Lüner (19) hofft auf Ausbildung im Silicon Valley

USA-Austausch

Ein Jahr USA: zuerst College, dann Praktikum im Silicon Valley, dem IT-Mekka. Das wünscht sich Ercan (19) aus Lünen. Und es könnte klappen: Er ist ins Parlamentarische Patenschafts-Programm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress aufgenommen worden. Im August hebt sein Flieger ab.

LÜNEN

von Beate Rottgardt

, 27.03.2016, 05:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner (19) hofft auf Ausbildung im Silicon Valley

Ercan Sengül (l.) wird ab August ein Jahr in den USA verbringen. Als Pate fungiert der Lüner SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews.

Sechs Monate College in Kalifornien und dann ein halbes Jahr Praktikum, am liebsten im Silicon Valley – darauf hofft Ercan Sengül. Die erste Hürde hat der 19-Jährige aus Brambauer schon geschafft. Er ist ins Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) zwischen Deutschem Bundestag und dem amerikanischen Kongress aufgenommen worden.

Darüber freut sich auch sein „Pate“, der Lüner SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews. „Es begeistert mich, was für tolle junge Leute sich bewerben und das es so viele engagierte junge Leute in meinem Wahlkreis gibt“, so Thews.

Ercan absolviert derzeit am Lippe-Berufskolleg eine Ausbildung zum staatlich geprüften kaufmännischen Assistenten, die er im Sommer abschließen wird. Und dann ins Computer-Mekka Silicon Valley? „Wir haben viele PC-Fächer, lernen auch Abläufe zu entwickeln“, erklärt Ercan sein Interesse.

Kalifornien als Traumziel

Am 2. August fliegt er in die USA, wohin genau, das steht noch nicht fest. Aber für den kurdisch stämmigen jungen Lüner wäre eben Kalifornien das Ziel seiner Träume. „Es ist das erste Mal, das ich in die USA reise und dann gleich für ein Jahr, darüber freue ich mich sehr.“

Seine Familie freut sich auch mit ihm. Ercan ist in London geboren und kam mit zwei Jahren zu seinen Großeltern nach Brambauer, wo er aufwuchs und bis heute lebt. „Natürlich sind sie auch ein bisschen traurig, dass ich ein Jahr so weit weg bin, aber sie unterstützen mich und finden es toll, dass ich die Chance bekomme.“

Vor der Zusage gab es erstmal ein anspruchsvolles Auswahlverfahren. Die Hürde hat er geschafft. Ende März gibt es noch einen Englisch-Sprachtest, dann wird Ercan erfahren, zu welchem College er kommt. Dann kann er sich auch um die Bewerbung fürs Praktikum kümmern.

Dass Ercan sich für Betriebe im Silcon Valley interessiert, findet Thews gut: „Digitalisierung ist auch bei der SPD ein großes Thema. Leider fehlt uns in Deutschland noch eine Start-up-Kultur für junge Leute.“ Das Silicon Valley - ein Tal bei San Francisco - ist einer der größten IT- und High-Tech-Standorte der Welt. Zahlreiche bedeutende Firmen haben hier ihren Sitz beziehungsweise ihre Forschungszentren - darunter Apple, Google, Facebook und Amazon. 

Spannend wird das Jahr für Ercan auch, weil er die US-Präsidentschaftswahl vor Ort mit erlebt. „Ich hoffe auf Hillary Clinton“, meint er – und ist sich da auch mit seinem Bundestags-Paten einig.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ermöglicht seit über 30 Jahren jährlich 720 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Deutschland und den USA ein Jahr im jeweils anderen Land zu verbringen. In diesem Jahr hat der Lüner SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews erstmals für einen jungen Berufstätigen die Patenschaft übernommen – für Ercan Sengül. 
Beim Schüleraustausch-Programm ist die Wahl auf Anna-Theresa Baumann aus Werne gefallen. Die jungen Teilnehmer sollen auch als „Junior-Botschafter“ ihres jeweiligen Heimatlandes fungieren. Untergebracht sind die jungen Leute während ihres Aufenthalts in Gastfamilien. Mehr Infos im Netz auf der   .

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