Lünens "Weinender Betrüger" erneut vor Gericht

Zwei Vorwürfe

Der 35-jährige Lüner, der in den vergangenen Monaten als „weinender Betrüger“ in Lünen von sich Reden machte, stand am Mittwoch mal wieder vor Gericht. Dieses Mal ging es um zwei Vorwürfe aus dem vergangenen Jahr - es geht um eine Taxi-Rechnung und ein Gerät aus einer Zahnarztpraxis.

LÜNEN

, 28.07.2016, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 35-Jährige soll eine Taxirechnung für eine Fahrt nach Dortmund (hier wollte er nach eigenem Bekunden Drogen kaufen) nicht bezahlt haben. Außerdem soll er ein Gerät aus einer Dortmunder Zahnarztpraxis gestohlen haben. Wortgewandt bestritt der Vater eines fünfjährigen Sohnes am Mittwoch aber, die Fahrt vorsätzlich nicht bezahlt zu haben.

Er habe lediglich sein Portemonnaie vergessen und das Praxisgerät habe er auch nicht mitgenommen. Warum er allerdings in der Zwischenzeit nicht längst die Taxirechnung beglichen hat, konnte der 35-jährige Lüner nicht schlüssig erklären. „Jeder normale Mensch hätte die Rechnung doch längst einfach bezahlt“, sagte Richter Oehrle.

Der 35-jährige Betrüger spielt auf Zeit

Dass er das nicht tat, hat nun zur Folge, dass das Gericht in diesen Angelegenheiten erneut zusammen kommen muss, samt Taxifahrer und Zahnarzt. „Für so einen Mist machen wir nun einen neuen Termin“, ergänzte der Richter und sagte in Richtung des Angeklagten: „Wenn man es war, ist es meist besser zu sagen ‘ich armer Sünder‘. Hier heute auf Zeit zu schinden, ist die falsche Taktik.“

Der 35-Jährige blieb bei seiner Aussage und so wird er wiederkommen müssen. Und nicht nur deswegen, sondern auch wegen der Masche des „weinenden Betrügers“, bei der er von mehreren Lünern mit herzergreifenden Geschichten Geld erbettelt hat. Inzwischen haben sich bei Rechtsanwalt Axel Denkert 30 Menschen gemeldet, die sich von dem Mann ausgenutzt fühlen.

Aktenzeichen wegen Betrugsverfahren eingerichtet

Dem Gericht ist der 35-Jährige längst kein Unbekannter mehr; es hat hier bereits mehrere Betrugsverfahren gegeben. Auch für den „weinenden Betrüger“ gibt es inzwischen ein Aktenzeichen – es sei dasselbe wie bei einem noch laufenden, weiteren Betrugsverfahren, so Denkert. Man verhandelt gemeinsam.  

 

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