Lüner Musikschüler nehmen Online-Unterricht gerne und hochmotiviert an

rnMusikschule Lünen

Musikunterricht per Telefon, Mail oder Video-Chat - das ist in Zeiten der Kontaktsperre wegen Corona offenbar genau der richtige Weg. Lüner Musikschüler nehmen es jedenfalls gerne an.

Lünen

, 04.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ungewohnt ist es noch ein bisschen für Sabine Patschinsky, ihre Musikschüler per Video-Chat oder Telefon zu unterrichten. Aber es läuft immer besser, sagt die stellvertretende Leiterin der Lüner Musikschule und Lehrerin für Akkordeon und Klarinette.

Weil die Kontaktsperre den üblichen Unterricht unmöglich macht, bieten die hauptamtlichen Musikpädagogen und auch viele Honorarkräfte ihren Schülern nun an, sich auf elektronischem Wege unterrichten zu lassen. Bei Sabine Patschinsky lief das beispielsweise am Donnerstag (2.4.) von 12.30 bis 17 Uhr. Mal per Videochat, aber auch per Telefon, das dann auf Lautsprecher gestellt wird. „Einige bekommen auch Aufgaben per Mail, zum Beispiel die Schüler, die ich auf das Studium vorbereite und denen ich schriftlich Theorie-Aufgaben schicke“, erzählt die Musikerin und Pädagogin.

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„Es ist erst ein bisschen aufwändiger, aber je öfter man den Unterricht so vorbereitet und gestaltet, umso leichter wird es“, so die Erfahrungen von Sabine Patschinsky. Sie erstellt auch selbst daheim Audiodateien mit verschiedenen Kompositionen. Zum Mitüben per Videochat oder Telefon oder auch zum Vorspielen, damit die Schüler das Stück dann schon mal richtig hören. „Ich würde ja auch im normalen Unterricht Stücke vorspielen oder mit den Schülern zusammen musizieren“, so Sabine Patschinsky.

Sabine Patschinsky mit dem Akkordeon vor dem Bildschirm. In diesen Zeiten läuft der Unterricht online ab.

Sabine Patschinsky mit dem Akkordeon vor dem Bildschirm. In diesen Zeiten läuft der Unterricht online ab. © Patschinsky

Sie begann 1989 als Honorarkraft bei der Lüner Musikschule, ist seit mehr als 20 Jahren fest angestellt und seit 2011 stellvertretende Leiterin. So eine Situation wie derzeit aufgrund der Kontaktsperre hat sie in all den Jahren noch nicht erlebt. Aber sie freut sich, wie auch ihre Kollegen, dass die Musikschüler das Angebot des etwas anderen Unterrichts gerne und auch hochmotiviert angenommen haben. „Wir merken deutlich, dass dieser Kontakt für unsere Schüler auch emotional sehr wichtig ist“, so Sabine Patschinsky.

Ein großer Teil der Schüler übe in diesen Tagen sogar noch mehr als zu normalen Unterrichtszeiten. In den bevorstehenden Osterferien gibt es keinen Unterricht, das wäre auch sonst nicht vorgesehen, für die Musikschule gelten dieselben Ferienzeiten wie für andere Schulen. „Aber natürlich können die Schüler, wenn sie mögen, auch dann üben.“

Zwei bis drei Mal in der Woche sind die Lehrer der Musikschule Lünen auch per Video-Chat in Kontakt mit anderen Musikschulen: „Wir wollen dabei über den Tellerrand schauen, sehen auch, dass viele andere Kollegen in dieser Zeit ebenfalls improvisieren.“ Unterstützung gibt es auch vom Verband Deutscher Musikschulen. Sollte die derzeitige Situation noch länger andauern, werde man auch gemeinsam überlegen, wie der Unterricht online oder per Telefon weitergehen kann.

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