Lüner Müllberg: Verdächtiger hinterließ eine Adresse

Spur führt nach Dortmund

Erfolg für die Polizei im Fall der illegalen Müllkippe am Datteln-Hamm-Kanal in Lünen: Die Beamten haben einen dringend Tatverdächtigen ermittelt, der dort über eine Tonne Müll abgeladen haben soll - besonders clever stellte er sich allerdings nicht an: In dem Müllberg fand die Polizei eine Adresse. Die führte nach Dortmund und über Umwege zum Verdächtigen.

LÜNEN

, 14.09.2017, 15:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
So sah es Donnerstagmorgen am Kanalufer aus. Im Hintergrund die Kanalbrücke Gahmener Straße.

So sah es Donnerstagmorgen am Kanalufer aus. Im Hintergrund die Kanalbrücke Gahmener Straße.

Nach bisherigem Ermittlungsstand soll ein 21-jähriger Dortmunder die Müllberge am Kanalufer abgeladen haben. Das teilte am Donnerstag auf Anfrage die Wasserschutzpolizei Duisburg mit, wo die Ermittlungen laufen. Der Mann muss sich voraussichtlich nicht nur wegen des Umweltdelikts verantworten, sondern auch wegen Betruges: Er soll Geld für die Beseitigung der Abfallmenge von circa 1,4 Tonnen kassiert und sie dann einfach am Kanal entsorgt haben.

Betrugsmasche: Geld für Haushaltsauflösung kassiert

Die Ermittlungen offenbarten eine Geschichte mit traurigem Hintergrund. In den Müllbergen, die in blauen Säcken verpackt waren, fand die Polizei laut Daniela Krasch, Sprecherin der Wasserschutzpolizei, persönliche Schriftstücke eines Dortmunders. An der Wohnadresse in der Innenstadt erfuhren die Ermittler: Der Mann ist verstorben, Hinterbliebene gibt es offenbar nicht.

Die Vermieterin hatte sich deshalb um die Haushaltsauflösung gekümmert und damit den 21-jährigen Tatverdächtigen beauftragt. „Sie hat ihn bezahlt und er hat die ordnungsgemäße Entsorgung zugesagt“, so die Polizeisprecherin. Wieviel Geld der Mann kassierte, konnte Daniela Krasch nicht sagen.

Stadt Lünen: Bußgeld bis zu 1530 Euro droht

Der Müllberg war am 7. September morgens gegen 7 Uhr am Kanalufer etwa in Höhe Bergstraße entdeckt und noch am selben Tag von Mitarbeitern der Wirtschaftsbetriebe Lünen beseitigt worden. Laut Stadt Lünen handelte es sich um circa 1,4 Tonnen.

Neben der Polizei interessiert sich nun auch die Ordnungsbehörde für den 21-jährigen. „Sobald uns die Anzeige der Wasserschutzpolizei vorliegt, wird unsere Ordnungsbehörde ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gegen die verdächtige Person einleiten", erklärte Julia Schmidt, Sprecherin der Stadt Lünen.

Der Betroffene muss nach Angaben der Stadt Lünen mit einem Bußgeld von bis zu 1530 Euro rechnen. Basis ist der Bußgeldkatalog Umwelt NRW. Die Entsorgungskosten werden ihm auch in Rechnung gestellt. Die Wirtschaftsbetriebe Lünen hatten sie auf circa 500 Euro beziffert.

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