Lüner Ludger Koch lebt seit 20 Jahren der Liebe wegen in den USA

rnLüner vermisst Lünen

Der Liebe wegen zog es einen Lüner Eisenbahner in die USA. Doch an seiner Heimat hängt Ludger Koch noch nach fast 20 Jahren sehr. Auch wenn er sich in Oregon ein neues Leben aufgebaut hat.

Lünen

, 12.09.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Urlaub stellte für den Lüner Ludger Koch die Weichen für ein neues Leben. Als er 1995 eine Rundreise durch Kalifornien startete, ahnte der Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn nicht, dass sich sein Leben verändern würde. Denn dort traf er eine Amerikanerin. Aber noch gab es kein Happy-End, auch wenn er die Begegnung nicht vergessen konnte.

Einige Jahre später, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, gab der Lüner ihren Namen in einem Chat-Programm ein und sie war online. „Der Rest ist Geschichte. Nach vielen nächtlichen Chats hat es dann gefunkt und bei meiner nächsten Reise nach San Francisco haben wir uns getroffen“, erinnert sich der heute 53-Jährige.

Leben in den Staaten ist kein Pappenstiel

Eigentlich wollte er seiner Viktoria auf der berühmten Golden Gate-Bridge einen Heiratsantrag machen. „Aber ich war zu nervös. Also habe ich sie dann zwei Tage später, in einem ziemlich heruntergekommenen Hotel in Salinas um ihre Hand gebeten.“ Sie sagte Ja und Koch wanderte 2001 in den Westen der USA aus. „Es waren definitiv keine finanziellen Vorteile. Ich hatte in Deutschland einen sehr guten Job, war von 1986 bis 2000 Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn. Und das Leben in den Staaten ist wirklich kein Pappenstiel.“

Viktoria L. Koch - ihretwegen ist der Lüner vor 19 Jahren in die USA ausgewandert.

Viktoria L. Koch - ihretwegen ist der Lüner vor 19 Jahren in die USA ausgewandert. © Koch

Nachdem Koch die ersten Jahre in Roseville bei Sacramento (Kalifornien) verbracht hat, leben er und seine Frau Viktoria L. Koch nun in Eugene (Oregon) weiter nördlich an der Westküste: „Viel Wald und Regen, fast ein Klima wie in Deutschland.“

Der Arbeitsplatz von Ludger Koch in Eugene in Oregon.

Der Arbeitsplatz von Ludger Koch in Eugene in Oregon. © Koch

Und auch beruflich hat der Lüner Fuß gefasst. Seit 2006 arbeitet er für die „Union Pacific Railroad“ als Angestellter im Bahnhof von Eugene.

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Doch ein bisschen Heimweh spürt Koch auch nach fast 20 Jahren in den USA noch. Wie auch ein Post in einer Lünen-Gruppe des sozialen Netzwerks Facebook zeigt, in dem er sich gerne an seine Heimatstadt erinnert. Und an die Lüner appelliert: „An alle Lüner draußen, erfreut euch eurer Stadt. Sie ist etwas Besonderes und nicht umsonst tief in meinem Herz verwachsen.“

Koch hält natürlich regelmäßig Kontakt zu seiner Mutter und seinem Bruder: „Mehrere Male im Monat telefoniere ich mit ihnen, beide leben noch in der Bebelstraße, wo mein Vater viele Jahre eine Trinkhalle hatte.“

Begeistert vom Fachwerk in Lünen

Bisher war der Lüner zwei Mal in knapp 20 Jahren zu Besuch in Lünen. „Meine Frau war sehr angetan von meiner Heimatstadt.“ Besonders die Fußgängerzone mit ihren Geschäften habe ihr gefallen, aber auch Schloss Cappenberg. Da in den USA ein Haus von 1800 schon als sehr alt gilt, gefielen ihr vor allem die Fachwerkhäuser. „Dass sie ihre Hand auf ein Gebäude legen konnte, das von 1400 stammt, hat sie sehr berührt.“

Im nordwestlichen US-Staat Oregon ist Schnee keine Seltenheit.

Im nordwestlichen US-Staat Oregon ist Schnee keine Seltenheit. © Koch

Den alten Werbe-Slogan für Lünen als Brücke zwischen Ruhrgebiet und Münsterland kann Koch nur unterstreichen. Die Grünanlagen und Möglichkeiten für Spaziergänge schätzt Koch sehr an seiner Heimatstadt.

Gerne erinnert sich der Lüner auch an viele Spiele von Borussia Dortmund („seit meinem 15. Lebensjahr bin ich begeisterter Anhänger des BVB“). Samstags im Dortmunder Stadion, sonntags in der Kampfbahn Schwansbell beim Lüner SV. „Ich hab es noch nicht geschafft, mich für Baseball, Football oder Basketball zu begeistern.“

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Koch ist noch immer deutscher Staatsbürger und will das auch bleiben. Wenn er wählen dürfte, würde er am 3. November zur Wahlurne gehen, „um eine Veränderung hier zu erreichen. Wie so viele hier bin auch ich von einigem, das hier passiert, nicht sonderlich begeistert.“

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Nicht nur, aber auch zum Thema Corona, verfolgt er die deutschen Medien und ist über die unterschiedlichen Maßnahmen im Bilde. „Leider wurde zu Beginn hier die Situation nicht richtig eingeschätzt. Der Präsident und sein Mitarbeiterstab sind nicht ganz unschuldig daran. In Oregon ist die Lage besser als in anderen Bundesstaaten.“

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