Lüner Fredy Niklowitz vom Hilfseinsatz am zerstörten Kölner Stadtarchiv zurück

LÜNEN/KÖLN „Bin ich froh wieder in meinem heilen Archiv zu sitzen“. Nach einer Woche Einsatz an der Einsturzstelle des Historischen Archivs in Köln ist Fredy Niklowitz wieder an seinen Arbeitsplatz im Rathauskeller zurück gekehrt.

von Von Günther Goldstein

, 06.04.2009, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alles was aus dem Schutthaufen kommt ist dick mit Staub bedeckt und wird hier grob vorgereinigt und neu verpackt.

Alles was aus dem Schutthaufen kommt ist dick mit Staub bedeckt und wird hier grob vorgereinigt und neu verpackt.

Als vor gut einem Monat das Unfassbare geschah, war auch Fredy Niklowitz bis ins Mark getroffen. Als dann am 9. März der Ruf nach freiwilligen Helfern aus Köln zu ihm drang, gab es für ihn nur noch zwei Fragen zu klären: Bei seiner Familie und seinem Arbeitgeber das „Ja“ einzuholen. Am 25. März kam sein Einsatzplan, fünf Tage später stand Fredy Niklowitz am Ort des Geschehens in der Severinstraße.Hier traf der Lüner Archivar auf Kollegen aus ganz Deutschland, die alle freiwillig an der Rettungsaktion teilnehmen. „Die Bereitschaft da mit zu helfen war riesengroß“, erzählt Niklowitz, „denn wir Archivare wissen, dass wir im Prinzip für die Ewigkeit arbeiten mit dem was wir verwalten. Und wenn dann so ein Unglück passiert, gibt es nur eins: Retten, was zu retten ist“.

Sein Arbeitsplatz war im Innenhof des Friedrich Wilhelm-Gymnasiums, wo er mit einer Hand voll Kollegen die aus den Trümmern geborgenen Archivalien grob vorgereinigt und neu verpackt hat. Von da aus gingen sie weiter zu einem Bearbeitungszentrum nach Porz. Die drei Einsatzabschnitte des zum großen Teil in der U-Bahn Baustelle versunkenen Gebäudes, die als Trichter, Loch und Berg bezeichnet sind, konnte der Lüner Archivar in Augenschein nehmen und dort beobachten, wie die freiwilligen Helfer der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes von Hand die unersetzlichen Dokumente aus vielen Jahrhunderten aus den Schuttmassen bergen konnten.

Von 7 bis 19 Uhr wurde auf der Einsatzstelle an der Severinstraße in zwei Schichten gearbeitet. Die Versorgung mit Essen fand im Gymnasium statt. „Die Stimmung unter den Helfern war toll“, erzählt Fredy Niklowitz, „es war ein außergewöhnliches Erlebnis mit so vielen Kollegen an einem solch denkwürdigen Ort zusammen zu treffen“.  Untergebracht war der Lüner mit den anderen Fachleuten und den THW-Helfern in einem Wohnheim der Stadt Köln, in dem zuerst auch die betroffenen Bewohner der Häuser unterkommen konnten, die mit dem Archiv zusammen eingestürzt waren. 

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