Künstler aus Lünen enttäuscht: Keine Berliner Mauer auf dem Europaplatz

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Der Europaplatz bekommt ein eigenes Kunstwerk - eine „Europa-Schlaufe“. Die Jury entschied sich damit für einen Vorschlag aus Berlin - sehr zur Enttäuschung des Lüner Künstlers Michael Nolte.

Lünen

, 26.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Vorschläge waren in die engere Auswahl für ein Kunstwerk auf dem Europaplatz gleich neben dem Rathaus gekommen. Am Ende machte die leuchtende „Europa-Schlaufe“ des Berliner Künstlers Jan-Peter E. R. Sonntag das Rennen. Details seien am Ende ausschlaggebend gewesen, hieß es.

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Nicht in die Endrunde kam der Vorschlag des Lüner Künstlers Michael Nolte. „Ich hatte schon früh Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns angesprochen und ihm von meiner Idee erzählt, den Europaplatz durch ein Kunstwerk aufzuwerten.“ Bekanntlich arbeitet Nolte viel mit Thomas Schlüchter und dessen Firma Immoweb zusammen. Schlüchter hat sich auf den Kauf von Elementen der Berliner Mauer spezialisiert und vertreibt diese mittlerweile in der ganzen Welt. Zuletzt wurden zwei Mauerstücke im Lensing Carrée in Dortmund aufgestellt. Gestaltet hat sie Michael Nolte.

Wenig überraschend also, dass auch Noltes Idee für den Europaplatz mit der Mauer zusammenhängt. „Ein Mauerstück hätte sicher gut zum Europaplatz gepasst“, glaubt er. Thomas Schlüchter hatte in der Vergangenheit betont, dass die Mauer im Ausland eine höhere Wertschätzung erfährt als in Deutschland: „Sie gilt dort, vor allem in den USA, auch als Symbol für den Sieg über den Kommunismus.“

Keine Rückmeldung vom Kunstverein

Laut Nolte gibt es bereits einen neuen Mauer-Auftrag aus Kalifornien: „Überall in der Welt stehen Mauerstücke. Nur in meiner Heimatstadt finde ich keins, obwohl gleich zwei Lüner sich sehr intensiv damit beschäftigen.“ Wobei es bald wieder neue Mauerstücke geben soll - als Leihgabe für den Biergarten des Restaurants „Westermann‘s“, so wie es schon bei den beiden Stücken der Fall war, die nun in Dortmund stehen.

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Auf dem Europaplatz wird es hingegen die acht Meter hohe, leuchtende Schlaufe geben. Laut Michael Nolte habe ihn der Bürgermeister nach seiner Anfrage an den Förderverein für Kunst und Kultur verwiesen. „Dort hieß es dann, man sei bei der Suche schon sehr weit fortgeschritten.“ Trotzdem gab der Lüner Künstler noch eine Bewerbung ab - einen Tag vor Ende der Frist, wie er selbst sagt. „Danach habe ich vom Verein leider nichts mehr gehört.“

Auch wenn es mit der Mauer auf dem Europaplatz nichts wird - aufgeben möchte Michael Nolte nicht, wenn es um die Erinnerung an die Deutsche Wiedervereinigung in seiner Heimatstadt geht. „Es gibt sicher noch andere Orte, wo ein Mauerlelement hinpassen würde - auch wenn der Europaplatz natürlich die stärkste Symbolik gehabt hätte.“ Beispielsweise der Kreisverkehr nahe der Sparkassen-Hauptstelle an der Graf-Adolf-Straße. Damit würde die Mauer quasi zurückkehren: Das erste Element in Lünen stand direkt um die Ecke am Hauptsitz der Immoweb AG.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir lediglich „Kunstverein“ geschrieben. Das ist nicht korrekt, es gibt zwar auch einen Kunstverein in Lünen, Herr Nolte meinte hier aber eindeutig den Förderverein für Kunst und Kultur. Wir haben die Stelle korrigiert und bitten um Entschuldigung.

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