Lünen im Fokus: Günther Goldstein ist seit 50 Jahren mit der Kamera unterwegs für die RN

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Der erste Termin? Kirmes in Scharnhorst. Das war 1969. Seit 50 Jahren ist Günther Goldstein mit der Kamera für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ergebnis: Ein halbes Jahrhundert in Bildern.

Lünen

, 26.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es mal so kommen würde, wie es gekommen ist, das hat der junge Günther Goldstein auch nicht kommen sehen. Denn eigentlich studierte der Ende der 1960er Jahre Industriedesign an der Werkhochschule Dortmund (heute Fachhochschule). „Sechs, sieben Semester habe ich durchgehalten“, erinnert sich Goldstein heute. Dann kaufte er sich seine erste Kamera und kam plötzlich auf die Idee, „dass ich mit meinen Fotos Geld verdienen könnte“.

Als ihm damals die Idee kam, stand er zufälligerweise vor dem Pressehaus der Ruhr Nachrichten am Westenhellweg in Dortmund. Günther Goldstein meldet sich spontan beim Pförtner und findet sich schnell bei der Sekretärin der Lokalredaktion in der dritten Etage wieder. Der erste Termin führt ihn auf die Kirmes nach Dortmund-Scharnhorst. Dann geht es Schlag auf Schlag, „das hat sich explosionsartig entwickelt“, erinnert sich Goldstein an die ersten Monate als Pressefotograf. Es folgten weitere 50 Jahre.

Günther Goldstein

Günther Goldstein © Linnhoff

Längere Zeit war der Borsigplatz seine Heimat

Er hängt noch ein Semester Fotografie an sein Studium und wird dann 1970 Volontär, Auszubildender, arbeitet in den Redaktionen in Dortmund-Hörde, Bochum, Schwerte und Lünen. Heute ist der inzwischen 72-Jährige ein seit Jahrzehnten bekanntes Gesicht hinter der Kamera auf Terminen in der Stadt, er gehört quasi zum Lüner Stadtbild. Dabei ist Goldstein kein gebürtiger Lüner: Geboren in Herford, kam er schnell nach Dortmund, hat sich als Dortmunder gefühlt. Dort hat er lange in der Nähe des Borsigplatzes gewohnt. „Das hat da damals noch so richtig gebrummt“, erinnert er sich.

Kurz nach seinem Einstieg als Volontär, 1971, „fehlte in Lünen ein Fotograf“, erinnert sich Goldstein. Eine Zeit lang pendelt er, zieht dann aber 1973 in die Lippestadt. „Der Ortswechsel war erstmal ein Schock“, erinnert er sich. Die Umgebung ist so ganz anders als in der alten Heimat am Borsigplatz. „Das beschauliche Lünen ist in etwa so groß, wie das, was ich von Dortmund kenne“, resümiert Goldstein.

„Zeitung ist noch immer zentraler Punkt in meinem Leben“

Heute gehört der Mann quasi zum „Inventar“ der Stadt: Er war schon überall unterwegs, hat Hobbygärtner, Kaninchenzüchter und Sänger fotografiert, viele Würdenträger, Amtsinhaber, Tiere, Gebäude und Parks ebenso wie Kurioses und Unfälle: „Davon habe ich einige gesehen“, sagt Goldstein. Etwas, das er nicht brauche: „Ich hatte immer Angst, irgendwann liegt da jemand, den ich kenne.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ein ganz persönliches Lüner Fotoalbum aus 50 Jahren

Seit genau 50 Jahren arbeitet Günther Goldstein für die Ruhr Nachrichten. Seine Fotos dokumentieren auch ein große Teile Lüner Stadtgeschichte wie etwa die Übergabe der Fußgängerzone, das Aufstellen der Persiluhr oder das Kinofest. Ein persönliches Fotoalbum aus fünf Jahrzehnten.
23.12.2019
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Kino-Palast an der Lange Straße 1977 © Goldstein
Die 17. Lünsche Messe im September 1981. © Goldstein
Lünsche Mess 1980.© Goldstein
Die Eröffnung der Fußgängerzone im November 1977. © Goldstein
Orgeleinbau in der Stadtkirche.© Goldstein
Konzert der Big Band-Konzert der Musikschule 1998. © Goldstein
Neubau am Christinentor © Goldstein
Ein DDR-Lkw - ein Foto aus Zeiten der Wiedervereinigung. Das Bild entstand in Chemnitz, damals noch Karl-Marx-Stadt.© Goldstein
Günther Goldstein mit seiner ersten Nikon in der Hand. © Goldstein
Günther Goldstein im Einsatz mit seiner zweiten Nikon-Kamera. © Goldstein
Eröffnung des Jazz-Clubs im Stadthotel an der Dortmunder Straße im Oktober 2005. © Goldstein
Eröffnung der Fußgängerzone im November 1977© Goldstein
Arbeit des Fotografen am Computer. © Goldstein
Ein Schwimmabend im alten Stadtbad gehörte eine Zeitlang zum Kinofest dazu. Geschwommen wurde meist zu nächtlicher Stunde. © Goldstein
Illustration zum Thema Ladungsicherung.© Guenther Goldstein
Schloss Nordkirchen© Goldstein
Brückenbau in Lünen: Hier die Salford-Brücke, fotografiert mit einer Drohne. © Goldstein
das Hilpert-Theater© Goldstein
Das neue Lippe Bad© Goldstein
Das Scharoun-Gebäude, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Fotografiert über einen Film über das außergewöhnliche Architektur.© Goldstein
Riesenrad auf der Lünschen Mess 2015© Goldstein
Spatenstich für den Rückbau von Viktoria 2. Zu sehen ist die alte Uhr des Verwaltungsgebäudes. Die Uhr schlummert noch immer irgendwo in einem Archiv. © Goldstein
Oldtimer unterwegs auf der Lippebrücke. © Goldstein
Die Persiluhr in der Innenstadt wird aufgestellt. © Foto: goldstein
Arbeiter auf der Kraftwerksbaustelle Trianel. Hier ein Foto des entstehenden Kühlturms. © Goldstein
Warten gehört manchmal zur Arbeit eines Pressefotografen dazu. © Goldstein
Bei der Arbeit mit Pfeife und einem der ersten Computer in der Redaktion© Goldstein
Einsatz bei einem Explosionsunglück auf Hof Schulze-Aquak in Cappenberg. © Only the Best :-))
Die Naturfotografie ist eine Leidenschaft von Günther Goldstein© Guenther Goldstein
Umzug der Realschule von der Holtgrevenstraße nach Lünen-Süd, zum heutigen Standort der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule© Goldstein
Umzug der Realschule von der Holtgrevenstraße nach Lünen-Süd, zum heutigen Standort der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule© Goldstein
Das Ende einer Ära: Sprengung des letzten Zechenturms auf Victoria.© Goldstein
Eines der ersten spektakulären Unfallfotos. Es entstand 1970 in Dortmund-Brünninghausen. Verletzt wurde zum Glück niemand© Goldstein
Eine Frau watet durch das Wasser, das nach massivem Regen auf den Straßen der Brambauer Kreuzung im Ortskern steht. © Goldstein
"Jagdszenen" in Lünen. © Goldstein
Kinder gehörten immer zu beliebten Motiven. © Goldstein
Auch Pferde haben Durst - und werden hier auch bewirtet. © Goldstein
Minister-Besuch in Lünen: Klaus Matthiesen auf einem Zweirad. © Goldstein
Dieser Besuch war nicht eingeplant: Frei für Fußgänger und Radfahrer zeigt das Schild, die Schafe bahnen sich ihren Weg dennoch durch die Stadt. © Goldstein
So geht Autoreparatur auch - damals jedenfalls noch. © Goldstein
Vom Winde verweht: Marktstand vor dem Rathaus, damals noch mit dem Hertie-Haus an der Seite. © Goldstein
Alles im Blick in der Siedlung. © Goldstein
Antreten der Schützen an der Lippebrücke samt Hund. © Goldstein
Wenn sich eine "Ente" und ein Pferd treffen: Begegnung auf der Dortmunder Straße. © Goldstein
Pflanzaktion in Sichtweite des Rathauses: Damals trug man noch Handtasche und Hut. © Goldstein

„Zeitung ist immer noch immer der zentrale Punkt im meinem Leben“, sagt der 72-Jährige, „es ist immer noch schön“. Es sei ein Glücksfall, „dass diese Arbeit mein Hobby ist“.

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