Lüner Grüne beteiligen sich in Kooperation mit Foodsharing an Lebensmittelrettung

rnLebensmittel Retten

Mit einem Regal für trockene und einem Kühlschrank für frische Lebensmittel gibt es nun bei den Grünen eine neue Verteilerstelle für Essen, das sonst weggeschmissen wird.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Äpfel, Joghurt, Wurst, Tee, Salatsoße, Schokolade und Mehl füllen bereits am Tag der Eröffnung Regal und Kühlschrank im Parteibüro der Grünen an der Münsterstraße.

Neben den vier bereits bestehenden Stationen - ein Fahrradanhänger und drei Schränke - die über das ganze Stadtgebiet verteilt frei zugänglich sind und klangvolle Namen wie „Casper“, „Kowalski“ oder „Theodor“ tragen, gibt es seit dieser Woche noch eine weitere: „Grüne Lotte“ hat Silke Lenkeit, Geschäftsführerin der Grünen den Neuzugang im Parteibüro getauft.

82 Kilo landen pro Person in der Tonne

„Jeder Mensch schmeißt im Jahr durchschnittlich 82 Kilo Lebensmittel weg“, erzählt sie. „Um dem entgegen zu wirken und damit nicht alles in der Tonne landet, wollen wir dem Wegwerf-Irrsinn ein Ende setzen.“ Damit bereichern die Lebensmittel von nun an das Gib-und-Nimm-Regal, das schon seit zwei Jahren im Parteibüro steht und bisher mit Büchern, Porzellan und Dekor gefüllt war.

Neu ist der Kühlschrank, der eine Erweiterung der bisherigen Verteilerstellen von Foodsharing, einer bundesweiten Initiative gegen Lebensmittelverschwendung, dastellt. „In Lünen gibt es etwa 40 aktive Foodsaver und 17 aktuelle Kooperationen“, erzählt Madeleine Wolf, die sich seit 2014 als Lebensmittelretterin engagiert.

Mehrmals pro Woche fährt sie diese Kooperationsbetriebe, zu denen unter anderem Rewe Melson, zwei türkische Gemüseläden und Edeka Bösel gehören, an und sammelt an Lebensmitteln ein, was auch die Tafeln nicht genommen haben.

Lebensmittel jenseits des Mindeshaltbarkeitsdatums

„An die Tafeln gehen die Sachen, die noch haltbar sind“, beschreibt sie, „wir als Foodsharing springen ein, wenn das Verfallsdatum überschritten ist.“ Das meiste wird von den Foodsavern selbst verbraucht oder an deren Freundes- und Bekanntenkreis verteilt.

Reste wandern zu Casper, Kowalski oder Theodor. Und Kühlprodukte wurden bisher in der Facebook-Gruppe bekannt gegeben und dann an der Haustür verteilt. „Das war zeitlich oft aufwändig. Das hier ist die optimale Lösung“, sagt Madeleine Wolf erfreut und betont: „Foodsharing an sich ist aber unpolitisch und parteiunabhängig.“

Bestückt werden sollen Regal und Kühlschrank also einmal pro Woche durch die Initiative, aber auch durch Privatpersonen, die in den Urlaub fahren oder schlicht zu viel gekauft haben. „Das fügt sich wunderbar in unser Konzept“, sagt Grünen-Geschäftsführerin Silke Lenkeit. „Ohne Foodsharing würde nicht weniger produziert, aber durch das Thema wird noch mal bewusster, dass es Überproduktion gibt.“


Bring- und Abholzeiten

Das Parteibüro der Grünen an der Münsterstraße 78 b hat zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 15 Uhr mittwochs und freitags von 9.30 bis 13 Uhr. Zu diesen Zeiten können Lebensmittel gebracht und abgeholt werden. Nicht in den Kühlschrank dürfen Fleisch (aber Wurst) und mit rohen Eiern zubereitete Speisen. Nehmen darf sich jeder soviel er mag ohne jede Gegenleistung.

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