Lünen trauert um Opfer des #4U9525-Absturzes

Schweigeminute und Trauerraum

Stark gedämpft feiern die Lüner Abiturienten am Mittwoch - einen Tag nach dem Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine #4U9525 in Frankreich - ihren Mottotag. Vor allem am Lippe-Berufskolleg ist die Trauer groß. Am Donnerstag soll es in der Stadt eine Schweigeminute geben.

LÜNEN

, 25.03.2015, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lüner Stewardess, die bei dem Unglück ums Leben kam, war laut Berufskolleg-Schulleiter Arno Franke eine ehemalige Abiturientin an der Schule. „Wir haben am Morgen ein Schreiben an die Kollegen verteilt“, erklärte Franke am Mittwoch auf Anfrage. Man wolle Kollegen und Schülern eine Möglichkeit geben, ihre Trauer auszudrücken. Dazu hat die Schulleitung einen Trauerraum im Neubau des Lippe-Berufskollegs eingerichtet.

Lippe-Berufskolleg: Mottotage sind "ganz weichgespült"

"Wenn Gesprächsbedarf besteht, haben wir eine Sozialarbeiterin und ein Krisenteam“, so Arno Franke. Er betonte, dass nicht viele Schüler die 26-Jährige gekannt hätten. Dennoch wolle man zeigen, dass man in einer solchen Situation als Schule zusammenhalte.

Zwar haben sich Schüler am Lippe-Berufskolleg verkleidet, Musik und Aktionen hat die Schulleitung untersagt. Auch am Donnerstag und Freitag seien alle Mottotage „ganz weichgespült“, so Franke. 

Gymnasium Altlünen: Raum der Stille für Lehrkräfte und Schüler

Ähnlich ist es am Gymnasium Altlünen, wo die Oberstufenschüler den Tag morgens mit einer Durchsage und einer Schweigeminute begannen. Dabei erklärten sie, dass sie aufgrund des tragischen Unglücks nicht durch die Klassen gehen wollen, um Süßigkeiten zu verteilen. 

„Die Schüler haben direkt gesagt, dass sie das unpassend finden“, erkärte Schulleiter Norbert Ingler. Das habe ihm sehr imponiert. „Es zeigt, wie die Schüler in ihrer Reife gewachsen sind“, lobte er.  Auch am Gymnasium wurde ein Raum der Stille für Lehrkräfte und Schüler eingerichtet. Dort liegt ein Kondolenzbuch aus, wo jeder Gedanken formulieren kann. Auch den Rest der Woche über sollen die Tage eher zurückhaltend zelebriert werden. 

"Keine Musik" an der GSG - Schweigeminute am Freiherr-vom-Stein Gymnasium

Anders ist das an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, wo sich die Schüler zum Thema Horror verkleidet habe. „Wir spielen nur keine Musik“, so Schulleiter Heinrich Behrens.

Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium führten Schulleitung und Oberstufe am Dienstagabend noch ein Gespräch über den weiteren Verlauf der Tage. „Wir einigten uns darauf, dass keine laute Musik gespielt wird“, sagt Schulleiter Heinrich Kröger. Auch dort haben die Schüler den Tag mit einer Lautsprecheransprache und einer Schweigeminute begonnen. Kröger lobte das Verhalten der Schüler. „Sie haben das gut mitgetragen“, sagte er. „Wir haben einen guten Mittelweg gefunden.“

Schweigeminute am Donnerstag geplant

Am Mittwochmittag meldete sich dann die Stadt Lünen: Sie ruft alle Bürger am Donnerstag um 10:53 Uhr zu einer Schweigeminute für alle Opfer der Flugzeugabsturzes auf. "Wir können das unendliche Leid und die grenzenlose Trauer der Angehörigen der Opfer der Flugzeugkatastrophe nur erahnen", sagte Bürgermeister Stodollick in einer ersten Reaktion. "Wir Lünerinnen und Lüner sind mit allen Hinterbliebenen der Opfer des Unglücks in der Trauer vereint."

Die Beschäftigten der Stadtverwaltung sind dazu aufgerufen, um 10:53 Uhr die Arbeit niederzulegen und sich zur landesweiten Schweigeminute im Rathausfoyer zu versammeln. Das Rathaus trägt wie alle öffentlichen Gebäude in NRW Trauerbeflaggung. 

Stodollick schreibt an Halterner Bürgermeister

Zudem hat sich Bürgermeister Stodollick in einem persönlichen Brief auch an seinen Amtskollegen Bodo Klimpel aus Haltern am See gewendet und ihm und der Stadt sein Beileid ausgesprochen. In der abgestürzten Maschine saßen auch Schüler eines Halterner Gymnasiums.

22 Opfer stammen nach bisherigen Erkenntnissen aus der Region: 16 Schüler und zwei Lehrerinnen der Schule in Haltern, drei Dortmunder sowie eine Stewardess aus Lünen.

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