Kein klassisches Weihnachtsgeschenk aber zusammen mit anderer Weißer Ware in vielen Haushalten unabdingbar. © picture-alliance/ dpa
Einzelhandel

Lieferschwierigkeiten bei Haushaltsgeräten: „Wir haben direkt reagiert“

Bekleidung, KFZ-Teile, Spielsachen: Die Liste der Produkte, bei denen es aktuell zu Engpässen im Einzelhandel kommt ist lang. So steht es in Lünen um die Verfügbarkeit von Haushaltsgeräten.

Turbulenzen rund um die internationale Containerschifffahrt sind die Ursache. Nach Lieferverzögerungen durch Lockdowns unter anderem in chinesischen Containerhäfen stauen sich die Frachter jetzt an den großen Umschlagplätzen und sorgen so für weitere Lieferverzögerungen ganz unterschiedlicher Waren.

Auch Staubsauger, Wasch- oder Geschirrspülmaschinen, Küchengeräte oder Bügeleisen, die so genannte Weiße Ware, sind auf Bauteile aus Übersee angewiesen. Zur Zeit gibt es in diesem Bereich beim inhabergeführten Lüner Geschäft keine Sorgen, bei der großen Kette blickt man allerdings mit Sorge auf die kommenden Monate.

Extrem lange Lieferzeiten

Das gut gefüllte Warenlager ist der Umsicht von Udo Bäcker zu verdanken. Seit 45 Jahren Geschäftsführer der Udo Bäcker Haustechnik GmbH mit Laden an der Wörthstraße in Lünen-Süd, hat er das Handelsgeschehen gut im Blick. „Uns sind die Lieferschwierigkeiten schon vor etwa einem Jahr aufgefallen“, erzählt der Geschäftsmann. „Eine solche Situation habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt, aber wir haben direkt reagiert.“ Als er die Verknappung der Waren und die langen Lieferzeiten bemerkte, bestellte er direkt größere Mengen. „Es ist ja nicht so, dass die Waren gar nicht bestell- oder lieferbar sind, es dauert nur viel länger als üblich. Wenn ich jetzt etwas bestelle, bekomme ich eine Lieferangabe von November oder Dezember oder sogar erst im nächsten Jahr.“

Weil er vorausschauend und auf die Situation reagierend bei jeder Bestellung viel mehr Ware anfragte, ist der Warenbestand bei der Haustechnik GmbH jetzt drei Mal so groß, wie zu Zeiten vor Corona. „Wir können alles liefern, allen Kundenwünschen nachkommen“, verspricht Bäcker. Nur manchmal komme es eben zu der Situation, dass ein Kunde nach einer bestimmten Marke fragt und er ihn eine andere anbieten muss. „Das Geschäft läuft gut“, bilanziert er, „wir haben vorgesorgt und wir sind voll ausgelastet.“

Unsicheres Weihnachtsgeschäft

Bei Saturn am Willy-Brand-Platz blickt man etwas weniger zuversichtlich auf das anstehende Weihnachtsgeschäft. Seitens einer Sprecherin von MediaMarktSaturn heißt es, das Unternehmen beobachte die aktuelle Lage sehr genau, analysiere permanent den internationalen Markt und stehe mit Lieferanten und Logistikunternehmen in engem Austausch.

„Derzeit haben wir keinen Engpass. In unseren Märkten und Lägern ist ausreichend Ware vorhanden“, so die Sprecherin. In den kommenden Monaten könne es aber – je nach Nachfrage – durchaus zu Engpässen kommen: Neben Smartphones, Tablets und Druckern, könnten bei Saturn auch Geschirrspüler und Kühlgeräte knapp werden. „Inwieweit und in welchem Rahmen das tatsächlich eintritt, lässt sich im Moment nur schwer vorhersagen“, heißt es aus dem Unternehmen.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier