Lärm- und Gesundheitsschutz: Hier soll in Lünen Tempo 30 kommen

rnStraßenverkehr in Lünen

Zur Umsetzung einer EU-Richtlinie muss auch die Stadt Lünen an mehreren Stellen im Stadtgebiet die Lärmbelastung mindern. Das soll über eine Temporeduzierung im Straßenverkehr klappen.

Lünen

, 09.10.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kontrovers diskutiert hat die Lüner Politik am Donnerstagabend in der Ratssitzung über den sogenannten Lärmaktionsplan für Lünen. Am Ende war der Lärmaktionsplan bei Gegenstimmen der CDU beschlossene Sache. Die Christdemokraten konnten sich nicht damit anfreunden, dass die Lärmminderung nur über die Reduzierung des Tempolimits auf 30 Stundenkilometer gewährleistet werden soll.

In der Tat gebe es aber wenige andere Möglichkeiten, berichtete der technische Beigeordnete Arnold Reeker den Ehrenamtlichen. Zusätzlich zu Tempo 30 werde an manchen Stellen auch ein Lkw-(Nacht)Fahrverbot überprüft. Die Priorität habe aber die Temporeduzierung.

Und die sieht der Lärmaktionsplan an folgenden Stellen vor:

  • Königsheide Waltroper Str. bis Am Brambusch
  • Münsterstraße, Abschnitt a, Kurt-Schumacher-Str. bis Zwolle-Allee
  • Münsterstraße, Abschnitt b, Zwolle-Allee bis Ortsausgang (Höhe
  • Hausnummer 219)
  • Bebelstraße, Gahmener Str. bis zum Kreisverkehr vor der Bahnunterführung
  • Cappenberger Straße, Konrad-Adenauer-Straße bis Ortsausgang (Höhe der Straße Im Holt)
  • Viktoriastraße, Konrad-Adenauer-Straße bis Kurt-Schumacher-Str.
  • Borker Straße, Konrad-Adenauer-Straße bis Ortsausgang (Höhe Lortzingstr. 13)

Kritik gab es aus Reihen von CDU und GfL, weil sie Beeinträchtigungen für den Verkehrsfluss befürchten und meinen, dass andere Maßnahmen, wie etwa das Aufbringen von Flüsterasphalt, zu wenig beachtet würden. Tatsächlich würde der Verkehrsfluss bei Tempo 30 eher steigen, entgegnete Reeker, Flüsterasphalt sei zudem zu aufwendig.

Positives Feedback von der Moltkestraße

Vergleichbare Veränderungen, etwa an der Moltkestraße, hätten von Anwohnern ausschließlich positive Reaktionen hervorgerufen. Grünen-Ratsherr Kneisel schloss: „Die Bürger haben ein Recht auf die Lärmminderung.“ Er bat um Zustimmung „im Sinne des Gesundheitsschutzes der Bürger.“

Die Zustimmung bekamen sowohl Reeker als auch Kneisel. Einfach so umsetzen wird die Verwaltung die Maßnahmen jedoch nicht. Jede Reduzierung muss die Stadt mit weiteren Behörden erst absprechen, zuletzt muss der Fachausschuss jede einzelne auch noch abnicken. Erst dann wird Tempo 30 tatsächlich eingeführt.

Das Lkw-(Nacht)-Fahrverbot prüft die Verwaltung übrigens an der Königsheide und an der Münsterstraße. Im Gegensatz zu Tempo 30 ist das jedoch nicht kurzfristig umzusetzen, da dazu differenziertere Betrachtungen und genauere Prüfungen notwendig sind, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

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