Lüner ermordete seine Mutter und muss jetzt in die geschlossene Psychiatrie

Urteil in Dortmund

In der Nacht auf den Nikolaustag 2019 hat ein 21-jähriger Mann in Lünen-Süd seine Mutter getötet. Am Freitag wurde er vom Dortmunder Schwurgericht in die Psychiatrie eingewiesen.

Lünen

, 28.06.2020, 09:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Prozess um die Bluttat in Lünen-Süd fand am Dortmunder Schwurgericht fast vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Unmittelbar nach der Verlesung der Anklageschrift hatte Verteidigerin Kathrin Nunnemann alle Verfahrensbeteiligten überrascht, indem sie den Ausschluss der Zuschauer beantragte. Da es sich um ein reines Sicherungsverfahren mit dem Ziel der Unterbringung des offenbar schuldunfähigen Mannes in der Psychiatrie handele, sei dies angebracht, so die Anwältin.

Von erheblicher psychischen Erkrankung des Beschuldigten sei ausgehen

Die Richter hatten diesem Antrag stattgegeben. Alle Zeugenaussagen, alle Vernehmungen von Sachverständigen fanden fortan ohne Prozessbeobachter statt. Der Entscheidung der Richter ist aber zu entnehmen, dass auch sie von einer erheblichen psychischen Erkrankung des Beschuldigten ausgehen, die diesen zur Tatzeit schuldunfähig machten.

Weil von dem jungen Mann aber erhebliche Gefahren für die Allgemeinheit ausgehen, wurde er für unbestimmte Zeit in eine geschlossene Klinik eingewiesen. Eine Entlassung in die Freiheit ist erst dann möglich, wenn mehrere Ärzte unabhängig voneinander davon überzeugt sind, dass der Lüner gesund und daher ungefährlich ist.

Der 21-Jährige hatte sich nach der Bluttat in Richtung Schleswig-Holstein abgesetzt, sich dort aber auf einer Polizeiwache selbst gestellt.

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