Lüner Händler ziehen gemischte Bilanz zum verkaufsoffenem Sonntag

rnEinkaufen in Lünen

Nachdem verregneten verkaufsoffenen Sonntag ziehen die Händler ein gemischtes Fazit. Manche Geschäfte öffneten erst gar nicht. Sie äußern Zweifel am Erfolg des Wochenendshoppings in Lünen.

Lünen

, 10.12.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Händler der Lüner Innenstadt ziehen ein gemischtes Fazit vom verkaufsoffenen Sonntag (8.12.). „Gemessen an den Wetterkapriolen waren wir ganz zufrieden“, sagt Karin Faust, Verkäuferin bei Spielwaren Blomenkemper.

Besonders gen Nachmittag, nachdem der Regen sich verzogen hatte, habe es mehr Kunden in das Spielzeuggeschäft gezogen. Normalerweise sei an verkaufsoffenen Sonntagen immer ziemlich viel los, aber auch Faust habe gestern durchaus Zeit für ihre Kunden gehabt.

Schwach trotz weniger Konkurrenz aus Dortmund

„Es war relativ schwach im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Berit Behl, Geschäftsführerin der Lüner Saturnfiliale in der Innenstadt. Eigentlich habe sie sich etwas mehr erhofft. 2018 musste Lünen am verkaufsoffenen Sonntag Anfang Dezember direkt mit Dortmund konkurrieren. Dort hatten die Geschäfte ebenfalls geöffnet. „Ich denke, dass es gestern am Wetter lag“, so Behls Fazit zur diesjährigen Auflage.

Peter Becker, Geschäftsführer der Lüner Adlerfiliale, übt hingegen deutliche Kritik: „Das rechnet sich gar nicht mehr.“ Die verkaufsoffenen Sonntage verlieren seiner Meinung nach stark an Bedeutung. Drei Mal habe er dieses Jahr an einem Sonntag geöffnet gehabt. „Wir haben dann teilweise früher geschlossen“, so Becker weiter. Am 8. Dezember blieb Adler geschlossen.

Lese-Events statt Sonntagsverkauf

Genau wie die Lippe-Buchhandlung von Heidi Vakilzadeh. In Städten mit weniger Konkurrenz aus der Nachbarschaft hätten verkaufsoffene Sonntage laut Vakilzadeh sicherlich ihrer Berechtigung.

Sie setze mittlerweile lieber auf eigene Veranstaltungen, wie Leseabende, Buchvorstellungen und Stöberabende nach Feierabend. Drei Veranstaltungen dieser Art habe es in den vergangenen Wochen in ihrer Buchhandlung gegeben. „Das ist immer wunderschön, aber auch kräftezehrend für mich und die Mitarbeiter“, so Vakilzadeh. Dafür mache sie es gerne.

Nur noch zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr?

Ein positives Fazit, zumindest was die Besucherzahlen in der Innenstadt angeht, zieht Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City Rings. „Nachdem es aufhörte zu regnen, kamen viele Menschen in die Innenstadt, auf den Weihnachtsmarkt und in die Geschäfte“, berichtet von Bohlen von seinen eigenen Eindrücken.

Die Kritik an den verkaufsoffenen Sonntagen ist ihm derweil bekannt. Eine Umfrage bei den 85 Mitgliedern des City Rings habe ergeben, dass „die Lüner Händler nicht mehr so sehr davon überzeugt“ sind. „Besonders während der Himmelfahrtskirmes.“ Während der Lünschen Mess und des Weihnachtsmarkts sollen sie aber erhalten bleiben.

Zeitgleich erneuert von Bohlen die Forderung des City Rings nach neuen Impulsen und mehr Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing. Die Händler wünschen sich besser koordinierte Aktionen, etwa während des Kino- oder Drachenfestes.

Gute Zahlen im Weihnachtsgeschäft

Bei allen kritischen Stimmen ziehen die Händler für die Weihnachtszeit, immerhin die verkaufsstärkste Zeit des Jahres, eine positive Zwischenbilanz. Am „Black Weekend“ (zu deutsch: Schwarzes Wochenende) Ende November habe es 20 Prozent mehr Umsatz im Vergleich zu 2018 bei Saturn gegeben, so Berit Behl. Auch beim Weihnachtsgeschäft sei man zufrieden. „Die starken Tage kommen noch.“ Auch wenn das natürlich ein kleiner Blick in die Glaskugel sei.

Neben guten Umsätzen freut Karin Faust sich über den guten Verlauf Caritas-Aktion bei Spielzeug Blomenkemper. „Die schlägt ein wie eine Bombe.“ Dabei erfüllen Kunden Wünsche von bedürftigen Kindern zu Weihnachten, die auf sternförmige Karten geschrieben werden und im Geschäft aushängen. 250 Sterne gibt es 2019, 10 davon sind noch übrig. Und bis Weihnachten sind ja noch drei Wochen Zeit.

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