Lüner Dokumentarfilmer reist rund um die Welt

Traumjob

Sein Beruf bringt den Lüner Raphael Lauer rund um die Welt. Der 29-Jährige ist Dokumentarfilmer, seit sieben Jahren Redakteur und seit zwei Jahren auch Chef vom Dienst bei Maximus-Film in München-Unterföhring. Wir sprachen mit dem Lüner über seine Arbeit und die Faszination für das Fremde.

LÜNEN

, 26.08.2015, 06:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner Dokumentarfilmer reist rund um die Welt

Raphael Lauer (r.) mit einem Kollegen bei Dreharbeiten in Papua-Neuguinea.

Wussten Sie schon während Ihres Studiums in Münster, dass Sie mal in den Journalismus gehen? Ich wollte als Quereinsteiger Auslandkorrespondent werden. Mich haben fremde Kulturen interessiert, ich wollte wissen, warum sich in verschiedenen Gebieten die Menschen immer wieder die Köpfe einschlagen. Deshalb habe ich Geschichte, Religionswissenschaften und katholische Theologie studiert.

Wie ging es dann nach dem Studium weiter? Ich hab ein Praktikum bei Maximus-Film gemacht, das sollte eigentlich nur drei Monate dauern. Aber dann bin ich geblieben, habe ein Volontariat angeschlossen und bin jetzt Chef vom Dienst. Übrigens bin ich nicht der einzige Lüner in der Firma.

Wie viele Lüner sind denn bei Maximus-Film? Wir sind insgesamt vier. Christian Schene hat die Firma gegründet, er ist Geschäftsführer. Sein Bruder, Dr. Michael Schene, leitet bei uns die Postproduktion. Und David Karski absolviert gerade ein Volontariat bei uns. Wir waren übrigens alle auf dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

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Dokumentarfilmer aus Lünen reist rund um die Welt

Sein Beruf bringt den Lüner Raphael Lauer rund um die Welt. Der 29-Jährige, der am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sein Abitur machte, ist Dokumentarfilmer und Chef vom Dienst bei Maximus-Film in München-Unterföhring. Dort hat er nach seinem Studium in Münster ein Praktikum gemacht, das Volontariat gleich angeschlossen. Seit sieben Jahren ist er Redakteur und nun auch Chef vom Dienst. Neben dem Planen der neuen Projekte dreht er aber auch selbst noch Filme. Wie in Sibirien oder Papua-Neuguinea über die gefährlichsten Schulwege der Welt.
25.08.2015
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Raphael Lauer bei Dreharbeiten auf den Bahamas.© Foto: Maximus Film
Dreharbeiten bei minus 60 Grad im sibirischen Oimjakon, Rudolph Lauer (r.) mit dem Kameramann.© Foto: Maximus Film
Raphael Lauer (l.) mit einem Kollegen bei Dreharbeiten in Papua-Neuguinea.© Foto: Marc Dozier
Raphael Lauer (r.) mit einem Kollegen bei Dreharbeiten in Papua-Neuguinea.© Foto: Maximus Film
Eisige Temperaturen bei Dreharbeiten in Grönland.© Foto: Maximus Film
Raphael Lauer (r.) mit einem Kollegen bei Dreharbeiten in Grönland.© Foto: Maximus Film
Dreharbeiten an einer Dorfschule in Äthiopien.© Foto: Maximus Film
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Bleibt Ihnen als CvD noch Zeit, selbst Filme zu drehen? Auf jeden Fall. Das ist mir auch wichtig, an der Basis zu sein. Aber das Planen macht auch Spaß.

Durch Ihre Arbeit sind Sie ja schon weit in der Welt herumgekommen. Beispielsweise bei Dreharbeiten für die Doku-Serie über die gefährlichsten Schulwege der Welt. Ja, da haben wir insgesamt zwei Staffeln mit jeweils fünf Filmen für Arte gedreht. Ich selbst habe zwei Filme davon gemacht – am kältesten Ort der Welt, in einem Dorf in Sibirien. Wenn man Wasser ausschüttet, kommt es sofort als Eis unten an. Im November war ich in Papua-Neuguinea. Da leben Kinder mitten im Dschungel, die ein Internat besuchen, das 150 Kilometer entfernt liegt. Um dorthin zu kommen, müssen sie fünf bis zehn Tage durch den Dschungel laufen.

Was macht die Firma sonst noch? Unser tägliches Geschäft ist Filme für die Reihe „Galileo Wissen weltweit“ zu drehen. Da gibt es schon die achte Staffel. Unsere Teams waren schon in fast 130 Ländern.

Und welche Länder haben Sie persönlich besonders beeindruckt? Die Situation in afrikanischen Ländern wie Ruanda, Sierra Leone oder Äthiopien. Natürlich gibt es auch einfach schöne Ecken so wie ich sie beim Film über schwimmende Schweine auf den Bahamas oder bei Dreharbeiten in Grönland erlebt habe. Aber das andere Extrem bleibt eher hängen.

Und was steht als Nächstes auf Ihrem Drehplan? Ich fliege in einigen Tagen in den Mittleren Osten. Wir wollen dort zwei ungewöhnliche Geschichten über Menschen in Krisengebieten drehen, die anderen Menschen Mut machen.

Können Sie selbst Ideen entwickeln oder kommen die Aufträge von den Sendern? Die Idee entsteht bei uns. Wir überlegen, was wir machen können und erstellen ein Konzept. Wenn die Sender das annehmen, geht es los.

Sind Sie noch oft in Lünen? Ich versuche schon, drei oder vier Mal im Jahr nach Lünen zu kommen, um meine Eltern zu besuchen. Und auch, um mal wieder ein Handballspiel des Lüner SV und den BVB zu sehen.

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