „Klar kommen da sentimentale Gefühle auf, wenn man sich im Internet über die alten Zeiten austauscht, aber es geht mir darum, die Erinnerung an die Zeche wach zu halten“, sagt Schubert .Und im Netz? Da glüht´s vor Resonanz. Brummt es vor Echo. Die alte Kollegialität, die das Arbeitsklima im Bergbau, vor allem das untertägige, für die Außenwelt fast schon legendär erscheinen ließ, erhebt hier ihre Stimme wieder. Wilfried K. aus Bochum schreibt: „Hallo, Wolfgang, habe mir gerade die Bilder vom Seilablegen angeschaut. Einfach super. Wie Deine ganze Homepage.“ Und Dieter Schulze aus Duisburg findet: „Ich war selbst 29 Jahre in der Grubenwehr. Bei den Truppführer-Lehrgängen habe ich etliche Kameraden von Achenbach kennen gelernt. Super, deine Bilder.“ Schubert atmetet, wie die meisten Bergleute, den gewerkschaftlichen Sauerstoff der IGBCE, deren Mitglied er seit Jahrzehnten ist. „Darum werde ich auch beim Sommerfest der Ortsgruppe Brambauer am 8. September mein Fotostrecke über Achenbach zeigen.“ Auf einen Knüller und die zu erwartenden „Ahas“ der Besucher freut sich Wolfgang Schubert jetzt schon: Eine 5 mal 2,50 m große Reproduktion. Aufgenommen in der Achenbach-Untertage-Welt einer versunkenen Epoche

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