Das Archivbild zeigt das Lüner Rathaus, das wegen Corona für den breiten Publikumsverkehr geschlossen ist. © Sylvia vom Hofe (A)
Meinung

Liebe Mitglieder des Lüner Stadtrates, hört gut auf die Kämmerin!

Auf dem Papier erwirtschaftet Lünen in den kommenden Jahren Gewinne - trotz Corona. Das ist jedoch ein Trugschluss. Deshalb sollte sich die Politik an die Kämmerin halten, meint unser Autor.

Wie heißt es doch so schön – abgerechnet wird am Ende des Tages. Das Ende des Tages steht für den Lüner Haushalt spätestens im Jahr 2026 an. Dann wird erstmalig knallhart abgerechnet werden müssen. Das heißt nichts anderes, als dass dann die millionenschweren Corona-Ausgaben teilweise zu Buche schlagen.

Aus den bis dahin mehr oder weniger hohen Jahresüberschüssen auf dem Haushalts-Papier werden über Nacht Verluste in Millionenhöhe. Dass andere Städte und Gemeinden vor dem gleichen Problem stehen, macht die Sache für Lünen und seine Steuerzahler keinen Deut besser.

Auch wenn Lünens Kämmerin es bisher immer vermieden hat, über Steuererhöhungen zu reden, rückt auch dieser Tag näher, an dem daran kein Weg mehr vorbeiführt.

Das ist nicht etwa die Schuld der Kämmerin oder ihres vom Stadtrat fraktionsübergreifend ebenfalls hoch geschätzten Vorgängers. Dafür zeichnet vielmehr das Land Nordrhein-Westfalen verantwortlich, das den Städten und Gemeinden über die Corona-bedingte Bilanzierungshilfe lediglich Luft zum Atmen lässt. Mehr aber auch nicht. Denn was nach 2025 kommt, steht noch in den Sternen.

Deshalb sind alle Lüner Ratsmitglieder gut beraten, genau hinzugucken, wofür, wieviel Geld ausgegeben wird. So, wie es die Kämmerin vom Stadtrat zu Recht einfordert.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
Zur Autorenseite
Torsten Storks