Lünen bekommt weltweit größten Batteriespeicher

Energie aus Wind und Sonne

Autobatterien müssen ausgetauscht werden, sobald sie nicht mehr ihre vollständige Speicherfähigkeit haben. Was dann folgt, ist eine aufwendige Entsorgung. In Lünen soll ein Projekt dieses Problem jetzt lösen. Auf dem Remondis-Gelände soll der weltweit größte Batteriespeicher für Wind und Sonnenenergie entstehen.

LÜNEN

, 28.10.2015, 06:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lünen bekommt eine neue, große Baustelle – und am Ende dafür den nach Angaben der Bauherren weltweit größten Batteriespeicher mit „Second-Hand-Modulen“: Hier erhalten alte, aus Elektrofahrzeugen ausgebaute Batterien eine neue Aufgabe: Energie aus Wind und Sonne speichern.

Spatenstich für das Projekt ist am Dienstag, 3. November. Mit dabei: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche, die beide nach Lünen an die Brunnenstraße kommen. Dort wird eine große Halle bei Remondis gebaut.

Speicherplatz für regenerative Energie schaffen

Mit dem Batteriespeicher schlagen die Bauherren zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen wandern die Batterien aus den Autos, die hier nicht mehr verwendet werden können, aber durchaus noch eine Speicherkapazität von 80-90 Prozent haben, nicht mehr direkt in den Müll. Zum anderen wird auf diese Weise dringend benötigter Speicherplatz für die regenerative Energie geschaffen.

Leistungsfähige Energiespeicher sind ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Weil der Anteil an erneuerbaren Energien am Stromverbrauch steigt, müssen parallel Speicherkapazitäten her, weil der Strom nicht immer dann gewonnen wird, wenn er gebraucht wird.

Der gespeicherte Strom soll zunächst helfen, im Netz Schwankungen sekundenschnell ausgleichen. Später soll grüne Energie vermehrt gespeichert werden. „Die Speicher helfen bei der Energiewende“, sagte der Vorsitzende des Energietechnik-Unternehmens The Mobility House, Thomas Raffeiner, der Deutschen Presse-Agentur. Sie würden durch den Zweitgebrauch der Batterien auch noch die Elektrofahrzeuge günstiger machen und zum Durchbruch der Autos beitragen.

Der geplante Batteriespeicher soll mit seinen 13 Megawatt der weltweit größte seiner Art werden. Gebraucht werden dazu etwa 650 Antriebsbatterien mit einer jeweiligen Kapazität von 20 Kilowattstunden. So viele Akkus würden bereits in Deutschland anfallen, wenn jetzt Leasingfahrzeuge nach drei Jahren zurückkämen. Lünen soll der erste von mehreren geplanten Standorten sein.

Für Remondis ist die Entsorgung interessant

Unter dem Motto „Elektromobilität zu Ende gedacht“ haben sich die Daimler AG mit ihrer Tochter Accumotive, „The Mobility House“, die Getec Gruppe und eben Remondis für dieses Projekt zusammengetan. Für Remondis wird dieses Projekt vor allem auch dann interessant, wenn die Batterien auch ihre zweite Aufgabe erfüllt haben: Dann müssen sie entsorgt werden. 

 

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