Lüner Familie erlebt dramatische Geburt eines Alpaka-Fohlens

Wanderungen und Tier-Therapie

Seit drei Monaten halten Adina und Axel Wolloscheck aus Brambauer eine kleine Alpakaherde. Die ist jetzt größer geworden. Eine dramatische Geburt hielt die Familie in Atem.

Lünen, Brambauer

, 23.07.2021, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das kleine Alpakafohlen Caillou kam ausgerechnet am Tag des schweren Unwetters zur Welt. Inzwischen hat sich der junge Hengst gut erholt.

Das kleine Alpakafohlen Caillou kam ausgerechnet am Tag des schweren Unwetters zur Welt. Inzwischen hat sich der junge Hengst gut erholt. © Wolloscheck

Den Tag, als die schweren Unwetter auch Lünen heimsuchten, werden Adina Wolloscheck und ihre Familie wohl nicht so schnell vergessen. Nicht, weil ihr Keller voller Wasser stand. Es hatte einen tierischen Grund.

Adina Wolloscheck und ihr Mann Axel haben vor drei Monaten die kleine Alpakaherde übernommen.

Adina Wolloscheck und ihr Mann Axel haben vor drei Monaten die kleine Alpakaherde übernommen. © Wolloscheck

Seit drei Monaten hat das Ehepaar aus Brambauer eine kleine Alpakaherde übernommen. Eine der Stuten war trächtig und suchte sich ausgerechnet den Tag des Unwetters aus, um ihr Fohlen zur Welt zu bringen. „Normalerweise finden die Geburten immer bei Sonnenschein statt, das machen die Tiere instinktiv so. Allerdings bekam die Stute ihr erstes Fohlen und da war der Instinkt wohl noch nicht so ausgeprägt“, erzählt Adina Wolloscheck.

Tierarzt alarmiert mitten im Unwetter

Da es Mutter und Fohlen nicht gut ging, versuchte die Familie, einen Tierarzt zu finden. „Einige wollten nicht kommen, weil schon alles überschwemmt war, aber einer kam dann zum Glück doch zu uns.“ Mittlerweile sind die Mutter und ihr männliches Fohlen namens Caillou wohlauf.

Axel Wolloscheck bietet mittlerweile auch Wanderungen mit Alpakas an.

Axel Wolloscheck bietet mittlerweile auch Wanderungen mit Alpakas an. © Wolloscheck

Eigentlich ist Axel Wolloscheck Opernsänger, Pianist und Dirigent, bietet aber neben der Musikschule im eigenen Haus mit Gesangs- und Klavierunterricht sowie Studienvorbereitung nun auch Wanderungen mit Alpakas an. Vier Personen können sich mit zwei Alpakastuten auf den Weg machen. „Den Hengst und die Mutterstute mit Fohlen nehmen wir derzeit noch nicht mit.“ Die Wanderungen dauern zwischen einer, eineinhalb und zwei Stunden - je nach Vereinbarung und Wunsch.

Adina Wolloscheck ist Sozial-Pädagogin und befindet sich gerade noch in der Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. Sie bietet tiergestützte Therapien für Kinder und Jugendliche an, die beispielsweise autistische Störungen oder auch geistige Behinderungen haben oder psychisch oder chronisch erkrankt sind.

Projekt heißt „Bonbonhaus“

Dass ihr Projekt „Bonbonhaus“ heißt, verdankt die Familie ihrer Tochter. „Als wir ein Haus suchten, gab es in dem Gebäude eine Intensiv-Wohngruppe und bei der Besichtigung bot der Leiter unserer Tochter ein Bonbon an.“ Als die Eltern am Ende der Hausbesichtigungen die Tochter fragten, welches Haus ihr am besten gefallen habe, kam die Antwort prompt: „Das Bonbonhaus.“ Und so hatte das Haus, in dem auch die Musikschule und die sozialpädagogische Praxis untergebracht sind, seinen Namen weg.

Fluchttiere, keine Kuscheltiere

Vor drei Monaten entschied sich die Familie, zu ihren Tieren noch Alpakas hinzu zu nehmen. „Die Besitzerin des Stalles, in dem wir unsere Pferde stehen haben, hatte die Alpakas und wir haben immer schon überlegt, mit ihnen tiergestützte Therapie anzubieten. Als sie die Tiere verkaufen wollte, haben wir sie übernommen“, so Adina Wolloscheck.

Die Alpakas spielen bei tiergestützten Therapien für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle.

Die Alpakas spielen bei tiergestützten Therapien für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle. © Wolloscheck

Die flauschigen Vierbeiner sind allerdings Flucht- und keine Kuscheltiere. „Aber sie sind immer Eisbrecher für Kinder und Jugendliche, die sehr verschlossen sind. Wenn Therapiestunden zäh laufen und man fragt, ob die nächste bei den Alpakas stattfinden soll, ist das sofort Motivation für die Kinder.“

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Eine Eigenschaft der Alpakas, die für die Kontaktaufnahme wichtig ist, ist deren ausgeprägte Neugier. „Wenn sie Vertrauen gefasst haben, darf man sie auch mal am Hals berühren und am Halfter führen. Streicheln am Kopf mögen sie aber gar nicht.“ Fürs Kuscheln bei der Therapie steht dann aber der Hund der Familie, ein zutraulicher Mischling, zur Verfügung. „Das ist gerade bei sehr schüchternen Kindern ein guter Anfang.“

Adina Wolloscheck hat mit den Alpakas gute Erfahrungen bei der tiergestützten Therapie für Kinder und Jugendliche gemacht.

Adina Wolloscheck hat mit den Alpakas gute Erfahrungen bei der tiergestützten Therapie für Kinder und Jugendliche gemacht. © Wolloscheck

Abstand passt zum Verhalten der Kinder

Dass die Alpakas zwar neugierig sind, aber dennoch auf Abstand Wert legen, passt oft genau zum Verhalten der Kinder und Jugendlichen, die auch lieber erst einmal Abstand halten. Besonders bei Autisten und Kindern mit psychischen Erkrankungen helfen die Begegnungen mit den Alpakas bei der Therapie.

Informationen über die Angebote des „Bonbonhauses“ gibt es auf der Internetseite www.bonbonhaus-luenen.de Weitere Informationen, auch zu den Alpaka-Wanderungen, bekommt man unter Tel. 0163 3832359 oder per Mail bonbonhausluenen@gmail.com
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