Lüner Firma entwickelt Programme für Fußballklubs

Mit Software in die Champions League

Die Lüner Firma RGW Consulting bietet ihre Dienste mittelständischen und größere Unternehmen an. Mit einer Fußball-Edition ihrer Software hat sich die Firma einen neuen Markt geschaffen. Profiklubs aus Deutschland und der Schweiz zählen zu den Kunden - unter anderem der Schweizer Meister FC Basel. Wir erklären, was die Software kann und wie komplex die Finanzdaten eines Fußballklubs sind.

Brambauer

, 26.08.2015, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was bedeutet eigentlich genau der Begriff Controlling?

Controlling ist laut dem Gabler-Wirtschaftslexikon „ein Teilbereich des unternehmerischen Führungssystems, dessen Hauptaufgabe die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche ist“.

Was können die Fußball-Klubs mit der Software machen?

Der FC Basel kann mit dem Programm zum Beispiel berechnen, wann welches Geld fließt oder fließen würde, Prognosen aufstellen, zusätzliche TV-Einnahmen aus der internationalen Vermarktung, Zuschauereinnahmen durch drei Heimspiele im internationalen Wettbewerb errechnen oder auch Bandenwerbung für die lukrativen Wettbewerbs-Abende. 

Mithilfe der Software von RGW Consulting können Worst-Case-Szenarien oder Best-Case-Szenarien erstellt werden. Fragen nach wie viel Geld der Klub zur Verfügung hat, wenn der FC Basel Schweizer Meister wird, wenn er Pokalsieger wird oder wenn er die Champions-League erreicht – oder auch wenn nicht. 

Das alles mussten die Klubs vorher kalkulieren. Welche Vorteile verschafft also die Lüner Software?

Das spart vor allem eins: Zeit. Daher ist René Heiniger, der beim FC Basel für das Controlling zuständig ist, mit der Zusammenarbeit mit RGW „sehr zufrieden“. Auf einen Blick spuckt die Software die Daten aus: Mögliche Einnahmen und Ausgaben, auf den Verein genauestens abgestimmt. Mit der Fußball-Edition ist es nun leichter, den Überblick über die gesammelten Vertragswerke des Profikaders zu behalten. „Das Programm zeigt sofort an, wer beim nächsten Einsatz oder Tor oder sonst was eine Prämie bekommt. Und es ist sofort zu sehen, wie sich das auf die Liquidität des Vereins auswirkt“, sagt Ralf Winkelmann, Geschäftsführer der Lüner Firma. In Sekundenschnelle kann der Mitarbeiter der Finanzabteilung eines Klubs sehen, wie sich ein Transfer auf die Finanzen des Klubs auswirkt - auf die ganze Saison gesehen. 

Warum ist diese genaue Datenverarbeitung so wichtig?

Die Liquiditätsplanung, also der Überblick über die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens, ist eine wichtige Aufgabe, die das Programm übernimmt. Denn in der Schweiz wie in Deutschland werden die Vereine vom Ligaverband auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und erhalten entsprechend eine Lizenz, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können.

Wer nutzt die Software noch - außer dem FC Basel?

Der Zweitliga-Klub VfL Bochum nutzt schon sie seit der vergangenen Saison.

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