Aus dieser Fahrtrichtung gibt es an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/ Kamener Straße kein Orientierungsschild mehr. © Varga
Stadtentwicklung

Kurt-Schumacher-Straße in Lünen: Politik studiert Umbau-Ideen intensiv

Früher oder später sollen die Kurt-Schumacher-Straße und ihr Umfeld, in welcher Form auch immer, in neuem Glanz erstrahlen. Dazu liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Jetzt ist die Politik am Zug.

In einem Punkt sind sich Lüner Verwaltung und Politik weitestgehend einig: Nämlich, dass Lünens meistbefahrenste Straße, die Kurt-Schumacher-Straße, städtebaulich ein Relikt aus einer anderen Zeit ist und hier Handlungsbedarf besteht.

Deshalb hat die Verwaltung im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Straße und ihres Umfelds in Auftrag gegeben.

Erste Ergebnisse dieser Studie, an der neben dem Dortmunder Planungsbüro „bjp – Bläser Jansen Partner GbR“ auch noch die Ingenieurbüros Orange Edge (Hamburg) und SSP Consult (Köln) arbeiten, waren im April dieses Jahres vorgestellt worden.

Die Präsentation hatte für ziemlich viel Wirbel in der Politik gesorgt, weil ihr vieles von dem, was dort vorgestellt wurde, realitätsfern erschien. Zum Beispiel die Idee, aus der Hauptverkehrsader Lünens einen Boulevard zu machen.

Die Animation zeigt die Verbindung der Lüner City zum Theater über den roten Teppich. © bjp © bjp

In der zweiten Vorstellungsrunde am Dienstag (26. Oktober), in der gemeinsamen Sitzung von Stadtentwicklungs- und Mobilitätsausschuss im Rathaus, setzten sich die Ausschussmitglieder konstruktiv mit den Ergebnissen der Studie auseinander. Zu den von Hendrik Jansen (Büro bjp) vorgestellten drei Entwürfen der 116 Seiten starken Studie, geht der Entwurf „Mobilitätswende 2050“ am weitesten. Dazu zählt unter anderem:

  • Die Kurt-Schumacher-Straße erhält einen neuen Querschnitt – der öffentliche Raum wird umfassend neu verteilt. Es bleibt eine Spur pro Richtung für den motorisierten Individualverkehr bestehen.
  • Daneben verläuft nun eine Umweltspur für den ÖPNV sowie für Radfahrer.
  • Weiterhin wird auf der Kurt-Schumacher-Straße das Modellprojekt „Autonomer Shuttlebus“ vorgeschlagen, zusätzlich wird eine Mobilitätsstation vor dem Lükaz mit zahlreichen Angeboten für verschiedene Verkehrsträger und Sharing-Angeboten sowie E-Ladeinfrastruktur realisiert.
  • Der „Rote Teppich“, die Verbindung der City von der Neuberinstraße zum Veranstaltungszentrum mit Theater, Hansesaal und Hotel wird so umgestaltet, dass Fußgänger bevorrechtigt werden.
  • Erkenntlich wird dies durch eine umfangreiche Gestaltung des Bodens, der einen vollständigen „Roten Teppich“ darstellt. Andere Verkehrsteilnehmer müssen sich hier unterordnen.

Weil das Thema so komplex und so richtungsweisend für Lünen ist – SPD-Ratsherr Klaus Lamczick sprach von „den nächsten 100 Jahren“- will sich die Politik ausreichend Zeit nehmen, um die verkehrs- und städtebaulichen Weichen für die Umgestaltung der Kurt-Schumacher-Straße und ihres Umfelds richtig zu stellen.

Auf Anregung von Rüdiger Haag, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, soll es zu der Thematik zwei Sondersitzungen der beteiligten Ausschüsse geben.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks