Lüner Ehepaar entlarvt falsche Polizisten: Zwei Frauen festgenommen

rnBetrugsmasche

Filmreife Szenen haben sich in Lünen-Süd abgespielt: Auf den Anruf falscher Polizisten ist ein Ehepaar zum Schein eingegangen. Bei der geplanten Geldübergabe wurden zwei Frauen festgenommen.

Lünen

, 21.08.2020, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf ältere, einsame Menschen haben es falsche Polizisten meist abgesehen. Bei einem Ehepaar aus Lünen-Süd waren sie allerdings an der falschen Adresse. Die beiden haben am Donnerstag (20. August) auf den Anruf falscher Polizisten pfiffig reagiert und den Spieß umgedreht. Bei der geplanten Geldübergabe konnten zwei junge Frauen (18 und 23) aus Bochum und Essen festgenommen werden.

Als das Telefon schellte und die Stimme des vermeintlichen Polizisten erklang, witterte der Lüner bereits, dass hier etwas faul war. Ihm wurde folgende Geschichte aufgetischt: Ermittlungen haben ergeben, dass sein Geld auf der Bank nicht sicher sei - also solle er eine fünfstellige Summe abheben. Zivil gekleidete Polizisten würden das Bargeld dann an einer vereinbarten Stelle abholen. Dass das absoluter Blödsinn ist, war dem Ehepaar schnell klar. Es informierte die Polizei.

Doch damit nicht genug. Das Ehepaar spielte das falsche Spiel mit, klärte die nächsten Schritte mit der echten Polizei ab und ging auf die absurden Anweisungen der Betrüger ein.

Auffällig, so erinnert sich der Lüner, sei die Aufforderung der Betrüger gewesen, bloß nicht den Hörer aufzulegen. Sie hätten nicht gewollt, dass man mit irgendjemandem Kontakt aufnahm. Weil das Ehepaar zu zweit war, konnte es die Betrüger austricksen.

Fingiertes Auszahlungsgespräch

Wie die Polizei berichtet, sei der Mann dann immer im Kontakt mit der echten Polizei zur Bank gefahren, habe ein Auszahlungsgespräch fingiert und sei anschließend nach Hause gefahren. Nach weiteren Telefonaten mit den Tätern wurde ein Übergabeort vereinbart.

Als der Lüner am frühen Abend einen nicht mit Bargeld gefüllten Beutel an dem verabredeten Ort ablegte, näherten sich zwei junge Frauen. In diesem Moment griff die echte Polizei zu und nahm die beiden Verdächtigen fest.

Die Ermittlungen zur Tat dauern derzeit an. Der Schaden für das Lüner Ehepaar liegt bei Null Euro. Wie im Krimi sei es gewesen, schildert der Mann. Die ganze Aktion habe sich von 13.30 bis 18 Uhr hingezogen. Zur Nachahmung empfehle er das aber nicht. Sein Dank gilt dem schnellen Einsatz der Polizei und der Bereitschaft der Bank, das Spiel mitzuspielen.

Wichtige Tipps der Polizei

Die Polizei möchte verhindern, dass Lüner Opfer von Betrügern als falsche Polizisten werden. Deshalb gibt sie Hinweise: „Die Polizei wird Sie nie anrufen und nach Wertsachen fragen! Sie wird Sie zudem nie - wie es häufig bei dieser Masche geschieht - unter der Rufnummer 110 anrufen!

Es gibt vier Fragen, die Sie sich bei verdächtigen Anrufen stellen können. Beantworten Sie nur eine mit „Ja“, ist Skepsis angebracht und Sie sollten auflegen! Werden Sie am Telefon nach Geld gefragt? Nach Wertsachen? Werden Sie zur Verschwiegenheit aufgefordert? Sollen Sie mit der 110 verbunden werden?

Allgemein gilt: Übergeben Sie Ihr Geld niemals an unbekannte Personen! Sind Sie unsicher, ob „echte“ Polizeibeamte vor Ihnen stehen oder anrufen, ziehen Sie Nachbarn oder Angehörige hinzu oder besser: Rufen Sie die Polizei unter 110 an. Die Kollegen der Leitstelle können herausfinden, ob an Ihrer Anschrift Ermittlungen laufen.

Wählen Sie den Polizeinotruf 110

Lassen Sie sich nicht mit der 110 oder angeblichen Kollegen verbinden, drücken Sie nicht die Rückruftaste! Legen Sie auf und wählen Sie selbst die 110. Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten haben - egal, ob Sie den Betrug erkannt und aufgelegt haben oder schlimmstenfalls Opfer geworden sind.

Informieren Sie Senioren in Ihrem Umfeld. Die „jüngere Generation“ kann Verwandte oder Bekannte auch praktisch unterstützen. Helfen kann zum Beispiel das Löschen des Telefonbucheintrags. Oft suchen die Täter über Vornamen nach potenziell älteren Menschen.“

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