Ängstlicher Zeitgenosse oder skrupelloser Killer? Die Kulisse bringt eine tiefschwarze Kriminalkomödie auf die Bühne. © Foto Textoris
Aufführung

Kulisse will Publikum wieder amüsieren: Viel Trubel um Killeragenten

Endlich wieder proben: Die Lüner Studio-Bühne „Kulisse“ bereitet sich auf ihren Theater-Auftritt vor. Eine tiefschwarze Kriminalkomödie ist geplant. Killer schleichen durchs Haus.

Bis ein Stück die Bühnenreife erreicht hat, ist viel Probenarbeit erforderlich. Die konnte wegen Corona erst nur online, später im Garten stattfinden. Jetzt stand eine Tagesprobe an. Wir konnten im Saal der Stadtinsel hinter die Kulissen der Kulisse schauen.

Noch ersetzen Stellwände mit Vorhängen das spätere Bühnenbild. Dass es sich bei „(St)erben ist tödlich“ um eine tiefschwarze Kriminalkomödie handelt, ist sofort erkennbar. Da schleicht erst eine schwarzgekleidete Gestalt mit gezücktem Revolver nach allen Seiten sichernd durch den Raum, dazu kommt eine zweite mit gleichem Gebaren. Es dauert, bis einer den andern entdeckt. Vertreter offenbar konkurrierender Killeragenturen. Nach typischer Verwechslungskomödienart werden sie für Angestellte eines Beerdigungsinstitutes gehalten, ein Irrtum, der bei der Kleidung auf der Hand liegt. Es muss nämlich eine Leiche aus dem Haus geschafft werden, das Opfer eines unglücklichen Badeunfalls. Oder war es doch Mord, wie der Polizist anhand der Indizien vermutet? Darüber führt er Diskussionen mit seinem Vorgesetzten, der mit fadenscheinigen Argumenten alles schnell als Unfall abtun will.

Die Leiche muss fachgerecht entsorgt werden.
Die Leiche muss fachgerecht entsorgt werden. © Foto Textoris © Foto Textoris

Aus einem Dummy wurde eine Leiche

„An der Polizeiuniform muss ich noch arbeiten“ erklärt Therese Gresch, die wieder sowohl für die Maske als auch für die Kostüme zuständig ist. „Die Uniform war für eine Person von etwa 1,80 m angefertigt und muss jetzt für eine Darstellerin von etwa 1,60 umgearbeitet werden.“ Dafür sitzt das Kostüm der alten Erbtante Josefa perfekt und strotzt vor Authentizität.

Therese Gresch hat auch aus einem Dummy eine leibhaftige Leiche gemacht, die bei den Darstellern für Heiterkeit sorgt. „Etwas mehr Ruhe hinter der Bühne“, mahnt gerade ihr Mann Michael, der Theaterprinzipal, der auch in diesem Stück wieder die Regie führt. Er wird aber auch wieder als Darsteller auf den Brettern stehen.

Mit seinem Partner liefert er einen perfekten Slapstick-Part mit Fußtritten, der stark an Laurel und Hardy erinnert. Bei einer spannungsgeladenen Szene liefert er auf dem Keyboard einen Soundtrack wie in den alten Edgar Wallace Filmen. Erschaudern kann man aber auch beim Pläneschmieden der schon vor ihrem Tod eiskalten Damen.

Die Darsteller der Kulisse bei der Tagesprobe für (St)erben ist tödlich.
Die Darsteller der Kulisse bei der Tagesprobe für (St)erben ist tödlich. © Foto Textoris © Foto Textoris

Vorverkauf ab 2. November

Zu viel darf nicht verraten werden. Nur so viel: Inhaltlich werden Erbschaftsangelegenheiten auf unkonventionelle Weise geregelt. Es wird turbulent und spannend zugehen, es gibt reichlich zu lachen, und, wie immer bei der Kulisse, ein Happy-End. Diesmal ein wenig anders als gewohnt. Geplant sind sechs Aufführungen im Heinz-Hilpert-Theater von Januar bis März 2022. Der Vorverkauf beginnt am 2. November. Mehr Informationen unter: www.kulisse-luenen.de.

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