Kurden und Türken: Erneuter Streit in Brambauer

Zweiter Vorfall

Die Spannungen zwischen Türken und Kurden in der Türkei schlagen offenbar auch auf das Zusammenleben vor Ort durch. Nach der Prügelei von Jugendlichen Montagabend in Brambauer gab es Mittwochabend eine weitere Auseinandersetzung. Wieder in Brambauer, wieder auf der Waltroper Straße.

BRAMBAUER

, 01.06.2017, 19:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie die Polizei berichtet, meldeten Zeugen kurz vor 18 Uhr eine Gruppe von 20 bis 30 Personen, die sich vor einem Geschäft prügeln. „Beim Eintreffen mehrerer Streifenwagen vor Ort konnten weder eine Schlägerei noch irgendwelche Konfliktparteien auf der Straße festgestellt werden“, so die Polizei.

Die Ermittlungen vor Ort hätten dann ergeben, dass ein Passant und ein Autofahrer in Streit geraten waren – darüber, wie der Autofahrer parkte. Im Laufe des Streits soll der Autofahrer auf seinen Kontrahenten eingeschlagen und ihn mit einem Messer bedroht haben.

„Da der Autofahrer einer anderen Volksgruppe zugehörig war als der Passant, kam es zu sofortigen Solidarisierungseffekten der vor Ort befindlichen Volksgruppen“, berichtet die Polizei weiter. Auf Nachfrage sagte ein Sprecher, es habe sich um Türken und Kurden gehandelt.

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Der aggressive Autofahrer, ein 24-jähriger Lüner, konnte im Rahmen der Nahbereichsfahndung in seinem Wagen angehalten werden. Er habe sein Verhalten eingeräumt. Die Beamten hätten ihm gegenüber eine Gefährderansprache durchgeführt. Heißt: Er wurde auf die möglichen Konsequenzen seines Handelns hingewiesen. Weitere Ermittlungen laufen. Verletzte gab es Mittwochabend nach Kenntnis der Polizei nicht.

Bisher soll das Verhältnis vor Ort freundschaftlich gewesen sein

Montagabend hatte es bereits eine Auseinandersetzung zwischen türkischen und kurdischen Jugendlichen gegeben. Eine Sprecherin der Stadt Lünen erklärte am Donnerstag auf Anfrage, die Streetworker der Stadt wollten sich Donnerstagabend vor Ort in Brambauer umsehen. Bisher, so die Erkenntnis von Streetworkern, Jugendhilfe und Jugendgerichtshilfe, sei das Verhältnis der Jugendlichen untereinander eher freundschaftlich gewesen, unabhängig von ihrer Abstammung.

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