Lüner Hospiz eröffnet im Oktober mit sechs Betten

Drei Monate Verzögerung

Die Bauarbeiten haben drei Monate länger gedauert, als geplant - doch das kann bei so einem aufwendigen Projekt schon mal passieren: Das Hospiz am Wallgang wird in der kommenden Woche eröffnet. Die Planer haben sich viel Mühe gegeben, damit die Gäste sich wohlfühlen - und die Natur erleben können.

LÜNEN

, 01.10.2016 / Lesedauer: 3 min
Lüner Hospiz eröffnet im Oktober mit sechs Betten

Das Hospiz am Wallgang ist bald keine Baustelle mehr: Die ersten Gäste sollen Anfang Oktober einziehen.

Der Leiter der Einrichtung ist Sebastian Roth. Der 46-jährige Familienvater, der bereits ein Hospiz bei Bad Godesberg geleitet hat, freut sich schon auf die Arbeit in Lünen. „Das Spannende hier ist, dass wir ein Hospiz ohne Trägerschaft sind“, erzählt er. „Wir wirtschaften selbstständig.“

Zusammenarbeit in und mit der Gemeinde angestrebt

Die Arbeit in Lünen sieht er vor allem als Zusammenarbeit. „Wir möchten Veranstaltungen mitgestalten und uns auch in die Gemeinde hier einbetten“, sagt er. Vor allem freut er sich auf die Kooperation mit dem Ambulanten Hospizdienst Lünen. Ehrenamtliche Mitarbeiter können beispielsweise ihren praktischen Teil der Ausbildung im Hospiz absolvieren oder dort mithelfen.

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So soll das neue Hospiz in Lünen aussehen

Lünen bekommt ein erstes stationäres Hospiz. Jetzt gab es den ersten Spatenstich am Grundstück, das zwischen Wallgang und Holtgrevenstraße direkt gegenüber der Geschwister-Scholl-Gesamtschule liegt.
16.01.2015
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So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
So soll das neue Hospiz in Lünen bald aussehen.© Entwurf: schreiter architekten/Czub
Schlagworte Lünen

Die Gäste vom Lüner Palliativnetzwerk werden in Zusammenarbeit mit den Hausärzten Medizinisch versorgt. Als Seelsorger kümmern sich Hartmut Gluche und Dr. Thomas Roddey um Gäste und deren Angehörige.

Für zunächst sechs Betten sind die Arbeiten fast abgeschlossen

Rund 16 Stellen in der Pflege sollen nach und nach besetzt werden, hinzu kommen Hausmeister und Hauswirtschaftskräfte. „Wir werden erst einmal mit sechs Betten anfangen und uns dann allmählich steigern. Die Anmeldungen sind da, es gibt auch schon eine Warteliste“, erzählt Sebastian Roth.

Gemeinsam mit Eigentümerin Constanze Spellerberg zeigt er anschließend das Gebäude. „Es ist schon alles da, es wird richtig schön“, freut er sich nach 18 Monaten Bauzeit. 

So viel Natur wie möglich und keine Barrieren

Besonders stolz ist Spellerberg auf die „Null-Barrieren“, die schon etwas Besonderes seien. „Selbst der Übergang auf die Außenterrassen ist ohne jegliche Schwellen möglich.“

 

Das bedeutet, dass die Gäste, wenn nötig, in ihren Betten auf die Terrassen geschoben werden und dort die schöne Aussicht ins Grüne genießen können. „Wir möchten so viel Natur wie möglich hineinlassen“, sagt Spellerberg.

Tage der offenen Tür finden Ende September statt

Auf jeder Etage befindet sich ein Aufenthaltsraum mit Kamin. Besonderheiten sind das Andachtszimmer im Obergeschoss, das auch als Trauercafé, als Konferenz- oder Tagungsraum genutzt werden kann, und eine Bibliothek. Die Fliesen in den Badezimmern sind handbemalt.

„Es hat drei Monate länger gedauert als geplant“, resümiert Constanze Spellerberg. „Aber das kann bei einem so großen Projekt schon mal passieren.“ Am 5. Oktober um 19 Uhr wird das Hospiz am Wallgang feierlich eröffnet.

Die Leitung
- Einrichtungsleiter Sebastian Roth hat zwei Kinder; seine erste Ausbildung hat er in der Forstwirtschaft gemacht. Anschließend hat er eine Krankenpflegerausbildung gemacht und in Düren einen Ambulanten Pflegedienst geleitet.
- Nachdem er seine Pflegedienstleiterausbildung und seine Palliativ-Care-Ausbildung absolviert hatte, hat der Fachwirt für Alten- und Krankenpflege ein Hospiz mit zehn Betten in Bad Godesberg geleitet. Er wohnt mit Frau und Kindern in Dortmund.

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