In Förderschulen für geistige Entwicklung besuchen nur neun bis zehn Kinder und Jugendliche eine Klasse, um entsprechend gefördert werden zu können. © picture alliance / dpa
Förderschule

Kreistag entscheidet Anfang Oktober über neuen Schul-Standort in Lünen

Eine neue, moderne Förderschule für geistige Entwicklung soll in Lünen gebaut werden. Wo die Schule, die vor allem Schüler aus Lünen und Selm besuchen, gebaut wird, entscheidet sich bald.

Derzeit gibt es im Kreis Unna zwei Förderschulen für geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Schule in Holzwickede hat etwa 160 Schüler, die zweite in Bergkamen-Heil über 300 Schüler. Da außerdem das Gebäude in Heil sehr marode ist und das Bauamt des Kreises Unna festgestellt hat, dass man dort wohl am besten die halbe Schule neu bauen und den Rest sanieren müsse, beschloss der Kreistag, dass eine neue Schule an einem dritten Standort gebaut werden soll.

Dieser dritte Standort ist Lünen. Dazu sagt Kreis-Pressesprecher Volker Meier auf Anfrage: „Der Suchraum für diesen Standort ist bereits in einer früheren Sitzung auf die Stadt Lünen eingegrenzt worden.“ Nun hat die Stadt dem Kreis mehrere Vorschläge für den Standort eines Schul-Neubaus gemacht. Der Kreistag wird sich voraussichtlich in seiner Sitzung Anfang Oktober abschließend mit dem Standort befassen und entscheiden, wo gebaut werden soll.

Kürzere Schulwege

Wenn die neue Schule dann fertig ist, werden alle drei Förderschulen für geistige Entwicklung in etwa die gleichen Schülerzahlen haben. „Aus Lünen besuchen über 90 Schüler die Schule in Heil, aus Selm 45.

Deshalb macht es auch Sinn, den neuen Standort in Lünen zu bauen“, sagt Kunibert Kampmann, langjähriger Leiter des Förderzentrums Nord und für die GFL Mitglied im Kreis-Schulausschuss, auf Anfrage. Für die Schüler aus Lünen und Selm bedeute der Neubau kürzere Wege zur Schule.

Das Gebäude in Bergkamen-Heil stammt aus der Zeit, als Inklusion noch kein großes Thema war und liegt deshalb am Rande der Gemeinde. Mittlerweile ist jedoch erkannt worden, dass es wichtig ist, die Förderschüler mitten in der Stadt zu unterrichten. Kampmann: „Die Schulen sollen lebenspraktische Bildungseinrichtungen sein. Man muss so nicht jedes Mal einen Bus chartern, wenn die Kinder und Jugendlichen in die Stadt oder den Stadtteil gehen sollen.“ Offenbar ist Lünen-Süd der bevorzugte Standort für den Neubau.

Viele Klassenräume und Hallenbad

Der neue Förderschul-Standort hat einen höheren Flächenbedarf, erläutert Kampmann. Aus mehreren Gründen. Zum einen handelt es sich um eine Ganztagsschule, es wird also auch Raum für die Mittagszeit benötigt. Außerdem besuchen nur neun bis zehn Schüler eine Klasse, so dass es auch entsprechend viele Klassenräume geben wird. Zudem besitzen die beiden bisherigen Standorte jeweils ein Hallenbad, ein solches soll auch am neuen, dritten Standort in Lünen gebaut werden.

Kampmann: „Angesichts der leidigen Schwimmbad-Situation in Lünen wäre es natürlich gut, wenn sich Kreis und Stadt verständigen würden und das Bad – wenn der Schulbetrieb beendet ist – dann auch der Öffentlichkeit im südlichen Lünen zur Verfügung stehen könnte.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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