Liebeskummer, Drogenrausch, Unfall: 23-Jähriger nach Kollision in Brambauer vor Gericht

rnRauschfahrt durch Brambauer

Von heftigem Liebeskummer gebeutelt, suchte ein 23-Jähriger Trost und fand ihn in einem Joint. Danach setzte er sich hinter das Steuer. Das Ganze mündete in einen Unfall in Brambauer.

von Sylvia Mönnig

Brambauer

, 18.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach sieben gemeinsamen Jahren war am 12. März plötzlich Schluss: Seine Freundin trennte sich von ihm, und der 23-jährige Dortmunder traf sich mit einer Bekannten, um sich den Frust von der Seele zu reden.

Diese Bekannte war es dann offenbar auch, die ihm den Joint überließ, den er rauchte. Danach kam er auf die Idee, seinem besten Freund einen Besuch abzustatten. Doch dort kam er nicht an.

Im Bereich der Kreuzung Waltroper Straße und Ottostraße kollidierte sein Wagen mit dem Pkw einer Lünerin. Ganz davon abgesehen, dass beide Autos bei dem Zusammenstoß Totalschäden erlitten, wurde die 35-Jährige verletzt und kämpft bis heute mit der Angst, vielleicht erneut in einen Unfall verwickelt zu werden.

Schnell stellte sich heraus, dass der Gegner zum Zeitpunkt der Kollision unter dem Einfluss von Cannabis stand. Sein Führerschein wurde sofort sichergestellt.

Unfallschuld für die Verteidigung unklar

Fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässige Körperverletzung wurden ihm am Mittwoch in einem Prozess vor dem Amtsgericht vorgeworfen. Er zeigte sich geständig, auch wenn für ihn und seinen Verteidiger offen war, welche Seite den Unfall verschuldete.

Ehrlich sprach er über den Liebeskummer, den als Geschenk erhaltenen Joint und darüber, dass er in dem Moment, als er ins Auto gestiegen sei, einfach nicht nachgedacht habe. Seine Tat, den Unfall und den Umstand, dass die andere Fahrerin dabei verletzt worden sei, bedaure er sehr.

Psychische Belastung und zwei Jugendsünden

Tatsächlich war es gar nicht die Verletzung in Form eines Schleudertraumas, die der Lünerin am meisten zusetzte. Es ist augenscheinlich die Angst, die nun quasi immer mitfährt. Im Zeugenstand betonte die 35-Jährige: „Der Schreck und der Schock waren das Schlimmste.“ Noch heute zucke sie an jeder Kreuzung und insbesondere dann, wenn sie Beifahrerin sei.

Diese psychische Belastung, zwei „Jugendsünden“ im Strafregister und ein Eintrag im Verkehrsregister wegen eines Tempo-Verstoßes mussten sich schließlich strafschärfend auswirken.

Keine Zweifel an einem Fahrfehler

Zu Gunsten des Angeklagten sprach, dass er den Sachverhalt einräumte und er regelmäßige Nachweise für seine Drogenabstinenz vorweisen kann. Zweifel an einem Fahrfehler und zumindest einer Mitschuld an der Verletzung hatte der Richter am Ende nicht.

Der 23-Jährige wurde zu 1350 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem erhielt er drei Monate Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis. Er hatte gehofft, dass ihm das erspart bliebe.

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