Lüner Künstler blickt auf sein bewegtes Leben

Uwe Gegenmantel wird 65 Jahre alt

Eine Flucht, zwei Ehen, fünf Kinder und fast 30 Umzüge. Das ist die bewegte Bilanz der vergangenen 65 Jahre aus dem Leben des Lüner Künstlers Uwe Gegenmantel. In seinen Bildern hat er vieles verarbeitet. Aber noch nicht alles.

LÜNEN

, 16.07.2015, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner Künstler blickt auf sein bewegtes Leben

Der Künstler Uwe Gegenmantel in seinem Atelier in der Luisenstraße.

Im Atelier von Uwe Gegenmantel auf einem Dachboden in der Luisenstraße sieht es genau so aus, wie man sich den Arbeitsplatz eines Künstlers vorstellt: Ein Hocker, mehrere Staffeleien, Dutzende Bilder, Skizzenblätter, Zeichnungen, Farben, Stifte, Pinsel und eine Tasse Kaffee. Das ist alles.

Zurzeit arbeitet Uwe Gegenmantel an der Illustration eines Jugendbuches: "Hanna und Luis. Stolpersteine" von Viktor Sons. "Es geht darum, dass Neonazis einen der Stolpersteine in Lünen gestohlen haben und die beiden Kinder versuchen, diesen wiederzufinden. Dabei reisen sie auch in die Zeit der Dreißigerjahre zurück", erzählt Gegenmantel.

Über die Vergangenheit schreiben

Auch über seine eigene Vergangenheit will der Künstler malen und schreiben. "Ich schreibe an einer Biografie", verrät er. Ob diese mit Fotografien einiger seiner Gemälde oder mit Illustrationen entscheidender Ereignisse bebildert werden, wisse er aber noch nicht.

Dabei hat er schon einiges seiner eigenen Vergangenheit mit Hilfe von Bildern verarbeitet. Oder dies zumindest versucht. "Einmal stand ich wirklich zwischen Leben und Tod", sagt Gegenmantel ohne näher auf das Erlebnis Anfang der Siebzigerjahre eingehen zu wollen. "Darüber schreibe ich dann in meinem Buch. Jetzt wüsste ich das noch gar nicht richtig auszudrücken." Ein erstes, etwas düsteres Bild über das einschneidende Erlebnis gibt es schon.

Es folgte eine schwere, angsterfüllte Zeit für den Künstler. Mit den Jahren sind seine Bilder aber deutlich heller und fröhlicher geworden. "Es ist dann ja auch viel Schönes passiert."

Bei den ersten Überlegungen zu Illustrationen seines Lebens, fallen dem in der Mark Brandenburg geborenen Künstler direkt wichtige Ereignisse ein: Die Flucht mit seiner Familie aus der DDR oder der Kauf des ersten VW Käfers, Baujahr 1957, mit dem er 1969 aus Berlin direkt nach Paris fuhr.

Viele wichtige Erlebnisse

Uwe Gegenmantel hat in Duisburg, Berlin, Düsseldorf, Münster und mehreren Städten im Ruhrgebiet gelebt. Mit seiner jetzigen und zweiten Ehefrau ist er 1992 in ihre Heimatstadt gezogen, nach Lünen. Wo er sich wohlfühlt und 2013 den Kulturpreis der Stadt erhielt. Eine große und damals überraschende Ehrung. Zu seinem Geburtstag soll es weniger Rummel geben. Den verbringt er im kleinen Kreis. Mit seiner Frau und seiner Familie.

Lesen Sie jetzt