Lüner ohne Führerschein unterwegs: 59-Jähriger beschäftigt Gerichte seit 1981

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Immer wieder ist der Lüner vor Gericht: wegen Verstößen im Straßenverkehr. Dieses Mal ging es um das Fahren eines Rollers ohne Führerschein. Gleich mehrfach war er erwischt worden.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 28.06.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erneut ertappt: Trotz einschlägiger Erfahrungen mit der Justiz stellte ein Lüner sein Glück zweimal erneut auf die Probe, fuhr ohne die nötige Fahrerlaubnis mit dem Roller und begegnete der Polizei. Und das nicht nur einmal. Vor Gericht geriet er in Erklärungsnöte.

Seit 1981 beschäftigt der Lüner (59) die Gerichte. Es begann mit Trunkenheitsfahrten, dann kam das Fahren ohne Fahrerlaubnis hinzu. Elf entsprechende Eintragungen hat er bereits in seinem Strafregister gesammelt. Und doch konnte er es wieder einmal nicht lassen. Am Morgen des 21. August 2019 war er mit einem Roller auf der Preußenstraße unterwegs.

Sein Gefährt fuhr deutlich schneller als 25 Stundenkilometer und somit hätte er dafür einen Führerschein benötigt. Doch genau den besaß er nicht. Ähnliches geschah dann am Vormittag des 14. Januar. Wieder war er mit einem nicht gedrosselten Roller auf Tour. Diesmal wurde er auf der Derner Straße ertappt.

Auspuff des Rollers kaputt

Durchaus schuldbewusst erschien der Lüner nun zu seiner Verhandlung vor dem Amtsgericht – und räumte die beiden Fahrten ohne Fahrerlaubnis ein. Im ersten Fall habe er zur Arbeit gemusst und sehr wohl gewusst, dass der Auspuff des Rollers kaputt gewesen und das Kleinkraftrad damit schneller als für ihn erlaubt gewesen sei. Bei der zweiten Fahrt gab er kleinlaut an, dass er beim Amtsgericht hätte erscheinen müssen, um etwas einzuzahlen.

Auf der Rückfahrt habe er dann gemerkt, dass etwas nicht gestimmt habe, dass die elektronische Blackbox geplatzt und der Roller schneller geworden sei. Gestoppt, so räumte er freimütig ein, habe er dennoch nicht. „Ich hätte es sofort stehenlassen müssen. Dass das nicht richtig war, weiß ich selbst. Das sehe ich auch ein. Ich kann es nun mal nicht rückgängig machen“, zeigte sich der 59-Jährige einsichtig.

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Dem offenen Geständnis und der glaubhaften Reue standen die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen gegenüber. Er wurde zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt, die er wegen seiner finanziell angespannten Lage in Raten à 15 Euro abzahlen kann. Auch verhängte das Gericht 18 Monate Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis.

In der Urteilsbegründung appellierte der Richter an die Vernunft des Lüners: „Ich kann Ihnen nur ans Herz legen, wenn Sie das nächste Mal merken, dass Ihr Roller schneller als 25 Stundenkilometer fährt, fahren Sie direkt rechts ran.“ Der nach wie vor schuldbewusste Mann akzeptierte seine Strafe umgehend und verzichtete auf die Einlegung von Rechtsmitteln gegen das nunmehr zwölfte Urteil.

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