Das Parkhaus "Am Tobiaspark" (Archivbild), gehört wie das Parkhaus Mersch und das Parkhaus am St.-Marien-Hospital dem Bauverein zu Lünen. Die Parkeinnahmen sind drastisch gesunken. © Schnitzler (A)
Bauverein zu Lünen

Lüner Parkhäuser mit Einnahme-Verlusten: Eins ist besonders betroffen

Seit der Corona-Krise nutzen weniger Autofahrer die Parkhäuser des Bauvereins. Das Unternehmen rechnet für seine drei Parkhäuser mit Verlusten. Ein Parkhaus ist besonders betroffen.

Mit einem Einnahme-Verlust in Höhe von 200.000 Euro rechnet der Bauverein zu Lünen für seine drei Parkhäuser Am Tobiaspark, Mersch und St.-Marien-Hospital. Seit der Corona-Krise stellen dort weniger Autofahrer ihre Pkw ab.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer war sicherlich die Reaktion der Stadt auf die Pandemie. Weil anfangs nicht klar war, ob sich Mitarbeiter beim Leeren der Parkscheinautomaten infizieren könnten, hatte die Stadt bis zum 1. Oktober auf Gebühren für den Theater- und Pfarrer-Bremer-Parkplatz verzichtet. Nur Parken mit Parkscheibe war erlaubt. Pro Woche kostete die Stadt das 16.000 Euro.

Kunden in die City locken

Mit der Aktion wollte sie zudem Kunden in die City locken, um die Händler zu unterstützen. Doch viele Berufspendler nutzen das freie Parken. Die Stadt ruderte inzwischen zurück und erhebt seit diesem Monat wieder Parkgebühren. Sicherlich haben dort auch Autofahrer kostenlos geparkt, die sonst ins Parkhaus gefahren wären.

Besonders stark wirkt sich allerdings das Besuchsverbot im St.-Marien-Hospital auf das dortige Parkhaus aus. Allein für dieses erwartet der Bauverein zu Lünen einen Einnahmeverlust von 150.000 Euro. „Letztlich bleiben die Dauerparker, die Tagesgäste fallen seit März größtenteils weg“, heißt es auf Anfrage seitens der Wohnungsgenossenschaft.

Das Parkhaus St.-Marien-Hospital wird auch bis ins kommende Jahr viele freie Plätze haben. Wie Axel Weinand, Geschäftsführer des Katholischen Klinikums Lünen/Werne, zu dem das St.-Marien-Hospital gehört, erklärt, sei das Besuchsverbot in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und anderen Krankenhäusern weiter ausgedehnt worden. Zunächst bis Ende des Jahres. Doch wohl auch noch darüber hinaus, so Weinand.

Er halte es für fast fahrlässig, in der kommenden kälteren Jahreszeit mit Erkältungs-und Grippeerkrankungen das Besuchsverbot zu lockern. Den „Krankenhäusern fehlt das nötige Personal, um bei mehreren Hundert Besuchern pro Tag von Krankenhausseite die hohen Vorgaben eines krankenhausbezogenen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts für Besucher einhalten zu können“, hatte er im Sommer zum Besuchsverbot erklärt.

Ausnahmen beim Besuchsverbot

Allerdings gebe es Ausnahmen. Väter dürften im Kreißsaal die Geburt des Babys miterleben, auch Schwerstkranke, Sterbende oder Patienten, die lange liegen müssten, dürften Besuch von Angehörigen bekommen. Das müsse allerdings individuell mit der jeweiligen Stationsleitung besprochen werden.

Das Besuchsverbot werde von den meisten Betroffenen akzeptiert, ist seine Erfahrung.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn