Lüner Ehepaar ist zurück: Kreuzfahrt wegen Corona abgebrochen

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Eigentlich sollte es für ein Ehepaar aus Lünen eine Traumreise werden - eine sechswöchige Kreuzfahrt rund um die Welt. Doch es kam ganz anders. Nun ist das Paar zurück in Lünen.

Lünen

, 29.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Lüner Ehepaar war auf der „MS Artania“ aus der ARD-Dokuserie „Verrückt nach Meer“. Auf dem Schiff haben sich nachgewiesen mittlerweile 23 Passagiere und 13 Crewmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Sie müssen in Australien bleiben, wo das Schiff an der Westküste, in Fremantle, anlegen durfte. Die meisten der insgesamt etwa 800 Passagiere sind aber am Sonntag (Ortszeit) von Perth, nördlich von Fremantle, mit gecharterten Flugzeugen zurück nach Deutschland geflogen. Darunter auch die beiden Lüner.

„Sie sind wieder zuhause und ich glaube auch sehr froh, dass sie wieder hier sind“, sagt der Sohn des Ehepaares, der seinen Namen hier nicht lesen möchte.

Am Donnerstag (26.3.) hatte der Sohn Kontakt mit den Eltern auf dem Schiff. Die hatten sich lange auf eine vierwöchige Reise gefreut, die in Australien starten und dann über die Südsee bis nach Peru führen sollte.

Ehepaar aus Lünen berichtet vom Schiff

„Meine Eltern sind seit vielen Jahren begeisterte Kreuzfahrt-Fans, sie haben sich sehr auf diese besondere Reise gefreut“, erzählt der Sohn. Seitdem sich jedoch zunächst fünf Passagiere und zwei Crewmitglieder der „MS Artania“ mit dem Coronavirus infiziert haben, war klar, dass diese Reise ganz anders verlaufen würde.

Der Teil der Reise, der nach Süd- und Nordamerika führen sollte, ist bereits von Phönix-Reisen, dem Besitzer der „Artania“, abgesagt worden.

„Alle sieben Infizierten sind direkt in Quarantäne gekommen, fühlen sich aber, wie ich von meinen Eltern gehört habe, gut. Sie sollen wohl keine schweren Symptome haben“, sagt der Lüner. Das soll sich allerdings inzwischen geändert haben. Laut Medienberichten würden mittlerweile neun Infizierte vom Schiff in Krankenhäusern in Perth, nördlich von Fremantle, behandelt. Einige seien in kritischem Zustand und lägen auf der Intensivstation.

Plan: Direkt zurück nach Bremerhaven

Klar soll wohl auch sein, wer das Coronavirus auf die Artania eingeschleppt hat: Ein Passagier, der in Sydney das Schiff verlassen hat. Die eigentlich geplante Kreuzfahrt wurde sofort abgebrochen, die australischen Behörden wollten das Schiff aber nicht anlegen lassen.

„Ursprünglich sollte die Artania auf direktem Wege von Australien nach Bremerhaven fahren“, hörte der Lüner von seinen Eltern. Wohl auch aufgrund der hohen Zahl an Infizierten in Süd- und Nordamerika. Dort wären Landgänge wohl auch viel zu gefährlich gewesen.

Als nun aber sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, legte die „Artania“ doch in Fremantle an der Westküste des fünften Kontinents an.

Offenbar, so Medienberichte, wegen eines medizinischen Notfalls an Bord, der aber nichts mit dem Coronavirus zu tun habe. Zwei Passagiere mussten südlich von Perth ausgeschifft werden und kamen ins Krankenhaus - aufgrund anderer Erkrankungen.

Lüner fliegen nach Hause

Die beiden Lüner sind am Sonntag aus nach Hause geflogen. Die Reederei habe Flugzeuge gechartert, um alle nach Hause zu bringen. Die Passagiere der „Artania“ wurden nach Frankfurt/Main geflogen. Der Lüner ist froh, dass seine Eltern wieder zurück sind. „Es war kein gutes Gefühl in den Tagen davor.“

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