Lkw-Lärm in Brambauer: Anwohner macht einfachen Vorschlag

rnElsa-Brändström-Straße

Eine Verbindungsstraße von der Elsa-Brändström-Straße in das Gewerbegebiet Achenbach wird es vorerst nicht geben. Ein Anwohner schlägt nun eine Alternative vor, die kaum Kosten verursacht.

Brambauer

, 08.07.2020, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner der Elsa-Brändström-Straße dürfen vorerst nicht mit einer Verbindungsstraße in das anliegende Gewerbegebiet Achenbach rechnen. Diese findet in der Politik wegen der Kosten aktuell keine Mehrheit. Ein Anwohner der Straße hat einen Vorschlag, der „ohne Geld und ohne Aufwand“ viel bezwecken soll.

Lärm und Dreck schon früh am Morgen

Bernd van den Benken ist einer der Anwohner, der sich an dem Lärm der Lkw stört, die durch die Elsa-Brändström-Straße fahren. Das liege zum einen an der Geschwindigkeit der Lastwagen: „Die rasen, als wenn die Welt zu Ende geht“, so der 71-Jährige.

Zum anderen müssen die Fahrzeuge an der Kreuzung zur Brechtener Straße abbremsen. Das Quietschen der Bremsscheiben dringt bis in die Häuser der Anwohner.

„Wir können abends nicht bei offenem Fenster schlafen“, verrät van den Benken, da bereits sehr früh am Morgen die ersten Lkw unterwegs sind.

Vor kurzem hat er deshalb seine Fensterscheiben für über 7000 Euro gegen schalldichte Verglasung tauschen lassen.

Die neuen Nachbarn sorgten anders für Abhilfe: „Die haben sich eine Klimaanlage einbauen lassen, weil sie das Fenster sonst nicht aufmachen können“, berichtet Ehefrau Petra van den Benken.

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Tempo 30 soll Lärm reduzieren

Bernd van den Benken hat eine Idee, wie in seiner Straße „ohne Geld und ohne Aufwand“ dieser Lärm zumindest reduziert werden könnte. Er schlägt der Stadtverwaltung vor, in der Elsa-Brändström-Straße künftig Tempo 30 einzuführen.

„Verkehr muss sein, ich möchte ja auch überall lang fahren“, gesteht er. „Wenn man mir aber sagt, dass zu einer gewissen Zeit 30 km/h zu fahren sind, dann akzeptiere ich das.“

Bisher sind dort 50 km/h erlaubt, bis zum Ortseingang sogar 70 km/h. Lediglich 29 Sekunden Zeit würden Auto- und Lkw-Fahrer durch die geringere Geschwindigkeit verlieren, hat van den Benken ausgerechnet. „Das sind kleine, aber für uns gravierende Änderungen“, ist der Anwohner überzeugt.

Gespräch mit der Stadt gefordert

Über die Situation in seiner Straße möchte Bernd van den Benken mit der Stadtverwaltung reden: „Ich möchte mit den Leuten darüber sprechen, die dafür Verantwortung tragen.“

Er fordert zudem eine erneute Verkehrszählung, so wie sie zuletzt 2016 durchgeführt wurde: „Das hatte mir die Stadt zugesagt. Da hat sich aber noch nichts getan“, so der 71-Jährige. Er wäre auch bereit, für seine Forderungen eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, sollte es zu keinem Dialog kommen.

Dabei sei eine Geschwindigkeitsreduzierung ja für alle gut: „Auch Fahrradfahrer, die aus Richtung Angelteich kommen und bis zum Ortseingang keinen Radweg haben, würden so geschützt.“ Für eine Stadt, die sich Fahrradfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben hat, ist das sicher ein Argument.

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