Lkw-Verkehr in 30er Zone - Lüner klagen über Lärm, Raser und ein verschwundenes Schild

rnAchenbachstraße

Ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw verschwindet einfach. Die Anwohner sind sauer, weil die Stadt es nicht ersetzen werden wird. Es gibt stark abweichende Interpretationen der Bedeutung.

Brambauer

, 08.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Eindruck, die Achenbachstraße in Brambauer sei eine ruhige Anliegerstraße, trügt. Spätestens mit Beginn des Feierabendverkehrs am späten Nachmittag wird auch jedem ortsfremden Besucher klar: Hier gibt es viel Durchfahrtsverkehr.

Und der stört die Anwohner. Lange schon. Die Ausweisung der Straße als Tempo 30 Zone werde von Autofahrern genauso wenig beachtet, wie ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw, sagt Anwohnerin Claudia Schöttler.

Fußgänger und Radfahrer, besonders Kinder auf dem Schulweg, seien stark gefährdet. Vorschriftsmäßiges Parken am Straßenrand, sprich mit allen vier Rädern auf der Straße, das trauten sich viele schon lange nicht mehr.

Lkw-Verkehr in 30er Zone - Lüner klagen über Lärm, Raser und ein verschwundenes Schild

Claudia Schöttler und Michael Eisenbach ärgern sich über den vielen Verkehr und das verschwundene Straßenschild an der Achenbachstraße. Sie haben zusammen mit 14 Nachbarn eine Bürgerinitiative gegründet. © Matthias Stachelhaus

Hupkonzert und zerstörte Seitenspiegel

„Da werden uns die Seitenspiegel abgefahren“, sagt Schöttler. Oder es werde solange aggressiv gehupt, bis man sein Fahrzeug aus dem Weg schaffe.

Für Begegnungsverkehr zwischen Lkw, Lieferwagen und Autos wird es richtig eng, wenn die Anlieger ihre Autos am Straßenrand abstellen. Besonders breit ist sie nämlich nicht, die Achenbachstraße. Jedenfalls nicht breit genug, damit zwei 40 Tonner-Brummis problemlos aneinander vorbeikommen.

Verbotsschild spurlos verschwunden

Das neueste Ärgernis: Das Durchfahrtsverbotsschild für Lkw mit dem Zusatz „in 100 Metern“ kommend von der Mengeder Straße ist verschwunden. „Es wurde zwar sowieso nicht beachtet, aber es war da“, so Michael Eisenbeil, der Lebensgefährte von Claudia Schöttler.

Lkw-Verkehr in 30er Zone - Lüner klagen über Lärm, Raser und ein verschwundenes Schild

Bis September stand an der Achenbachstraße ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw. Das Foto stammt aus August 2019. © Privat

Seit September ist es weg. Ersetzt wurde das Schild bisher nicht. Auf Anfrage bei der Stadt Ende Oktober erhielt Schöttler dann Erklärungen, die die Brambauerin und ihre Nachbarn verständnislos und wütend zurücklassen. „Die Stadt wisse nicht, wer das Schild abmontiert hat.“

Lkw-Verkehr in 30er Zone - Lüner klagen über Lärm, Raser und ein verschwundenes Schild

Heute fehlt jeder Hinweis auf das Durchfahrtsverbotsschild für Lkw an der Achenbachstraße. Die Stadt sagt, das Schild sei überflüssig gewesen. Wer es abmontiert hat, kann man bei der Verwaltung aber auch nicht sagen. © Matthias Stachelhaus

Was bedeutete das Schild auf der Achenbachstraße?

Mehr noch: Das Schild habe auch gar kein Durchfahrtsverbot für Lkw in der Achenbachstraße angezeigt, sondern nur auf die bestehenden Durchfahrtsverbote für die von der Achenbachstraße rechts abzweigenden Nebenstraßen Amselweg, Starweg und Taubenweg.

Aussagen, die Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt. Die Beschilderung an der Achenbachstraße sei im Grunde überflüssig gewesen, führt er weiter aus, „weil in den erwähnten Wohnstraßen eine Beschilderung vorliegt“. Auf der Achenbachstraße habe es nie ein Durchfahrtsverbot für Lkw gegeben, so Spangert weiter.

Stadt prüft Tempolimit und Durchfahrtsverbot

Die Stadt prüfe derzeit, ob und welche Maßnahmen getroffen werden könnten, um die Verkehrslage dort zu beruhigen. Im Gespräch seien dabei auch Durchfahrtsverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Wie die durchgesetzt werden könnten - eine Beschränkung auf 30 km/h gibt es an der Achenbachstraße ja bereits - dazu gibt es keine Antwort.

Neben dem Ärger um das hohe Verkehrsaufkommen selbst treiben die Anwohner um Claudia Schöttler auch die möglichen finanziellen Folgen durch die starke Benutzung der Achenbachstraße die Sorgenfalten ins Gesicht.

Denn sie fürchten, dass sie auch für Straßenschäden zur Kasse gebeten werden könnten. Die bei vielen Bürgern verhassten Straßenbaubeiträge laut Kommunalabgabegesetz (KAG) könnten es möglich machen.

Bürgerinitiative gegründet

Um sich zu wehren, hat Claudia Schöttler zusammen mit 15 weiteren Anwohnern jetzt die Bürgerinitiative Achenbachstraße gegründet.

Präventiv haben sie dies in einem zweiseitigen Schreiben der Stadt mitgeteilt, widersprechen im Vorfeld kommenden Straßenbaubeiträgen. Auf eine Antwort der Stadt warten sie seit Ende September. Die ist jetzt vom technischen Beigeordneten Arnold Reeker verschickt worden. „Es war ihm wichtig, persönlich zu antworten“, so Benedikt Spangardt. Weil Reeker im Oktober Urlaub hatte, habe es leider etwas länger gedauert.

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