Friseurmeisterin Nele Hörning ist froh, dass fast alle ihrer Kunden geimpft sind. Kontrolliert wird die 3G-Regel aber immer noch, bevor man auf dem Friseurstuhl Platz nehmen darf. © Günter Blaszczyk (Archiv)
Kontrolle

Lüner Friseure: Ohne 3G-Nachweis gibt es für Kunden keine neue Frisur

Ein neuer Schnitt, eine neue Farbe – bevor man sich in den Friseurstuhl setzen darf, muss man erst nachweisen, dass man genesen, geimpft oder getestet ist. Das müssen die Friseure nachprüfen.

Auch nach mehr als 19 Monaten Pandemie gelten weiter Vorschriftsmaßnahmen. Wer sich nicht daran hält, dem drohen Ärger und Bußgelder. Das gilt auch für den Friseurbesuch. Bevor die Mitarbeiter mit ihren Kunden die neue Frisur besprechen, müssen sie erst einmal prüfen, ob der Kunde die 3G-Regel erfüllt.

Nicht jeder Kunde hat Verständnis

Erst, wenn er (oder sie) nachweisen kann, dass er geimpft, genesen oder aktuell getestet ist, darf er oder sie auf dem Friseurstuhl Platz nehmen. In Lüner Friseursalons ist das mittlerweile eigentlich selbstverständlich. Aber nicht alle Kunden beweisen Verständnis.

„Eigentlich haben wir noch jeden Tag Diskussionen, wenn auch nur mit wenigen Kunden“, sagt Michael Nathaus, Chef des Salons Haarkult in Wethmar. Es komme immer noch vor, dass Kunden keinen Nachweis für Impfung, Genesung oder Test dabei haben. „Viele haben Verständnis, dass wir sie dann wieder wegschicken müssen, aber einige wollen mit uns diskutieren.“ Diese Kunden verstünden nicht, warum die Kontrolle der 3G nötig sei, „für so ein bisschen Haareschneiden“. Die Antwort des Friseurmeisters ist eindeutig: „Wenn wir den Nachweis nicht haben und wir kontrolliert werden, dann wird es teuer – für uns und für den Kunden.“

So sieht es auch Werner Middel, Inhaber des Friseursalons Middel in Nordlünen. „Auch wenn man nicht unbedingt durchschaut, warum es einerseits wieder steigende Infektionszahlen und andererseits Lockerungen gibt – aber das machen wir ja jetzt schon fast zwei Jahre mit“, so Middel. Am Freitagmittag seien gerade wieder zwei Kunden da gewesen, die ihre Impfnachweise vergessen hatten: „Da wurde nicht diskutiert, die beiden holten ihre Impfausweise und kamen damit zurück.“ Die meisten Kunden seien geimpft oder genesen, nur ganz wenige kommen mit Tests: „Vielleicht drei von 100 Kunden.“

„Wir haben sehr vernünftige Kunden“

Nele Hörning, Besitzerin des Salons „Hörning Haardesign“ an der Dortmunder Straße, ist froh, „dass wir sehr vernünftige Kunden haben, die zu 99 Prozent auch geimpft sind und uns den Nachweis zeigen.“ Nele Hörning hat „eigentlich keine Laufkundschaft, wir kennen unsere Kunden.“ Wenn doch mal jemand einfach so in den Salon kommt, muss er natürlich nachweisen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist.

Kontrolliert wird natürlich auch im Friseursalon Twieling an der Lange Straße in der Fußgängerzone. „Früher kamen öfter Leute ohne Nachweise, die mussten dann aber wieder gehen. Inzwischen sind es nur noch selten Kunden, die keinen Nachweis für 3G dabei haben“, so die Erfahrung von Inhaber Dirk Twieling.

Friseurmeisterin Christiane Belz (r.) mit ihrer Mitarbeiterin Melissa Körnschild im Salon an der Borker Straße.
Friseurmeisterin Christiane Belz (r.) mit ihrer Mitarbeiterin Melissa Körnschild im Salon an der Borker Straße. © Nora Varga (Archiv) © Nora Varga (Archiv)

Auch Friseurmeisterin Christiane Belz, Inhaberin des Salons Belz in Alstedde, setzt auf den alten Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Wenn Kundinnen ohne Nachweis kommen, werden sie freundlich gebeten, diesen zu holen. Ohne gibt es keine neue Frisur. Viele ihrer Kunden kennen Christiane Belz und ihre Mitarbeiterinnen schon lange. Wenn aber neue Kunden mit einem Nachweis auf dem Handy kommen, wird auch um den Ausweis gebeten, um zu kontrollieren, ob es sich wirklich um denjenigen handelt, dessen Namen auf dem Nachweis steht. So handhabt es auch Friseurmeister Michael Nathaus in seinem Salon: „Wenn wir den Kunden nicht kennen, bitten wir darum, uns auch den Ausweis zu zeigen.“

Damit niemand ohne den Nachweis erscheint, setzt Christiane Belz auf Hinweise beim Anmelden. „Wenn sich Kunden bei uns telefonisch einen Termin holen, informieren wir auch immer darüber, dass sie an den Nachweis denken sollen, wenn sie zu uns kommen“, so Christiane Belz. Wollen Kunden ohne Termin einen Haarschnitt, dann geht das nur, wenn sie Impfung oder Genesung nachweisen bzw. den aktuellen Test vorlegen können.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt