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Hautärztin behandelt täglich Patienten mit Krätze - die Zahl der Fälle steigt

rnAnsteckende Krankheit

Schlimmer Juckreiz, vor allem in der Nacht. Die Krätze taucht wieder auf. Die von Milben verursachte Infektionskrankheit ist hochansteckend. Die Zahl der Fälle in der Region nimmt zu.

Lünen

, 22.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Jeden Tag behandelt die Lüner Hautärztin Dr. Ines Chrobok in der Gemeinschaftspraxis mit Claudia Besser betroffene Patienten. Krätze sei in den letzten Jahren wieder ein Thema geworden. „Im Moment ist es ausgeprägt“, so Dr. Ines Chrobok. „Man sieht Krätze häufiger als früher“, bestätigt Allgemeinmediziner Dr. Michael Funke, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins.

Mehr als doppelt so viele Diagnosen

Die Beobachtung belegen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für den Kreis Unna. 5341 Mal wurde von Juli 2017 bis Juni diesen Jahres die Diagnose Krätze gestellt. Das ist mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum vor zwei Jahren mit 2022 Patienten. Vor einem Jahr behandelten die Ärzte 3420 Fälle. Wie viele Lüner betroffen waren, hat die Statistik nicht erfasst. „Die Verbreitung hat zugenommen. Die Krankheit gibt es das ganze Jahr“, sagt Dr. Michael Funke.

Ansteckung durch engen Hautkontakt

Übertragen wird sie von mikroskopisch kleinen Parasiten. Normales Händeschütteln führt in der Regel nicht zu einer Ansteckung, das geschehe durch engen, ungeschützten Hautkontakt, so Dr. Roland Staudt, Amtsarzt des Kreises Unna. Das ist meist in der Familie der Fall, kann aber auch in Kitas, Schulen oder Pflegeheimen passieren.

Tritt die Infektion in Gemeinschaftseinrichtungen auf, ist sie meldepflichtig. Ärzte hingegen müssen das Gesundheitsamt nicht über an Krätze erkrankte Patienten informieren. Der Kreis Unna teilte auf Anfrage mit, es würden seit zwei Jahren von Schulen, Kitas oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen immer mal wieder Einzelfälle von Krätze gemeldet.

Die Behörde hat ein Merkblatt herausgegeben. Darin ist von einer Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen bei der Erstinfektion die Rede. „Bei Zweitinfektionen dauert es manchmal nur wenige Tage, bis der Juckreiz wieder auftritt“, heißt es darin.

Therapie wird oft nicht richtig angewandt

Wird Scabies, wie Krätze medizinisch heißt, nicht behandelt, seien Patienten durchschnittlich acht Wochen ansteckend. Der Kreis Unna rät, bei Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Sowohl Hausärzte als auch die Fachpraxen der Hautärzte kümmern sich. Mediziner verschreiben meist eine Creme, die einige Stunden auf der Haut bleiben muss. „Sinnvoll ist es, vorher zu duschen“, empfiehlt Dr. Ines Chrobok. Ein Problem sei häufig, dass die Therapie nicht richtig angewandt werde.

Medikamentenverbrauch hat sich vervierfacht

Nach 24 Stunden soll der Patient nicht mehr ansteckend sein. Nach einer Woche kann in manchen Fällen eine zweite Behandlung nötig sein. Eine weitere Möglichkeit sei die Gabe von Tabletten.

Laut Dagobert Ullrich, Sprecher der Lüner Apotheker, hat sich der Verbrauch an Medikamenten gegen Krätze von 2016 auf 2017 vervierfacht. „Seitdem ist das hohe Niveau gleich geblieben“, stellt er fest.

Bekämpfung von Krätzmilben:
  • Besonders wichtig sind hygienische Maßnahmen: Kleidung, Bettwäsche, Kuscheltiere und Spielzeug sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • Nicht Waschbares sollte eine Woche in einen fest verschlossenen Sack gelegt werden.
  • Teppiche und Polster sind täglich gründlich zu saugen.
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