Lüner Pärchen lebt wie im dunklen Mittelalter

Mitglieder des Clans "Fyr Dreki"

Wie haben die Menschen vor 1000 Jahren gelebt, gekocht, gehandelt und gekämpft? Die Gruppe "Fyr Dreki" mit den Lünern Anastasia und Fabian Tillmanns hat sich ganz dem Mittelalter verschrieben - jedenfalls zehn Wochenenden im Jahr. Dabei tun sie auch noch Gutes. Hier gibt es eine Kostprobe vom Leben im Mittelalter.

LÜNEN

, 24.09.2015, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner Pärchen lebt wie im dunklen Mittelalter

Die beiden Lüner Anastasia und Fabian Tillmanns haben sich ganz dem Mittelalter verschrieben.

Mit lautem Kampfgeschrei laufen die Gruppen aufeinander zu. Stahl trifft auf Holz, als die Schwerthiebe mit den Schildern abgewehrt werden. Einige Klingen erreichen aber ihr Ziel, die ersten Recken fallen. Sie sind zwar nicht tot, denn Blut fließt nicht bei dieser Schlacht, aber sie müssen am Boden liegen bleiben bis der Kampf zu Ende ist. Ein paar blaue Flecken werden ihnen bleiben.

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Das ist der mittelalterliche Clan Fyr Dreki

Wie haben die Menschen vor 1000 Jahren gelebt? Wie haben sie gekocht, gehandelt und gekämpft? Die Gruppe "Fyr Dreki" mit den Lünern Anastasia und Fabian Tillmanns hat sich ganz dem Mittelalter verschrieben. Und sie tun dabei auch noch Gutes. Hier bekommen Sie einen Einblick in das mittelalterliche Leben der Gruppe.
24.09.2015
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An diesen Wochenenden geht es nicht nur friedlich zu, es wird auch gekämpft.© Foto: Fyr Dreki
Auch Fabian Tillmanns zieht mit Kettenhemd und Rüstung in die Schlacht.© Foto: Fyr Dreki
In Gruppen kämpfen die Männer gegeneinander.© Foto: Fyr Dreki
Bei den Schlachten handelt es sich um Freikämpfe. Es sind keine choreografierten Showkämpfe.© Foto: Fyr Dreki
Mit echtem, aber unscharfem Eisen gehen die Männer aufeinander los.© Foto: Fyr Dreki
Bei einer bestimmten Zahl an Treffern gelten die Kämpfer als tot.© Foto: Fyr Dreki
Sie bleiben bis zum Ende am Boden liegen. Ein paar blaue Flecken tragen sie aber meistens davon.© Foto: Fyr Dreki
Nach den Kämpfen wird zusammen angestoßen.© Foto: Fyr Dreki
Die beiden Lüner Anastasia und Fabian Tillmanns haben sich ganz dem Mittelalter verschrieben.© Foto: Fyr Dreki
Zehnmal im Jahr verbringen sie die Wochenenden auf kleineren Mittelaltermärkten und leben so, wie die Menschen vor Tausend Jahren.© Foto: Fyr Dreki
Bei diesen Märkten gibt es Händler, Handwerker und alles, was es vor Tausend Jahren auch in den Heerlagern gab.© Foto: Fyr Dreki
Die Gruppe Fyr Dreki überreichten in einer Schatztruhe eine Spende an das Kinderpalliativzentrum Datteln, vertreten durch Nicole Sasse (l.). 500 Euro hatten Anastasia Tillmanns, Fabian Tillmanns (r.) und Michael Herhold auf Mittelaltermärkten gesammelt.© Foto: Julian Mester
Fabian Tillmanns hat seine Mittelalter-Kleidung selbst hergestellt. Die Hose hat er in drei Stunden genäht.© Foto: Julian Mester
Das Messer trägt Tillmanns an seinem Ledergürtel.© Foto: Julian Mester
Die Klinge wurde auf dem Mittelaltermarkt geschmiedet.© Foto: Julian Mester
Sein Leinentuch ziert ein symbolhaftes Wappen.© Foto: Julian Mester
Auf der Rückseite hat Tillmanns ein Muster eingestampft.© Foto: Julian Mester
Ein wichtiges Utensil auf den Mittelaltermärkten ist das Sköllchen, ein kleines Trinkgefäß.© Foto: Julian Mester
Die Tasche hat Tillmanns von einem Freund bekommen und außen noch verziert.© Foto: Julian Mester
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Mitten unter diesen Männern in Rüstung sind auch Lüner und Dortmunder der Gruppe "Fyr Dreki", was im Nordischen so viel heißt wie Feuerdrache. Die 20 Menschen dieses Clans, wie die Gruppen sich nennen, haben das Reenactment zum Hobby, sie versuchen die Vergangenheit nachzustellen. Sie leben in Zelten, handeln mit ihren selbst gemachten Lederwaren, Schmuckstücken oder Waffen und greifen auch ab und an zu Letzteren. Und die Kämpfe sind echt. "Das ist kein Showkampf, sondern Freikampf. Wir trainieren regelmäßig", so Tillmanns.

Kleidung selber nähen

"Wir wollen uns möglichst authentisch verhalten. Auch was Kleidung und Essen betrifft", sagt Fabian Tillmanns. Das Leinenhemd und die Wollhose, die er trägt, hat er selbst genäht. "Seit ein paar Tagen weiß ich, wie eine Nähmaschine funktioniert. Jetzt geht so was viel schneller", sagt er. Drei Stunden habe er für die Hose gebraucht. In den letzten zehn Jahren – so lange hat er dieses Hobby schon – mussten Nadel und Faden herhalten.

 

An zehn Wochenenden im Jahr fahren die "Fyr Dreki" zu Mittelaltermärkten und leben dort von Freitag bis Sonntag, wie die Menschen im Dunklen Zeitalter. „Wir verzichten auf moderne Annehmlichkeiten, wie Strom oder modernes Werkzeug“, sagt der Dortmunder Michael Herhold, nur „bei der Hygiene sind wir da nicht ganz authentisch. Wir waschen und duschen uns.“

Beim Mittelaltermarkt Spenden gesammelt

Ende August waren die "Fyr Dreki" bei dem jährlichen Mittelaltermarkt der Alloheim Seniorenresidenz Schloss Westhusen in Dortmund vertreten und haben dort Spenden gesammelt. Für das Kinderpalliativzentrum Datteln. Donnerstag, 24. September, überreichten sie die 500 Euro, die durch das Sammeln und die Unterstützung von Einrichtungsleiter Stefan Könnicke zusammen gekommen sind.

"Diese Spendenaktion kommt bei den Marktbesuchern immer gut an", sagt Herhold. Mit dem Geld finanziert das Palliativzentrum unter anderem psychologische Hilfe für die todkranken Kinder. 

"Fyr Drekir" sind auch auf Facebook zu finden: .

 

 

So sieht es aus, wenn "Fyr Dreki" zu den Schwertern greifen:

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